Vier Gefangene nach wie vor inhaftiert
Sieben Mitglieder der NGO Ayna Haqqi, die am 28. Mai in Bagdad festgenommen worden waren, sind nun wieder frei. Vier weitere am 27. Mai bei Protesten festgenommene Aktivisten befinden sich jedoch nach wie vor in Haft.
Appell an
BOTSCHAFT DER REPUBLIK IRAK
S. E. Herrn Hussain Mahmood Fadhlalla Alkhateeb
Pacelliallee 19 – 21, 14195 Berlin
Fax: 030-8148 8222
E-Mail: info@iraqiembassy-berlin.de
Bitten Sie um Weiterleitung an:
MINISTERPRÄSIDENT
His Excellency Nuri Kamil al-Maliki
Prime Minister
Convention Centre (Qasr al-Ma’aridh)
Baghdad, IRAK
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
MINISTER FÜR MENSCHENRECHTE
His Excellency Mohammad Shayaa al-Sudani
Convention Centre (Qasr al-Ma’aridh)
Baghdad, IRAK
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: info@humanrights.gov.iq
JUSTIZMINISTER
Hassan al-Shammari
Convention Centre (Qasr al-Ma’aridh)
Baghdad, IRAK
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Gewähren Sie Ahmed Alaa al Baghdadi, Jihad Jalil Ibrahim, Muayyad Faisal al-Tayeb und Ali Abdul Khaliq al Jaf umgehend Zugang zu ihren Familien und AnwältInnen.
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Ich fordere Sie dringend auf, die Inhaftierten sofort und bedingungslos freizulassen, falls sie nur deshalb festgehalten werden, weil sie friedlich von ihren Rechten auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht haben.
-
Stellen Sie bitte sicher, dass sowohl diese wie auch alle anderen Inhaftierten vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt werden. Sollten sich BeamtInnen der Folter schuldig gemacht haben, so fordere ich Sie auf, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
- Ich fordere Sie außerdem auf, die Rechte auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung im Irak bedingungslos zu respektieren.
Bitte senden Sie Ihre Appelle an die irakische Botschaft und bitten Sie um Weiterleitung an die Adressaten
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Call on the authorities to allow Ahmed Alaa al Baghdadi, Jihad Jalil Ibrahim, Muayyad Faisal al-Tayeb and Ali Abdul Khaliq immediate access to their families and lawyers.
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Call on them to release the four activists immediately and unconditionally if they are being held solely for the peaceful exercise of their rights to freedom of expression and assembly.
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Urge them to ensure that these activists and all other detainees are protected against possible torture or other ill-treatment, and that any officials responsible for torture are brought to justice.
- Call on them to respect fully the rights to peaceful assembly and freedom of expression in Iraq.
Sachlage
Am 28. Mai hatten irakische Sicherheitskräfte mindestens elf Mitglieder der lokalen Nichtregierungsorganisation Ayna Haqqi ("Wo ist mein Recht") in deren Zentrale in Bagdad festgenommen. Vier von ihnen wurden am darauf folgenden Tag freigelassen, die restlichen sieben blieben jedoch vorerst in Haft. Am 3. Juni ließ man schließlich auch die sieben verbleibenden Aktivisten frei. Irakischen Quellen zufolge sind sie in guter gesundheitlicher Verfassung und wurden ohne Anklage freigelassen. Amnesty International kann diese Information bislang noch nicht mit Sicherheit bestätigen.
Die vier weiteren Inhaftierten Ahmed Alaa al Baghdadi, Jihad Jalil Ibrahim, Muayyad Faisal al-Tayeb und Ali Abdul Khaliq al Jaf, die am 27. Mai festgenommen worden waren, befinden sich weiterhin in Haft und haben nach wie vor weder Zugang zu einem Rechtsbeistand noch Kontakt zu ihren Familien. Berichten aus Bagdad zufolge soll ihnen dies jedoch ab dem 11. Juni ermöglicht werden.
