Drohung per Telefon

Häufig werden Migranten in Mexiko Opfer krimineller Banden

Häufig werden Migranten in Mexiko Opfer krimineller Banden

Der Verteidiger der Rechte von MigrantInnen, Bruder Tomás González, hat am 9. September einen Drohanruf erhalten. Amnesty International geht davon aus, dass er aufgrund seiner Arbeit in der Migrantenherberge La 72 und dem Menschenrechtszentrum Usumacinta bedroht wurde.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin in großer Sorge um die Sicherheit von Tomás González und anderen MenschenrechtsverteidigerInnen, die in der Migrantenherberge La 72 in Tenosique und im Menschenrechtszentrum Usumacinta arbeiten.

  • Ich möchte Sie daher dringend bitten, umgehend in Absprache mit den Betroffenen wirksame Schutzmaßnahmen für sie zu ergreifen, dazu gehören auch Polizeipatrouillen.

  • Ich fordere Sie höflich auf, unverzüglich eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Drohungen gegen Tomás González einzuleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

  • Ich möchte Sie an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 erinnern, derzufolge MenschenrechtsverteidigerInnen das Recht haben, ihre Arbeit ohne Einschränkung und Angst vor Repressalien auszuführen.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Express concern for the safety of Fray Tomás González, and other human rights defenders working at the migrants shelter La 72 in Tenosique and staff at the Usumacinta Human Right Centre.

  • Call for protection measures, including police patrols, to be implemented immediately in strict accordance with the wishes of those at risk.

  • Call on the authorities to fully and impartially investigate the threats and intimidation against Fray Tomás González and for those responsible to be brought to justice.

  • Remind the authorities of their obligation to ensure that human rights defenders can carry out their legitimate work without fear of reprisal, as established in the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders.

Sachlage

Am 9. September erhielt der Geistliche Tomás González gegen 9:30 Uhr einen Telefonanruf in seiner lokalen Gemeinde in Tenosique. Der Anrufer teilte Tomás González mit, dass er aus einem örtlichen Gefängnis anriefe und identifizierte sich als Familienangehöriger eines Mitarbeiters des mexikanischen Einwanderungsinstituts (Instituto Nacional de Migración – INM). Der Anrufer wollte wissen, warum Bruder Tomás González seinen Angehörigen so viel Leid angetan habe, indem das Menschenrechtszentrum Usumacinta (Centro de Derechos Humanos del Usumacinta - CDHU) Anzeige erstattet hatte. Dann drohte der Anrufer Tomás González mit den Worten: „Dir wird etwas zustoßen“ und legte auf.

Das von Tomás González gegründete CDHU hat sich letzthin für Gerechtigkeit im Fall von verschleppten MigrantInnen stark gemacht und hatte wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen an MigrantInnen Anzeigen gegen INM-MitarbeiterInnen erstattet. Das CDHU und die Migrantenherberge, die ebenfalls von Bruder Tomás González geleitet wird, spielten eine wichtige Rolle bei der Unterstützung einer vertriebenen guatemaltekischen Gemeinschaft, die in Mexiko Zuflucht gesucht hatte.

Einer weiteren Aktivistin der Migrantenherberge wurde geraten, ihre Arbeit in der Herberge einzustellen, nachdem sie kürzlich bei einem Treffen zwischen dem CDHU und der staatlichen Menschenrechtskommission zu Schutzmaßnahmen für MenschenrechtsverteidigerInnen photographiert worden war. Amnesty International ist besorgt darüber, dass Schutzmaßnahmen, denen die Behörden zuvor zugestimmt hatten, nicht umgesetzt wurden.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin in großer Sorge um die Sicherheit von Tomás González und anderen MenschenrechtsverteidigerInnen, die in der Migrantenherberge La 72 in Tenosique und im Menschenrechtszentrum Usumacinta arbeiten.

  • Ich möchte Sie daher dringend bitten, umgehend in Absprache mit den Betroffenen wirksame Schutzmaßnahmen für sie zu ergreifen, dazu gehören auch Polizeipatrouillen.

  • Ich fordere Sie höflich auf, unverzüglich eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Drohungen gegen Tomás González einzuleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

  • Ich möchte Sie an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 erinnern, derzufolge MenschenrechtsverteidigerInnen das Recht haben, ihre Arbeit ohne Einschränkung und Angst vor Repressalien auszuführen.

[APPELLE AN]

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretario de Gobernación
Abraham González No. 48
Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Señor Secretario/ Sehr geehter Herr Innenminister)
Fax: (00 52) 55 5093 3414 (eine Stimme wird Sie bitten, die Durchwahl zu wählen: 323 56)

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES TABASCO
Q.F.B. Andrés Granier Melo
Independencia # 2, Col. Centro,
Villahermosa, Tabasco,
México, CP 86000

MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/Estimado Gobernador/ Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 52) 993 314 2612
E-Mail: gobernador@tabasco.gob.mx

KOPIEN AN
PRÄSIDENT VON TENOSIQUE
Lic. Raúl Gustavo Gutiérrez Cortés
Calle 21 X 26 Frente al Parque Central
Col. Centro 86900, Tenosique
Tabasco
MEXIKO
Fax: (00 52) 934 3420036 (Bitten Sie um den Faxton: Tono de fax, por favor)
E-Mail: presidenciatenosique2010-2012@hotmail.com

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Oktober 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Appell an:

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretario de Gobernación
Abraham González No. 48
Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Señor Secretario/ Sehr geehter Herr Innenminister)
Fax: (00 52) 55 5093 3414 (eine Stimme wird Sie bitten, die Durchwahl zu wählen: 323 56)

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES TABASCO
Q.F.B. Andrés Granier Melo
Independencia # 2, Col. Centro,
Villahermosa, Tabasco,
México, CP 86000

MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/Estimado Gobernador/ Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 52) 993 314 2612
E-Mail: gobernador@tabasco.gob.mx

Sende eine Kopie an:

PRÄSIDENT VON TENOSIQUE
Lic. Raúl Gustavo Gutiérrez Cortés
Calle 21 X 26 Frente al Parque Central
Col. Centro 86900, Tenosique
Tabasco
MEXIKO
Fax: (00 52) 934 3420036 (Bitten Sie um den Faxton: Tono de fax, por favor)
E-Mail: presidenciatenosique2010-2012@hotmail.com

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Oktober 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die MitarbeiterInnen des Menschenrechtszentrums Usumacinta (CDHU) arbeiten eng mit der Migrantenherberge La 72 (Zufluchtsort für MigrantInnen) in Tenosique im Bundesstaat Tabasco zusammen. In den vergangenen Monaten sind die MitarbeiterInnen des CDHU aufgrund ihrer Arbeit für die Rechte von MigrantInnen schikaniert worden.

MenschenrechtsverteidigerInnen sehen sich aufgrund ihrer Arbeit häufig Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegenüber. Sie sind insbesondere zur Zielscheibe geworden, weil sie die Menschenrechtsverletzungen an MigrantInnen durch BehördenvertreterInnen und kriminelle Banden thematisieren. Amnesty International hat kürzlich einen Film über die schwierige Lage mittelamerikanischer MigrantInnen auf ihrem Weg durch Mexiko und die Menschen, die ihnen dabei zur Seite stehen, gedreht. Den Film finden Sie hier: http://www.amnesty.de/2010/11/8/invisibles-migranten-mexiko.