Honduras: Garífuna-Landrechtsaktivist*innen schützen!

Mehrere Personen protestieren vor einem Gittertor mit Plakaten und Fahnen. Sie tragen Mundschutzmasken.

Fünf Mitgliedern der Indigenenorganisation OFRANEH drohen Anklagen und Gerichtsverfahren. Sie wurden bei einer Aktion der Polizei in der Stadt Tela festgenommen. Ihnen wird widerrechtliche Landbesetzung vorgeworfen, weil sie sich für die Landrechte der indigenen Garífuna einsetzen. 

Setzt euch für Garífuna-Landrechtsaktivist*innen ein!

Bereits bei "Mein Amnesty" registriert? Dann bitte hier anmelden.
Meine Profildaten (Vorname, erster Buchstabe des Nachnamens) dürfen bei Aktionsteilnahme angezeigt werden.

Ja, ich will mich für die Menschenrechte einsetzen und stimme zu, dass die Initialen meines Vornamens und Nachnamens bei Aktionsteilnahme an den Adressaten übermittelt und diesem angezeigt werden. Ich bin mir bewusst, dass in Drittstaaten oft kein mit dem europäischen Datenschutz vergleichbarer Schutz meiner personenbezogenen Daten gegeben ist und dass mit der Offenlegung ggf. Rückschlüsse auf meine politische Meinung möglich sind. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen, jedoch nur mit Wirkung für die Zukunft. Weitere Hinweise in unseren Datenschutzhinweisen.

Hinweis: Vielen Dank für deine Unterstützung. Deine Kontaktdaten (E-Mail-Adresse, Anschrift und optional Telefonnummer) verwenden wir auch, um dir aktuelle Informationen über Menschenrechte und unsere Arbeit sowie die unserer Netzwerkpartner zuzuschicken, Veranstaltungen anzukündigen und zur Teilnahme an Aktionen, Petitionen oder zu Spenden aufzurufen. Du kannst dich jederzeit kostenlos und einfach von unseren Newslettern abmelden. Klicke dazu einfach auf den Abmeldelink in den Nachrichten (E-Mail oder WhatsApp), oder schreibe uns an info@amnesty.de. Mehr Informationen findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

Dein Appell

In welcher Sprache möchtet du den Brief verschicken? Bitte auswählen

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt, 

mit großer Sorge habe ich erfahren, dass fünf Aktivist*innen der Indigenenorganisation OFRANEH strafrechtliche Maßnahmen drohen. 

Deinor Osmany Mejía Arzu, Irbin Rene López Cortes, Carlos Enrique Fernández Guzmán, Onil Rigoberto Hernández Zelaya und Sara Abigail Acosta wurden am 6. Juli 2026 bei einer Polizeiaktion in Tela festgenommen. Sie haben sich friedlich für die Landrechte ihrer Gemeinschaft, dem indigenen Volk der Garífuna von San Juan in Tela, eingesetzt. Mehr als 200 Polizist*innen waren wegen einer Räumung in San Juan. Augenzeug*innen berichten, dass die Polizei bei der Aktion Tränengas und scharfe Munition nutzte. Die fünf Aktivist*innen wurden zwar nach einigen Stunden freigelassen, ihnen droht jedoch eine Anklage: ihnen wird schwere widerrechtliche Landbesetzung vorgeworfen und sie könnten inhaftiert werden, weil sie das angestammte Land ihrer Gemeinschaft verteidigt haben. 

Doch nicht nur die fünf Mitglieder von OFRANEH sind betroffen. Auch andere Garífuna-Gemeinschaften, die ihre kollektiven Landrechte schützen möchten, werden kriminalisiert. Die Situation ist sehr besorgniserregend. Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte hat Honduras schon mehrmals verurteilt. Die Regierung von Honduras verletzt die Rechte der Garífuna-Gemeinschaften.