Die vier zwischen 19 und 29 Jahre alten Männer wurden am 27. Mai kurz vor einer geplanten Demonstration in Bagdad festgenommen. Sie hatten bereits zuvor zu friedlichen Protesten aufgerufen und daran teilgenommen, um die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage und die Lebensbedingungen im Irak zu kritisieren. Ihnen wird zur Last gelegt, gefälschte Personalausweise zu besitzen. Amnesty International geht jedoch davon aus, dass ihre Festnahme und Inhaftierung auf die Teilnahme an friedlichen Protesten zurückzuführen sein könnte, bei denen sie auf rechtmäßige Weise von ihren Rechten auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht haben.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Gewähren Sie Ahmed Alaa al Baghdadi, Jihad Jalil Ibrahim, Muayyad Faisal al-Tayeb und Ali Abdul Khaliq al Jaf umgehend Zugang zu ihren Familien und AnwältInnen.
-
Ich fordere Sie dringend auf, die Inhaftierten sofort und bedingungslos freizulassen, falls sie nur deshalb festgehalten werden, weil sie friedlich von ihren Rechten auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht haben.
-
Stellen Sie bitte sicher, dass sowohl diese wie auch alle anderen Inhaftierten vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt werden. Sollten sich BeamtInnen der Folter schuldig gemacht haben, so fordere ich Sie auf, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
- Ich fordere Sie außerdem auf, die Rechte auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung im Irak bedingungslos zu respektieren.
Bitte senden Sie Ihre Appelle an die irakische Botschaft und bitten Sie um Weiterleitung an die Adressaten
[APPELLE AN]
BOTSCHAFT DER REPUBLIK IRAK
S. E. Herrn Hussain Mahmood Fadhlalla Alkhateeb
Pacelliallee 19 – 21, 14195 Berlin
Fax: 030-8148 8222
E-Mail: info@iraqiembassy-berlin.de
Bitten Sie um Weiterleitung an:
MINISTERPRÄSIDENT
His Excellency Nuri Kamil al-Maliki
Prime Minister
Convention Centre (Qasr al-Ma’aridh)
Baghdad, IRAK
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
MINISTER FÜR MENSCHENRECHTE
His Excellency Mohammad Shayaa al-Sudani
Convention Centre (Qasr al-Ma’aridh)
Baghdad, IRAK
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: info@humanrights.gov.iq
JUSTIZMINISTER
Hassan al-Shammari
Convention Centre (Qasr al-Ma’aridh)
Baghdad, IRAK
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Angeregt durch die Aufstände in Tunesien und Ägypten protestierten seit Anfang Februar 2011 zehntausende IrakerInnen gegen Korruption, Arbeitslosigkeit sowie die mangelnde Grundversorgung und fordern mehr zivile und politische Rechte ein. Im irakischen Teil von Kurdistan protestierten Demonstrierende außerdem gegen die beiden lokalen politischen Parteien, die bereits seit Jahrzehnten die Lokalpolitik bestimmen.
Am 16. und 17. Februar gab es erste Berichte über Tote bei Protesten in den Städten Kut in der Provinz al-Wasit und Sulaimaniyya im kurdischen Teil des Irak. Im Februar und im März kam es im Irak mehrfach zu Protesten. Am 25. Februar, dem "Tag des Zorns", wurde bei landesweiten Protesten im Irak die bislang höchste Anzahl an Verhaftungen und Todesopfern festgestellt.
Sicherheitskräfte gehen häufig unter exzessiver Gewaltanwendung gegen Demonstrierende vor. Vor allem am 25. Februar, dem "Tag des Zorns", setzten sie scharfe Munition, Geräuschbomben (die ohne zu explodieren, sehr laute explosionsartige Geräusche abgeben) und andere Waffen ein, um friedliche Protestierende auseinander zu treiben. Mindestens 20 Personen wurden seit Beginn der Proteste im Februar getötet. Viele der Gefangenen berichten, gefoltert oder misshandelt worden zu sein. Politische AktivistInnen und JournalistInnen, die über die Proteste Bericht erstatten wollten, wurden angegriffen oder bedroht.
Amnesty International veröffentlichte vor kurzem einen Bericht, der Menschenrechtsverletzungen während der Proteste der letzten Monate dokumentiert. Iraq; Days of rage: protests and repression in Iraq (MDE 14/013/2011)