Termine

Amnesty International Frankfurt auf der Buchmesse 2026

Freitag, 9. Oktober und Samstag, 10. Oktober 2026, jeweils von 9:00 bis 18:30 Uhr

Sonntag, 11. Oktober 2026, von 9:00 bis 17:30 Uhr

Podiumsgespräch

Beschreibung

Amnesty International Frankfurt ist mit einem Infostand und dem StageTruck auf der Agora (zentraler Platz) vor Halle 3 vertreten. Insgesamt zwölf Aktionen und Gesprächsrunden werden von Freitag, den 9. Oktober bis Sonntag, den 11. Oktober stattfinden. Im Folgenden die Übersicht des Leseprogramms: 

  • Freitag 9. Oktober 2026

12.00 – 13.00: Autorenlesung „Judenretterin und Widerstandskämpferin.“

Erica Ludolph aus Frankfurt am Main bewies in der NS-Zeit unglaublichen Mut, denn sie rettete die jüdische Mutter einer Freundin. Nun liegt die erste Biografie Erica Ludolphs vor, die ein ebenso eindrückliches wie detailliertes Mosaik einer Epoche nachzeichnet, deren Einfluss bis zur heutigen Zeit nachwirkt.

Der Autor Dr. Dieter Maier liest aus der von ihm mitverfassten Biografie, die auf Aufzeichnungen von Erica Ludolph basieren. Im Gespräch mit Dr. Wolfgang Peikert, Amnesty International Frankfurt.

14.30 – 15.00: Die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, Dr. Julia Duchrow spricht über die Situation in Iran.

2022 gab der gewaltsame Tod einer jungen Kurdin, Jina Mahsa Amini, in Polizeigewahrsam, den Anstoß zur "Frau, Leben, Freiheit"- Bewegung. Ihr Kopftuch soll nicht richtig gesessen haben. Doch die sich anschließenden Proteste wurden brutal niedergeschlagen. In diesem Jahr hat die Unterdrückung der Bevölkerung in Iran einen traurigen neuen Höhepunkt erreicht, mit der blutigen Niederschlagung der Massenproteste im Januar. 

Dr. Julia Duchrow im Gespräch über den neuesten Iran- Bericht von Amnesty mit Samuel von Hören, Amnesty International Frankfurt.

15.00 – 16.00: „Die Neue Rechte und die Kinderliteratur.“

Dr. Caroline Roeder war Professorin an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg mit dem Forschungsschwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur. Sie spricht über die Neue Rechte und deren Strategien zur Verbreitung von neurechten Ideologien in Kinder- und Jugendliteratur ebenso über sogenannte Lektüreempfehlungen. Im Gespräch mit Amnesty International Frankfurt.

16.00 bis 17.00: „Chile – Neuigkeiten aus der Colonia Dignidad.“

Das deutsche Folter- und Sektenlager Colonia Dignidad in Chile sorgt nach wie vor für Neuigkeiten. Der Autor und ausgewiesene Experte Dieter Maier berichtet über den von der Bundesregierung aufgelegten Hilfsfonds für die Opfer der Siedlung und über den bisher gescheiterten Plan, dort einen Gedenkort zu errichten. Er skizziert erstmalig die Ökonomie der Siedlung. Über die unlängst freigegebenen und hier wiedergegebenen Akten des Bundesnachrichtendienstes (BND) zur Colonia Dignidad heißt es in seinem neuen Buch: „Im deutschen Behördenversagen bezüglich der Colonia Dignidad nimmt der BND einen prominenten Platz ein.“ 

Dr. Dieter Maier liest aus seinem neuen Buch. Im Gespräch mit Dr. Hans-Ulrich Euler, Amnesty International Frankfurt.

  • Samstag 10. Oktober 2026

11.00 – 12.00: „Todesstrafe weltweit: Wo stehen wir heute?“

Noch immer werden weltweit Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der heutige Internationale Tag gegen die Todesstrafe ist Anlass, genauer hinzusehen: Amnesty International Frankfurt gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen, Todesurteile und Vollstreckungen weltweit. 

13.00 – 14.00: „Hongkong – Das leise Verschwinden der Freiheit.“

Die Meinungs- und Pressefreiheit stehen in Hongkong seit Jahren unter enormem Druck. Die Verurteilung des pro-demokratischen Verlegers Jimmy Lai im Dezember 2025 und seine anschließende Verurteilung zu 20 Jahren Haft im Februar 2026 versetzten der Pressefreiheit einen verheerenden Schlag. Nun geraten unabhängige Buchhandlungen ins Visier des Staates, und ihre Inhaber sowie Mitarbeiter werden verhaftet. Die stille Performance „BOOKS WE CANNOT READ“ von Mitgliedern des Vereins „Hongkongers in Germany“ macht die dramatische Menschenrechtslage in Hongkong eindringlich deutlich.

