Mali: Rokiatou Doumbia – Kritik an der Regierung bringt Mutter ins Gefängnis
© Amnesty International / privat
Viele Menschen kennen Rokiatou Doumbia unter dem Namen "Rose Poivron". In den Sozialen Medien sprach sie über die wirtschaftlichen Sorgen vieler Menschen in Mali. Zugleich unterstützte sie Frauen beim Aufbau kleiner Unternehmen und organisierte Hilfe für Menschen in Not. Sie wurde festgenommen und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Rokiatou Doumbia hat ihre Familie versorgt und die Schule für ihre Kinder und Verwandten bezahlt. Seit ihrer Festnahme ist die Versorgung ihrer Familie gefährdet.
Malis Behörden werfen Rokiatou Doumbia unter anderem "kriminelle Verschwörung", "Verleumdung des Staatsoberhaupts", "Aufruf zum Aufstand" und die "Störung der öffentlichen Ordnung" vor. Obwohl zwei der Anklagepunkte später aufgehoben wurden, ist Rokiatou im August 2026 zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt worden wegen "Diskreditierung des Staates" und "krimineller Verschwörung" – davon sieben Jahre in Haft und drei Jahre auf Bewährung.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Verfahren gegen Rokiatou Doumbia als politisch motiviert. Ihr Fall steht beispielhaft für den Anstieg autoritärer Praktiken in Mali. Besonders Frauen, die sich öffentlich äußern, sind staatlicher Repression und geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Online-Schikanen ausgesetzt.
Fordere die malischen Behörden auf, Rokiatou Doumbia sofort und bedingungslos freizulassen.