Sorge um Sicherheit

Ein führender Umweltaktivist und seine Frau sind im nördlichen mexikanischen Bundesstaat Chihuahua getötet worden. Zuvor hatten sie regelmäßig Morddrohungen erhalten. Es besteht Sorge um die Sicherheit weiterer Familienangehöriger und führender Mitglieder der Organisation der beiden Getöteten.

Appell an

REGIERUNGSBEAUFTRAGTER FÜR DEN BUNDESSTAAT CHIHUAHUA
Lic. Raymundo Romero Maldonado

Palacio de Gobierno 1er Piso
Calle Aldama No. 901
Colonia Centro C.P. 31000
Chihuahua, Chih.
MEXIKO
(Anrede: Estimado Señor Secretario / Sehr geehrter Herr Maldonado / Dear Mr Maldonado)
Fax: (00 52) 614 4299 341

INNENMINISTER
Dr. Alejandro Poiré Romero
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F.
C.P. 06600
MEXIKO
(Anrede: Estimado Ministro / Sehr geehrter Herr Innenminister / Dear Minister)
Fax: (00 52) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Centro de Derechos Humanos de las Mujeres – CEDEHM
E-Mail: comunicacion.cedehm@gmail.com

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S. E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23 700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 6. Dezember 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte garantieren Sie die Sicherheit der Familie von Ismael Solorio Urrutia und der führenden Mitglieder der Vereinigung El Barzón in Chihuahua.

  • Leiten Sie bitte umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Tötung von Ismael Solorio Urrutia und Manuela Solís Contreras ein und ziehen Sie die Verantwortlichen zur Rechenschaft.

  • Bitte untersuchen Sie die wiederholten Drohungen, die Ismael Solorio Urrutia und andere Mitglieder von El Barzón erhalten haben.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the federal and state authorities to guarantee the safety of Ismael Solorio Urrutia’s family and leader members of the movement El Barzón, Chihuahua.

  • Demanding the authorities carry out a swift, full and impartial investigation into the killing of Ismael Solorio Urrutia and his wife Manuela Solís Contreras, and bring those responsible to justice.

  • Urging the authorities to investigate the pattern of threats received by Ismael Solorio Urrutia and members of the movement El Barzón, Chihuahua.

Sachlage

Am 22. Oktober wurden der Aktivist Ismael Solorio Urrutia und seine Frau Manuela Solís Contreras tot aufgefunden. Ismael Solorio Urrutia wies eine Schussverletzung am Kopf auf und Manuela Solís Contreras war mit einem Schuss in die Brust getötet worden. Die Eheleute waren Mitglieder der Kleinbauernvereinigung El Barzón gewesen und befanden sich zum Zeitpunkt der Tat gerade auf dem Weg zu einem Arzttermin in der Stadt Chihuahua. Im Bundesstaat Chihuahua herrscht Wassermangel, weshalb sich Ismael Solorio Urrutia für einen besseren Zugang zu Wasser eingesetzt hatte.

Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge waren die AktivistInnen in der Vergangenheit bereits wiederholt bedroht worden. Im September erhielten Ismael Solorio Urrutia und andere Mitglieder von El Barzón anonyme Morddrohungen. Diese Drohungen wurden offiziell beim Regierungsbeauftragten für den Bundesstaat Chihuahua (Secretario de Gobierno del Estado de Chihuahua) angezeigt. Dennoch gingen weitere Drohungen ein, und am 13. Oktober wurden Ismael Solorio Urrutia und sein Sohn tätlich angegriffen. Der Angreifer soll Angestellter eines Bergbauunternehmens gewesen sein, welches indirekt in die Auseinandersetzung um den Zugang zu Wasser involviert ist. Am 15. Oktober beantragten Mitglieder von El Barzón ein Treffen mit dem Regierungsbeauftragten für den Bundesstaat Chihuahua, um ihn zu bitten, weitere Übergriffe zu verhindern und die für die Morddrohungen Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Behörden lehnten ein solches Treffen jedoch ab und ergriffen keine weiteren Maßnahmen.

Die Kleinbauernvereinigung El Barzón spricht sich seit einiger Zeit gegen die Niederlassung eines Bergbauunternehmens auf dem Gelände des gemeinschaftlich geleiteten Bauernhofs (Ejido) Benito Juárez in Buenaventura im Bundesstaat Chihuahua aus. Mitglieder von El Barzón halten derzeit Protestveranstaltungen (plantón) vor den Behördengebäuden der Stadt Chihuahua ab. Sie wollen erreichen, dass der Gouverneur des Bundesstaates aktiv wird und ihnen Gerechtigkeit verschafft.