Honduras: Indigene Landrechtsaktivist*innen schützen!
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Auf der Inselgruppe Cayos Cochinos leben Menschen des indigenen Volkes der Garífuna. Einige von ihnen protestieren seit dem 14. September friedlich gegen Filmaufnahmen für eine Reality-Show auf ihrem Land. Deshalb könnten sie von dort vertrieben werden. Gegen elf Personen soll außerdem Anklage erhoben werden. Die Behörden werfen ihnen vor, das Land unrechtmäßig zu besetzen.
Setzt euch für die indigenen Garífuna ein, die für ihre Rechte eintreten.
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
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Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Generalstaatsanwalt:
Pablo Emilio Reyes Theodore
Fiscal General
Lomas del Guijarro
Tegucigalpa
HONDURAS
Sende eine Kopie an
Botschaft der Republik Honduras
I. E. Frau Sandra Yamileth Ponce Aguilera
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin
Fax: 030-397 49 709
E-Mail: embajadahonduras.de@gmail.comBotschaft der Republik Honduras
Amnesty fordert:
- Ich bitte Sie hiermit, den Räumungsbefehl sofort aufzuheben,
- Außerdem bitte ich darum, die strafrechtliche Verfolgung der Garífuna-Aktivist*innen von Cayos Cochinos zu beenden und dafür zu sorgen, dass das Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs vollständig umgesetzt wird. Das Urteil gilt für alle Behörden in Honduras und muss beachtet werden.
Sachlage
Auf den Cayos-Cochinos-Inseln droht Garífuna-Aktivist*innen die Vertreibung, weil sie friedlich ihr Land verteidigen. Bereits am 16. September kam die Polizei mit einer großen Gruppe per Boot, um das Protestlager der Indigenen "vorsorglich" zu räumen. Außerdem sollen elf Menschenrechtsverteidiger*innen wegen Landbesetzung angeklagt werden.
Zwei Tage zuvor hatten rund 40 Garífuna-Aktivist*innen der Organisation OFRANEH ein Protestlager in Playa Uva errichtet. Sie protestieren gegen die Dreharbeiten für eine Reality-Show. Die Sendung bedroht ihre Existenz, weil die Menschen auf ihrem eigenen Land nicht mehr fischen gehen können. Zudem schaden die Aufnahmen der Natur. Seit dem Start des Protests kontrolliert die Polizei das Lager der Aktivist*innen immer wieder wegen angeblichen Fehlverhaltens.
Der Räumungsbefehl verstößt gegen internationales Recht und ein Urteil des Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshofs. Der Gerichtshof hat 2025 entschieden, dass man die betroffene Gemeinschaft vorher hätte fragen und um Erlaubnis für die Dreharbeiten bitten müssen. Honduras müsse die Räumung sofort stoppen und die Indigenen für bereits angerichteten Schaden entschädigen.
Diese Ereignisse zeigen, wie das indigene Volk der Garífuna bedroht und eingeschüchtert wird. Die Indigenen fordern lediglich ihr Recht auf ihr angestammtes Land und verlangen, dass vier Urteile des Interamerikanischen Gerichtshofs – wie das zu Cayos Cochinos – endlich umgesetzt werden.
Hintergrundinformation
Im September 2026 prangerte die honduranische Indigenenorganisation OFRANEH öffentlich an, dass die Angehörigen des indigenen Volkes der Garífuna auf der Inselgruppe Cayos Cochinos keinen Zugang zu ihrem Gebiet auf dem karibischen Archipel hatte, weil dort eine Reality-TV-Sendung gedreht wurde – und das trotz eines anderslautenden Urteils des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Es ist nicht das erste Mal, dass die Rechte der Garífuna durch Dreharbeiten auf ihrem angestammten Land beeinträchtigt werden.
In seinem am 20. November 2025 ergangenen Urteil zur Garífuna-Gemeinschaft von Cayos Cochinos stellte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte fest, dass Honduras zwar eine Reihe von Maßnahmen wie die Ausweisung des Cayos-Cochinos-Archipels als Meeresschutzgebiet und die Aufstellung entsprechender Bewirtschaftungspläne umgesetzt hatte, jedoch auch Fernsehaufnahmen genehmigt hatte, ohne dass zuvor ein Prozess zur vorherigen, freien und informierten Konsultation mit den Garífuna von Cayos Cochinos durchgeführt wurde. Der Gerichtshof stellte ferner fest, dass dies die Möglichkeit der Indigenen beeinträchtigt habe, ihrer traditionellen Lebensweise nachzugehen sowie ihre kulturelle und spirituelle Verbindung zum Meer und zu den natürlichen Ressourcen des Gebiets zu bewahren. Dies galt auch für die Kleinfischerei als Lebensgrundlage der Gemeinschaft. Der Gerichtshof ordnete mehrere Maßnahmen an, um eine Wiederholung zu verhindern und Abhilfe zu schaffen. Dazu gehörte die Verpflichtung, die wirksame Beteiligung der Garífuna an den verschiedenen Phasen des Bewirtschaftungsplans für das Meeresschutzgebiet des Cayos-Cochinos-Archipels sicherzustellen, sowie die Verpflichtung, eine vorherige, freie und informierte Konsultation durchzuführen, um die eventuelle Produktion von Reality-Shows zu ermöglichen. Der Gerichtshof wies den Staat außerdem an, die zwischen 2007 und 2024 eingegangenen Anzeigen zu Gewalttaten gegen Angehörige der Gemeinschaft zu untersuchen.
OFRANEH hat wiederholt angeprangert, dass Honduras den Urteilen des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte zugunsten der Garífuna-Gemeinschaften von Punta Piedra, von Triunfo de la Cruz, von San Juan und von Cayos Cochinos nicht nachgekommen ist.
Mit dem Dekret 93-2021 wurde die Praxis präventiver und summarischer Räumungen ohne gerichtliche Kontrolle oder ordentlichen Verfahrensgarantien in das honduranische Recht eingeführt. Dies stellt einen Verstoß gegen internationale Menschenrechtsverpflichtungen dar. Im August 2026 forderten Sachverständige der Sonderverfahren der Vereinten Nationen die honduranischen Behörden auf, rund 1.000 anstehende Zwangsräumungen im Zusammenhang mit Landstreitigkeiten auszusetzen.