Iran: Verisheh Moradi (September 2026)

Das Bild zeigt das Porträtbild einer Frau

Brief gegen das Vergessen (September 2026)

Verisheh Moradi gehört der kurdischen Minderheit im Iran an und ist Mitglied der Gemeinschaft der freien Frauen Ostkurdistans (KJAR). Das Teheraner Revolutionsgericht verurteilte sie Anfang November 2024 in einem grob unfairen Verfahren zum Tode. Aufgrund mutmaßlicher Verbindungen zu kurdischen Oppositionsgruppen wurde sie der "bewaffneten Rebellion gegen den Staat" (baghi) für schuldig befunden. Im Dezember 2025 hob der Oberste Gerichtshof das Urteil wegen Verfahrensfehlern auf und ordnete eine Neuverhandlung an. Ihr droht aber auch in diesem Verfahren die Todesstrafe.

Nach ihrer Festnahme im August 2023 war Verisheh Moradi fast vier Monate lang dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen. Ihren Angaben zufolge wurde sie bei der Festnahme gefoltert und anderweitig misshandelt. Danach wurde sie in einer Haftanstalt des Geheimdienstministeriums 13 Tage lang in Einzelhaft gehalten und war geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Später verlegte man sie in das Teheraner Evin-Gefängnis, hielt sie mehr als vier Monate lang in Einzelhaft und verhörte sie ohne Rechtsbeistand. Sie berichtete außerdem, dass sie durch Folter zu dem "Geständnis" gezwungen wurde, mit Waffengewalt für kurdische Gruppen gegen die Islamische Republik Iran gekämpft zu haben.

Bitte schreiben Sie bis 30. November 2026 höflich formulierte Briefe an die Oberste Justizautorität und bitten Sie ihn, dafür zu sorgen, dass Verisheh Moradi freigesprochen wird. Sie muss umgehend aus der Haft entlassen werden. Fordern Sie zudem, dass sie bis zu ihrer Freilassung angemessen medizinisch versorgt wird und regelmäßig Besuch von ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand erhalten darf. Dringen Sie darauf, dass sie vor weiterer Folter und Misshandlung geschützt wird und ihre Foltervorwürfe unabhängig und unparteiisch untersucht werden. Bitten Sie abschließend um die Verhängung eines offiziellen Hinrichtungsmoratoriums.

Schreiben Sie in gutem Persisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Oberste Justizautorität
Gholamhossein Mohseni Ejei
c/o Embassy of Iran to the European Union
Avenue Franklin Roosevelt No. 15
1050 Bruxelles
BELGIEN 
(Anrede: Dear Mr Gholamhossein Mohseni Ejei / 
Sehr geehrter Herr Ejei)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,25 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Islamischen Republik Iran 
S. E. Herrn Majid Nili Ahmadabadi 
Podbielskiallee 67, 14195 Berlin 
Fax: 030 – 84 35 31 33 
E-Mail: info@iranbotschaft.de
(Standardbrief: 0,95 €)

Bitte setzt euch für Verisheh Moradi ein!

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Ejei,

ich mache mir große Sorgen um Verisheh Moradi, die inhaftiert und nach wie vor von der Hinrichtung bedroht ist. Sie gehört der kurdischen Minderheit im Iran an und wurde 2024 wegen "bewaffneter Rebellion gegen den Staat" (baghi) zum Tode verurteilt. Zwar ordnete der Oberste Gerichtshof im Dezember 2025 eine Neuverhandlung an, doch ich befürchte, dass sie erneut zum Tode verurteilt werden könnte.

Verisheh Moradi fiel nach ihrer Festnahme fast vier Monate lang dem Verschwindenlassen zum Opfer. Sie wurde eigenen Angaben zufolge gefoltert und anderweitig misshandelt, in Einzelhaft gehalten, geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt und ohne Rechtsbeistand verhört. Ihr "Geständnis", mit Waffengewalt für kurdische Gruppen gegen die Islamische Republik Iran gekämpft zu haben, legte sie unter Folter ab. Ihr Gerichtsverfahren war grob unfair und sie muss im Neuverfahren freigesprochen werden.

Ich bitte Sie daher dringend, dafür zu sorgen, dass Verisheh Moradi ein faires Neuverfahren erhält und freigesprochen wird. Sie muss umgehend aus der Haft entlassen werden und bis zu ihrer Freilassung Zugang zu angemesser medizinischer Versorgung, ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand haben. Bitte stellen Sie sicher, dass sie vor weiterer Folter und Misshandlung geschützt wird und ihre Foltervorwürfe unabhängig und unparteiisch untersucht werden. Verhängen Sie zudem ein offizielles Hinrichtungsmoratorium.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Mr Gholamhossein Mohseni Ejei,

I am very concerned about Verisheh Moradi, who is imprisoned and remains at risk of execution. She belongs to the Kurdish minority in Iran and was sentenced to death in 2024 on charges of "armed rebellion against the state" (baghi). Despite the Supreme Court ordering a retrial in December 2025, I am very worried that she may be sentenced to death again.

Verisheh Moradi was subjected to enforced disappearance for nearly four months. She reports being tortured and ill-treated, held in solitary confinement, subjected to gender-based violence and interrogated without a lawyer present. Her "confession" about taking up arms with Kurdish groups against the Islamic Republic of Iran were made under torture. Her trial was grossly unfair and she must be acquitted in her impending retrial.

I urge you to make sure that Verisheh Moradi receives a fair retrial and is acquitted. She must be released from custody without delay; pending her release, she must receive adequate healthcare and regular visits from family and lawyers. I also urge you to protect her from further torture and to investigate her torture allegations independently and impartially. Lastly, please establish an official moratorium on executions.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 30.11.2026

Appell an

Oberste Justizautorität
Gholamhossein Mohseni Ejei
c/o Embassy of Iran to the European Union
Avenue Franklin Roosevelt No. 15
1050 Bruxelles
BELGIEN 

Sende eine Kopie an

Botschaft der Islamischen Republik Iran 
S.E. Herrn Majid Nili Ahmadabadi 
Podbielskiallee 67 
14195 Berlin 

Fax: 030–843 53 133 
E-Mail: info@iranbotschaft.de