Tunesien: Ayachi Hammami – Nach Scheinprozess acht Jahre Haft
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Ayachi Hammami hat sich jahrzehntelang für Menschen eingesetzt, deren Rechte verletzt worden sind. Jetzt ist der bekannte Menschenrechtsanwalt selbst zu acht Jahren Haft verurteilt worden – in einem sechsminütigen Scheinprozess.
Ayachi Hammami ist Menschenrechtsanwalt, Ehemann, Vater und Großvater. Er setzte sich für Menschenrechte sowie die Unabhängigkeit der Justiz in Tunesien ein. Seit Präsident Kais Saied 2021 seine Macht ausgeweitet hat, kritisierte Ayachi offen die zunehmende staatliche Unterdrückung und autoritäre Entwicklung in Tunesien.
Er verteidigte Anwält*innen, Richter*innen, Journalist*innen, Aktivist*innen und Oppositionspolitiker*innen, die wegen ihrer friedlichen Kritik an den Behörden verfolgt wurden. Nachdem Ayachi Angeklagte in einem sogenannten "Verschwörungsverfahren" verteidigt hatte, wurde auch er beschuldigt. Man warf ihm angebliche Straftaten im Zusammenhang mit Terrorismus vor.
Im April 2025 wurde Ayachi nach einem Scheinprozess, der etwa sechs Minuten dauerte, zu acht Jahren Haft verurteilt. Im November 2025 verringerte ein Berufungsgericht die Strafe auf fünf Jahre. Kurz nach seiner Inhaftierung trat er aus Protest für 45 Tage in den Hungerstreik.
Sein Fall steht für die zunehmende staatliche Unterdrückung in Tunesien. Immer häufiger werden Gerichte und Strafverfahren missbraucht, um Kritiker*innen einzuschüchtern und unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen. Doch selbst im Gefängnis inspiriert Ayachi andere Menschen durch seinen Mut, seine Haltung und seine Beharrlichkeit.
Fordere die sofortige und bedingungslose Freilassung von Ayachi Hammami. Er wird allein wegen seines friedlichen Einsatzes für Menschenrechte und seiner Arbeit als Anwalt festgehalten.