Aniessa Andresen, Vorsitzende des Vereins „Hongkongers in Germany“, im Gespräch mit Sven Rauschmann von Amnesty International Frankfurt.

14.00 – 15.00: Uganda – Autorenlesung „Der einzige Stern am Himmel“. 

Otoniya Juliane Okot Bitek ist eine ugandisch-kanadische Autorin und Wissen-schaftlerin. In ihrem Debütroman „Der einzige Stern am Himmel“ spürt sie dem Leben von jungen Frauen nach, die als Schulkinder entführt wurden und die Gefangenschaft der Lord’s Resistance Armee im Norden Ugandas überlebt haben. Schaffen sie es ein, „neues“ Leben zu beginnen?

Im Gespräch/Lesung mit Beate Meyer und Mathias Hermann, Amnesty International Frankfurt

15.00 – 16.00: Iran – ein kritischer Blick auf Schulbücher.

Ziel von Schulbildung sollte sein, Schüler*innen bei der Entwicklung ihrer Persön-lichkeit zu unterstützen und sie auf ihr Leben  als verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft vorzubereiten. Eigentlich.

Frau Nahid Dorostkar, Dozentin für persische Literatur mit jahrelanger Berufserfahrung in iranischen Schulen, erläutert anhand diverser Schulbücher das darin vermittelte Weltbild. Im Gespräch mit Dr. Houman Amjadi, Amnesty International Frankfurt.

  • Sonntag 11. Oktober 2026

11.00 – 12.00: „Beim Namen nennen – Gemeinsam gegen das Vergessen“ heißt die Aktion der OMAS GEGEN RECHTS Frankfurt -  Uffbasse.

Die Toten des Mittelmeeres dem Vergessen zu entreißen, das wird durch das Lesen von Namenslisten Verstorbener versucht.

Die Listen wurden von „United for intercultural action“, einer internationalen NGO, erstellt und zur Verfügung gestellt. Hannelore Hertel von den Omas im Gespräch mit Barbara Lueken, Amnesty International Frankfurt.

12.00 – 13.00: Afghanistan - Bildung unter den Taliban – was lernen Mädchen und Jungen heute?

Seit 2021 hat sich das Bildungssystem in Afghanistan tiefgreifend verändert. Mädchen sind vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen, während auch die Bildung von Jungen von Veränderungen bei Lehrplänen, Unterrichtsinhalten und Lernbeding-ungen geprägt ist. Welche Folgen hat dies für die Entwicklung, Selbstbestimmung und Zukunft eines Kindes?

Im Gespräch: Mariam Wahed, Pädagogin und Azada Sharifi, Klinische Psychologin, Amnesty International Frankfurt

13.00 bis 14.00: Russland – Indoktrination im Klassenzimmer.

In Schulbüchern und im Unterricht wird gezielt staatliche Propaganda mit einem einheitlichen Geschichtsbild vermittelt. Lehrkräfte stehen unter Druck, die Online-Aktivitäten ihrer Schüler*innen zu überwachen, Informationen über deren Einstellungen zu sammeln und den Behörden abweichende Meinungen zu politischen und sozialen Themen zu melden. Wenn Kindern die Möglichkeit genommen wird, sich eine eigene Meinung zu bilden und unabhängiges, kritisches Denken zu erlernen, verletzt dieses Vorgehen der russischen Behörden das Recht von Kindern auf eine hochwertige Bildung. 

Über den aktuellen Bericht von Amnesty sprechen Dimitry Peters und Dr. Vedrin Sahovic, Amnesty International Frankfurt.

14.00 – 15.00: Türkei – Autorenlesung „Die dunkle Nacht des langen Winters“.

Barbaros Altuğ ist ein türkischer Schriftsteller und Journalist, der wegen seiner Artikel über LGBTI+ und Minderheitenrechte 2016 die Türkei verlassen musste. Seitdem lebt er in Berlin. Sein neuestes Buch „Die dunkelste Nacht eines langen Winters“ führt uns in eine Realität, in der Gewalt gegen queere Menschen oft von der Öffentlichkeit verdrängt wird. Im Gespräch/Lesung mit Koray Can Civelek und Magdalena Jahn, Amnesty International Frankfurt.

Veranstaltungsort

Frankfurter Buchmesse
Ludwig-Erhard-Anlage 1
Frankfurt 60327
Deutschland