Von Soldaten gefoltert

Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez wurden im Bundesstaat Morelos von Soldaten willkürlich festgenommen und gefoltert. Einige Stunden später ließen die Soldaten die Männer wieder frei, drohten ihnen jedoch und sagten, dass sie in Gefahr seien, wenn sie über diesen Vorfall berichteten. Die beiden jungen Männer könnten in Lebensgefahr sein.

Appell an

GENERALSTAATSANWALT DES BUNDESSTAATES MORELOS
Lic. Pedro Luís Benítez Vélez
Procurador del Estado de Morelos
Emiliano Zapata 803
Col. Buena Vista
Cuernavaca 62000
Morelos, MEXICO
Fax: (0052) 777 329-15-00 (Durchwahl: 1285 oder sagen Sie "Me da tono de fax, por favor")
E-Mail: pedro.benitez@morelos.gob.mx

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Gral. Guillermo Galván Galván
Secretario de la Defensa Nacional
Secretaría de la Defensa Nacional
Blvd. Manuel Ávila Camacho s/n,
Col. Lomas de Sotelo, C.P. 11640
México D.F., MEXICO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Señor Secretario)
Fax: (0052) 55 5395 2935

INNENMINISTER
Secretario de Gobernación
Lic. Fernando F. Gómez-Mont Urueta
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso,
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc,
México D.F., C.P.06600, MEXICO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Señor Secretario)
Fax: (0052) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Comisión Independiente de Derechos Humanos de Morelos
E-Mail: cidhmorelos@gmail.com

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Herrn Miguel Angel Padilla Acosta, Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 1. Oktober 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE

  • urging the authorities to ensure that Silverio Ivan Jaimes Filio and Jorge Raúl Jaimes Jiménez are given appropriate protection, in accordance with their wishes, after they were detained, tortured and threatened on 14 August by soldiers in Cuernavaca, Morelos state;

  • calling on the civilian authorities to conduct an independent and impartial investigation into this incident, and bring those responsible to justice;

  • calling for effective measures to ensure military anti-crime operations are carried out in accordance with national and international human rights law, and that any alleged abuses are promptly and impartially investigated by the civilian authorities.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • bei den Behörden darauf drängen, dass Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez in angemessener Weise und ihren Wünschen entsprechend geschützt werden, nachdem sie am 14. August in Cuernavaca im Bundesstaat Morelos gefangen genommen, gefoltert und bedroht wurden;

  • die zivilen Behörden dazu auffordern, eine unabhängige und unparteiische Untersuchung des Vorfalls durchzuführen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;

  • fordern, dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass militärische, gegen Kriminalität gerichtete Operationen dem Gesetz und den internationalen Menschenrechtsstandards entsprechend ausgeführt werden, und fordern, dass sämtliche Vorwürfe über Menschenrechtsverletzungen umgehend und unparteiisch untersucht werden.

Sachlage

Am 14. August 2009 waren Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez mit dem Auto in der Stadt Cuernavaca in der Nähe der Hauptstadt Mexiko-Stadt unterwegs, als um 10.30 Uhr ein Streit mit Männern ausbrach, die die Straße an einer Ampel überquerten. Fast augenblicklich waren uniformierte Soldaten und Polizeibeamte vor Ort. Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez wurden in einen Militärlaster gezerrt und an einen unbekannten Ort gebracht. Die beiden Männer glauben, dass es sich dabei um Kasernengebäude handelte.

Nach Aussagen der beiden Betroffenen drohten die Soldaten ihnen in den folgenden Stunden mit Folter, Vergewaltigung und ihrer Ermordung. Man verband ihnen die Augen, schlug sie am ganzen Körper, trat ihnen gegen den Kopf, in die Rippen und in den Rücken, während sie am Boden lagen. Die Soldaten befragten Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez immer wieder nach möglichen Verbindungen zu Drogendealern, was die beiden Männer verneinten. Die Soldaten sagten zu den Beiden, dass sie ihnen Elektroschocks geben, sie vergewaltigen, ertränken und eine Schlucht hinunter werfen würden. Den Aussagen von Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez zufolge drohten ihnen die Soldaten weiter: "Wenn ihr uns verratet, wird euch etwas Schreckliches zustoßen, und niemand wird uns etwas tun, denn wir sind Soldaten."

Silverio Iván Jaimes Filio und Jorge Raúl Jaimes Jiménez wurden einige Stunden später ohne Anklage freigelassen und an einer Straße außerhalb von Cuernavaca ausgesetzt. Sie haben den Vorfall im Büro der Generalstaatsanwaltschaft von Morelos gemeldet, erhalten jedoch keinen Schutz seitens der Behörden.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Seit 2007 werden Gewaltverbrechen in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität in Mexiko immer häufiger. Medien berichteten im Jahr 2008, dass im vergangenen Jahr mehr als 6.000 Menschen in gewalttätigen Zwischenfällen, die mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht werden, getötet wurden. Die Regierung unter Staatspräsident Calderón versucht, die zunehmende Gewalt einzudämmen, indem sie in den am stärksten betroffenen Gebieten tausende Bundespolizisten und mehr als 45.000 Soldaten einsetzt. Ein Rückgang der Kriminalität ist jedoch nicht zu verzeichnen. Stattdessen häufen sich laut der staatlichen Menschenrechtskommission Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch das Militär: gesetzeswidrige Hausdurchsuchungen, willkürliche Inhaftierungen, Folter und Tötungen habe sich zwischen 2006 und 2008 versechsfacht. Solche Fälle werden in der Regel von der Militärjustiz untersucht, und Verfahren finden vor Militärgerichten statt, sodass unparteiische und unabhängige Ermittlungen nicht garantiert sind und die große Mehrheit der Täter straffrei bleibt. Den Opfern und ihren Angehörigen wird somit das Recht auf Aufklärung der Taten und Bestrafung der Täter verwehrt. Militärangehörige sind sich der Tatsache, dass man sie in der Regel nicht zur Verantwortung zieht, bewusst.