Kleinbauern getötet
Lage Kolumbiens
© Amnesty
In den vergangenen Wochen sind im nordkolumbianischen Verwaltungsbezirk Tierralta zwei Sprecher kleinbäuerlicher Gemeinschaften ermordet worden. Amnesty International befürchtet nun, dass auch weitere BewohnerInnen der Region in großer Gefahr sind.
Appell an
PRÄSIDENT
Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República de Colombia
Palacio de Nariño, Carrera 8 No. 7-26
Bogotá D. C., KOLUMBIEN
(Anrede: Excmo. Sr. Presidente Santos /
Dear President Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631
VERTEIDIGUNGSMINISTER
Señor Juan Carlos Pinzón
Ministerio de Defensa
Carrera 54, no.26-29
Bogotá, KOLUMBIEN
(Anrede: Estimado Sr. Ministro Pinzón / Dear Minister Pinzón / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (0057) 1 266 1003
LANDWIRTSCHAFTSMINISTER
Francisco Estupiñán Heredia
Ministerio de Agricultura y Desarrollo Rural, Avenida Jiménez No 7-65, Piso 3
Bogotá
KOLUMBIEN
Fax: (00 57) 1 286 2649
(Anrede: Estimado Sr. Ministro Estupiñán / Dear Minister Estupiñán / Sehr geehrter Herr Minister)
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Taubenstr. 23
10117 Berlin
Fax: 030 26 39 61 25
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 16. September 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich möchte meine große Sorge um die kleinbäuerlichen Gemeinschaften in Alto Sinú zum Ausdruck bringen, darunter auch die Mitglieder von ASODECAS. Bitte leiten Sie in Absprache mit den gefährdeten Menschen Maßnahmen zu deren Schutz ein.
-
Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass die Tötungen von Emel Antonio Varela Tuberquia und Elmer Antonio Serna Usuaga umfassend und unabhängig untersucht werden. Sorgen Sie bitte dafür, dass die Ergebnisse dieser Untersuchungen anschließend veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
- Zudem bitte ich Sie, sich an Empfehlungen der UN zu halten, die den wirksamen Schutz von gefährdeten Gemeinschaften zum Ziel haben.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Expressing concern for the peasant farmers of Alto Sinú, including members of ASODECAS, and calling on the authorities to provide them with effective protection, in line with their wishes.
-
Demanding that the authorities order full and impartial investigations into the killings of Emel Antonio Varela Tuberquia and Elmer Antonio Serna Usuaga, and publish the results and bring those responsible to justice.
- Urging them to comply fully with UN recommendations on effectively protecting communities at risk.
Sachlage
Emel Antonio Varela Tuberquia, der Vorsitzende des lokalen Aktionsrats (Junta de Acción Comunal) im Dorf La Estrella des Verwaltungsbezirks Tierralta im Departamento Córdoba, wurde am 26. Juli bei sich zu Hause von Unbekannten ermordet. Vier Tage zuvor war Elmer Antonio Serna Usuaga, Vorsitzender des lokalen Aktionsrats des ebenfalls in Tierralta gelegenen Dorfs La Gloria, von Unbekannten getötet worden. Beide Männer waren Mitglieder der kleinbäuerlichen Vereinigung Asociación Campesina para el Desarrollo del Alto Sinú (ASODECAS). Alto Sinú ist ein Gebiet im Nordwesten Kolumbiens, das die beiden Verwaltungsbezirke Tierralta und Valencia im Departamento Córdoba umfasst. Nach vorliegenden Informationen sind in diesem Jahr in Alto Sinú bereits fünf SprecherInnen kleinbäuerlicher Gemeinschaften getötet worden.
ASODECAS ist eine von mehreren Organisationen, die am 26. und 27. April an einem Treffen in El Crucito (Tierralta) teilgenommen hatten, um auf die humanitäre und menschenrechtliche Krise in der Region aufmerksam zu machen. Bei dem Treffen waren fast 900 Personen aus verschiedenen Regionen des Landes anwesend. Auch Emel Antonio Varela Tuberquia und Elmer Antonio Serna Usuaga gehörten dazu. ASODECAS organisiert gerade verschiedene Veranstaltungen, die zwischen dem 14. und 28. August in verschiedenen Orten in Córdoba stattfinden sollen. Das Thema der Veranstaltungen ist der Friedensprozess in Kolumbien. Angesichts der jüngsten Tötungen fürchtet ASODECAS, dass die VertreterInnen der kleinbäuerlichen Gemeinschaften, die an diesen Veranstaltungen teilnehmen, in großer Gefahr sind.
Hintergrundinformation
Alle Parteien des seit langem andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien haben immer wieder das Recht der Zivilbevölkerung verletzt, nicht in den Konflikt hineingezogen zu werden. Die Konfliktparteien sind immer wieder für Menschenrechtsverstöße und Verletzungen des humanitären Völkerrechts verantwortlich. Amnesty International fordert alle Konfliktparteien – die Guerillagruppen und die Sicherheitskräfte – auf, diese Verstöße sofort und bedingungslos einzustellen.
ASODECAS setzt sich für das Recht auf Leben und Würde sowie für das Recht auf Wohnen und Aufenthaltsrechte der Zivilbevölkerung von Alto Sinú ein – einem Gebiet, in dem der bewaffnete Konflikt katastrophale Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung hat.