Ich fordere Sie auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Kriminalisierung der fünf Menschenrechtler*innen zu beenden. Sorgen Sie auch dafür, dass Angehörige der Garífuna ihrem legitimen Einsatz für die Menschenrechte ohne Einschüchterungsversuche, Diskriminierung oder gerichtliche Schritte nachgehen können. 

Mit freundlichen Grüßen

Dear General Attorney, 

I am deeply concerned by the ongoing criminal prosecution of Deinor Osmany Mejía Arzu, Irbin Rene López Cortes, Carlos Enrique Fernández Guzmán, Onil Rigoberto Hernández Zelaya y Sara Abigail Acosta, five members of the Garífuna community of San Juan and the Organización Fraternal Negra Hondureña (OFRANEH), who were arrested following a police operation in July 2026. More than 200 police officers reportedly arrived in the community to carry out an eviction, during which security forces used tear gas and fired live ammunition, according to testimonies. Although the five defenders were released hours later, they continue to face criminal proceedings for aggravated usurpation for defending their ancestral territory and could face prison sentences. OFRANEH has also reported campaigns of stigmatization and racial discrimination aimed at undermining the legitimacy of its work and its demands to protect Garífuna  people's rights. 

Their prosecution appears to be part of a broader pattern of criminalization affecting Garífuna communities seeking protection of their collective land rights. This situation is particularly alarming given that Honduras has been repeatedly condemned by the Inter-American Court of Human Rights for violations against Garífuna communities, in particular land and economic, social and cultural rights, and remains under an obligation to comply with those judgments.  

I urge you to take all necessary measures to end the criminalization of these five defenders and ensure that Garífuna people can freely carry out their legitimate human rights activities without intimidation, discrimination or judicial harassment. 

Yours sincerely,

Du möchtest dein Schreiben lieber per Brief, Fax oder mit deinem eigenen E-Mail-Programm versenden?

Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Du hast Probleme beim Ausdrucken des Briefes? Dann klicke bitte hier.

Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.

Bitte abschicken bis: 05.11.2026

Appell an

Pablo Emilio Reyes Theodore 
General Attorney
Lomas del Guijarro 
Tegucigalpa
HONDURAS 

Sende eine Kopie an

Botschaft der Republik Honduras 
I. E. Frau Sandra Yamileth Ponce Aguilera 
Cuxhavener Straße 14 
10555 Berlin
Fax: 030–397 49 709 
E-Mail: embajadahonduras.de@gmail.com 

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Kriminalisierung der fünf Menschenrechtler*innen zu beenden.
  • Sorgen Sie auch dafür, dass Angehörige der Garífuna ihrem legitimen Einsatz für die Menschenrechte ohne Einschüchterungsversuche, Diskriminierung oder gerichtliche Schritte nachgehen können.

Sachlage

Gegen fünf Mitglieder der Organisation OFRANEH (Organización Fraternal Negra Hondureña) läuft ein Strafverfahren. Deinor Osmany Mejía Arzu, Irbin Rene López Cortes, Carlos Enrique Fernández Guzmán, Onil Rigoberto Hernández Zelaya und Sara Abigail Acosta wurden im Juli 2026 bei einer Polizeiaktion in Tela festgenommen. Sie gehören zum indigenen Volk der Garífuna von San Juan in Tela. Mehr als 200 Polizist*innen waren wegen einer Räumung in San Juan. Augenzeug*innen sagten, dass die Polizei Tränengas einsetzte und mit scharfer Munition feuerte. Die fünf Menschenrechtsverteidiger*innen wurden zwar wenige Stunden später freigelassen, ihnen droht aber eine Anklage. Ihnen wird schwere widerrechtliche Landbesetzung vorgeworfen, weil sie das angestammte Land ihrer Gemeinschaft verteidigt haben. Ihnen droht eine Gefängnisstrafe. Die Organisation OFRANEH hat auch von stigmatisierenden Maßnahmen und Diskriminierung aus rassistischen Gründen berichtet. Sie setzt sich für die Rechte der Garífuna ein. 

