Welt-Habitat-Tag: Kein Grund zum Feiern
Waruku-Siedlung nach der Zwangsräumung, Nairobi
© Amnesty
4. Oktober 2010 - Die Regierungen feiern heute den Welt-Habitat-Tag – und ignorieren gleichzeitig das Schicksal von über einer Milliarde Menschen in rund 200.000 Slums weltweit.
"Vor wenigen Wochen versprachen die Regierungen in New York, 100 Millionen Menschen in Slums Hilfe zu leisten. Das Problem dabei: es leben über eine Milliarde Menschen in Slums. Sie haben keinen Zugang zu Wasser, Schulen, Sanitäranlagen oder zur Gesundheitsversorgung," sagte Widney Brown, Abteilungsleiterin für Internationales Recht bei Amnesty International.
Weltweit werden Menschen widerrechtlich aus ihren Häusern und von ihrem Land vertrieben: Angehörige der Roma in Europa ebenso wie Slumbewohner in Delhi, und die 200.000 Menschen, denen in Port Harcourt in Nigeria die Räumung bevorsteht.
Beim diesjährigen Millenniumsgipfel, der vom 20.-23. September in New York stattfand, haben es die Staats-und Regierungschefs versäumt, ein Ende der Zwangsräumungen zu fordern. Dabei gibt es eindeutige Beweise dafür, dass Zwangsräumungen die Menschen weiter in die Armut treiben und alle Millenniumsziele untergraben. Die Teilnehmer des Gipfels forderten stattdessen die "Einwohnerzahlen von Slums zu reduzieren" – was neue Zwangsräumungen befürchten lässt.
"Von Frankreich über Simbabwe und Kambodscha haben wir dokumentiert, wie Regierungen die Häuser der Ärmsten ihrer Länder zerstören. Die Menschen, die ihre Häuser verlieren, werden vom Recht im Stich gelassen, bekommen keine Wiedergutmachungen und keinen Platz zum Wohnen," sagte Widney Brown.
"Es ist an der Zeit für die Staatsoberhäupter ihren Worten Taten folgen zu lassen und die Rechte der Slumbewohner zu schützen."
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