Daniyal Mueenuddin: Andere Räume, andere Träume
Buchcover: "Andere Räume, andere Träume" von Daniyal Mueenuddin
© Suhrkamp Verlag GmbH und Co. KG
In Pakistan ereignen sich Bombenanschläge mit einer grauenhaften Regelmäßigkeit. Der islamistische Terror geht weiter, wie auch der Kampf dagegen, und der Westen blickt mit Sorge auf die Atommacht. Über den Alltag in Pakistan, der von Korruption und Armut geprägt ist, ist hingegen wenig bekannt. Das gilt auch für das Landleben, das bis heute feudalen Regeln folgt und jedem seinen gesellschaftlichen Platz zuweist.
In seinem Buch "Andere Räume, andere Träume" erzählt der pakistanische Autor Daniyal Mueenuddin in acht ineinander verwobenen Kurzgeschichten von Dienern und ihren Herren, von Macht und Korruption, von Liebe und Abhängigkeiten.
Im Zentrum steht die einflussreiche Familie Harouni. Da ist der alte K.K. Harouni, der mit der jungen Husna eine Liebesaffäre beginnt. Husna träumt von Reichtum, doch als Harouni stirbt, werfen seine Töchter sie aus dem Haus. Er erzählt von Jaglani, dem Verwalter, der sich bereichert und in die Politik einsteigt. Aus der Perspektive Lilys schildert Mueenuddin die Partyszene Islamabads, wo alles möglich ist, wenn man nur Geld hat.
In den brillant erzählten Geschichten macht sich immer wieder Unglück breit. Mueenuddin hält für seine Figuren kein Happy End bereit: Er lässt ihre Träume zerplatzen, nicht zuletzt an den inneren Barrieren der Gesellschaft.
Von Sonja Ernst, Amnesty Journal Juni 2010
Daniyal Mueenuddin: Andere Räume, andere Träume. Suhrkamp Verlag, Berlin 2010, 289 Seiten, 19,90 Euro
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