Ohne Anklage inhaftiert
Ein Anwalt befindet sich im sudanesischen Bundesstaat Süd-Darfur ohne Anklage in Haft. Er könnte gefoltert und anderweitig misshandelt werden.
Appell an
PRÄSIDENT
HE Omar Hassan Ahmad al-Bashir
Office of the President
People's Palace
PO Box 281
Khartoum, SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
JUSTIZMINISTER
Mohamed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302
Al Nil Avenue
Khartoum
SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: mb.dosa@gmail.com
Sende eine Kopie an
INNENMINISTER
Ibrahim Mahmoud Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum
SUDAN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha’aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-8940 9693
E-Mail: poststelle@botschaft-sudan.de oder sudaniberlin@hotmail.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 13. November 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Sachlage
Adam Sharief arbeitet als Anwalt und ist Koordinator der Anwaltsvereinigung Darfur Bar Association im sudanesischen Bundesstaat Süd-Darfur. Er wurde am 26. September festgenommen und wird ohne Anklage und Zugang zu einem Rechtsbeistand vom sudanesischen Geheimdienst in Nyala festgehalten.
Sechs Tage vor seiner Festnahme gab Adam Sharief dem unabhängigen Radiosender Radio Dabanga ein Interview. Darin kritisierte er den Gouverneur von Süd-Darfur wegen der schlechten Sicherheitslage in Nyala, der Hauptstadt des Bundesstaates. Er erhob den Vorwurf, die örtlichen Behörden würden Milizen für sich arbeiten lassen, welche die Verantwortung für eine Reihe von Tötungen tragen, die in jüngster Zeit in Nyala begangen wurden. Unter anderem töteten sie Ismail Ibrahim Wadi, einen bekannten Geschäftsmann der Region, sowie dessen Sohn und Neffen. Adam Sharief übte zudem Kritik daran, dass die Sicherheitskräfte am 19. September scharfe Munition gegen Demonstrierende einsetzten, die sich am Tag der Beisetzung von Ismail Ibrahim Wadi versammelt hatten. Berichten zufolge wurden dabei mindestens fünf Menschen getötet und 48 so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Amnesty International befürchtet, dass Adam Sharief allein wegen der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert wurde. Die Organisation fordert daher seine sofortige Freilassung, sofern er keiner als Straftat anerkannten Handlung angeklagt wird.
[BITTE SCHREIBEN SIE]
LUFTPOSTBRIEFE ODER E-MAILS MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich fordere Sie auf, Adam Sharief entweder einer international als Straftat anerkannten Handlung anzuklagen oder ihn umgehend und bedingungslos freizulassen.
-
Bitte stellen Sie sicher, dass Adam Sharief in Haft weder gefoltert noch in anderer Weise misshandelt wird.
- Respektieren Sie die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit in Süd-Darfur.
[APPELLE AN]
PRÄSIDENT
HE Omar Hassan Ahmad al-Bashir
Office of the President
People's Palace
PO Box 281
Khartoum, SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
JUSTIZMINISTER
Mohamed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302
Al Nil Avenue
Khartoum
SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: mb.dosa@gmail.com
KOPIEN AN
INNENMINISTER
Ibrahim Mahmoud Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum
SUDAN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha’aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-8940 9693
E-Mail: poststelle@botschaft-sudan.de oder sudaniberlin@hotmail.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 13. November 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Am 18.September kam es in Nyala zu Protesten, nachdem Ismail Ibrahim Wadi, ein bekannter ortsansässiger Geschäftsmann und Präsident des örtlichen Fußballteams, sowie dessen Sohn und Neffe getötet worden waren. Die Demonstrierenden machten von den örtlichen Behörden beauftragte Milizen für die Tötungen verantwortlich. Nach der Beerdigung von Ismail Ibrahim Wadi am darauffolgenden Tag versammelten sich zahlreiche Demonstrierende rund um die Regierungsgebäude in Süd-Darfur und forderten den Rücktritt des Gouverneurs. Während der Proteste wurden mehrere Fahrzeuge, unter anderem auch das des Gouverneurs, in Brand gesteckt. Die Polizei reagierte darauf mit dem Einsatz von Tränengas und scharfer Munition. Mindestens fünf Menschen kamen dabei ums Leben.
Menschenrechtsgruppen in Süd-Darfur haben sich bereits mehrfach über Milizen beschwert, die mit den örtlichen Behörden der Region zusammenarbeiten. Laut örtlicher Medien sind dieses Jahr bereits mindestens sieben Menschen von Milizen getötet worden.