Doch nicht nur die fünf Mitglieder von OFRANEH sind betroffen. Auch andere Garífuna-Gemeinschaften, die ihre kollektiven Landrechte schützen möchten, werden kriminalisiert. Die Situation ist sehr besorgniserregend. Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte hat Honduras schon mehrmals verurteilt. Die Regierung von Honduras verletzt die Rechte der Garífuna-Gemeinschaften.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Am 6. Juli 2026 trafen mehr als 200 Polizist*innen in der Garífuna-Gemeinschaft von San Juan in Tela (Departamento Atlántida) ein, um eine Räumung vorzunehmen. Augenzeug*innen zufolge setzten die Sicherheitskräfte bei der Räumung Tränengas und scharfe Munition ein. Sie nahmen auch fünf Menschenrechtsverteidiger*innen fest. Obwohl diese ein paar Stunden später wieder freigelassen wurden, werden sie weiterhin strafrechtlich verfolgt. Ihnen wird schwere widerrechtliche Landbesetzung vorgeworfen, ein Straftatbestand, der mit einer Haftstrafe geahndet werden könnte. 

Die Garífuna-Organisation OFRANEH hat zudem berichtet, dass sie aufgrund ihres Engagements und ihrer Forderungen in diesem Fall mit Stigmatisierungskampagnen und rassistischer Diskriminierung konfrontiert sei. Damit solle die Legitimität ihrer Arbeit und ihrer Forderungen untergraben werden. 

Dies ist bereits die zweite Räumung seit Inkrafttreten eines neuen Gesetzes, das im Mai 2026 vom Kongress verabschiedet wurde, um den agroindustriellen Sektor, Energieprojekte, den Tourismus, die Viehzucht und kleine agroindustrielle Produzent*innen zu schützen. Das Gesetz verbietet unter anderem Demonstrationen und Streiks in weiten Teilen des Landes und erlaubt Räumungen ohne gerichtliche Kontrolle und ohne faires Gerichtsverfahren. Dies stellt eine Gefährdung der Rechte auf Nahrung, Wohnen, friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung dar. Zudem erhöht es das Risiko der Kriminalisierung von Kleinbäuer*innen, indigenen Völkern und Afrohonduraner*innen. Im September 2026 haben mehrere UN-Sonderbericht-erstatter*innen und Menschenrechtsexpert*innen ihre Besorgnis über das Gesetz zum Ausdruck gebracht. 

Zuvor hatten Menschenrechtsgremien wie die Interamerikanische Menschenrechtskommission und zivilgesellschaftliche Organisationen bereits Bedenken hinsichtlich der unklaren Definition des Straftatbestands der widerrechtlichen Landaneignung im Strafgesetzbuch geäußert. Diese könnte zu einer willkürlichen und eigenmächtigen Anwendung des Straftatbestands führen und wiederum eine weitere Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen zur Folge haben. Für die Garífuna ist ihr Land die Grundlage ihrer kollektiven Identität, ihrer Kultur, ihrer Spiritualität, ihrer Lebensweise, ihrer Ernährungssouveränität und ihres Überlebens als Volk. 

Zwischen 2015 und 2026 hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte vier Urteile gegen Honduras gefällt, in denen es um das angestammte Territorium und die Verletzung der Rechte von vier Garífuna-Gemeinschaften im Norden Honduras’ ging. Betroffen waren die Garífuna-Gemeinschaften von Punta Piedra (2015), Triunfo de la Cruz (2015), San Juan (2023) sowie von Cayos Cochinos (2026). In den letzten Jahren hat OFRANEH wiederholt angeprangert, dass die honduranische Regierung die vom Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte angeordneten Maßnahmen nicht umgesetzt hat, obwohl es sich dabei um völkerrechtlich bindende Urteile handelt. Seit dem 10. August 2026 unterhält OFRANEH vor dem Obersten Gerichtshof in Tegucigalpa ein friedliches Protestlager, um ein Ende der Kriminalisierung, die Umsetzung der vier Urteile des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte sowie die Beendigung der Stigmatisierung und rassistischen Diskriminierung gegen sie zu fordern.