Aktivist freigelassen
Lage von Saudi-Arabien und dem Sudan
© University of Texas Libraries
Der Aktivist Sultan al-Saadi wurde am 20. August ohne Anklage aus der Haft entlassen. Er war in Gewahrsam misshandelt worden und hatte keinen Zugang zu seinem Rechtsbeistand und seiner Familie.
Sachlage
Sultan al-Saadi wurde am 20. August ohne Anklage freigelassen, nachdem er 23 Tage lang an einem unbekannten Ort in Einzelhaft festgehalten worden war. Offenbar wurde er bezüglich des Twitter-Benutzerkontos "Ahrar Oman" verhört und zu den Aktivitäten ehemals inhaftierter omanischer AktivistInnen befragt. Sultan al-Saadi durfte während der Haft nur einmal seinen Rechtsbeistand sehen, und auch dann nur unter der Bedingung, dass ihn der Rechtsbeistand zu dem "Geständnis" überrede, der Nutzer des besagten Twitter-Kontos zu sein. Trotz wiederholter Anträge bei der Generalstaatsanwaltschaft durfte seine Familie ihn nicht besuchen. Die Generalstaatsanwaltschaft behauptete vielmehr, nichts über den Verbleib von Sultan al-Saadi zu wissen.
Sultan al-Saadi war am 29. Juli mit seiner Frau und zwei Kindern auf dem Weg nach Suhar im Norden des Landes, als er von 14 bewaffneten Männern, zwölf davon in Zivilkleidung, festgenommen wurde. Die Männer erklärten weder wer sie waren noch warum sie ihn festnahmen. Sie verbanden Sultan al-Saadi die Augen, dann brachten sie ihn zu seinem Haus, wo sie seinen Laptop und persönliche Gegenstände mitnahmen.
Sultan al-Saadi wurde weder angeklagt noch über die Gründe für seine Festnahme informiert. Er wurde in Einzelhaft gehalten und durfte keine Besuche seines Rechtsbeistands oder seiner Familie empfangen. Er wurde auf verschiedene Weise misshandelt, z. B. indem man ihn zwang, sich beim Verlassen seiner Zelle eine schwarze Tüte über den Kopf zu ziehen, selbst bei seinen sporadischen Toilettenbesuchen. Die GefängnisbeamtInnen behaupteten zudem fälschlicherweise, seine Familie habe ihn aufgegeben und um seine Inhaftierung gebeten.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.