Syrer verschleppt
Mohammad Atfah
© privat
Der ehrenamtliche Mitarbeiter des syrisch-arabischen Roten Halbmonds, Mohammad Atfah, wurde am 3. Februar 2013 an einem Kontrollpunkt in Homs festgenommen. Seither wird er ohne Kontakt zur Außenwelt unter Bedingungen festgehalten, die möglicherweise dem Verschwindenlassen gleichkommen. Es könnte sein, dass er sich beim militärischen Geheimdienst in Homs befindet. Er ist wahrscheinlich gefoltert oder in anderer Weise misshandelt worden.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410 (Bitte sagen Sie "Fax") (Briefe werden derzeit nicht zugestellt. Bitte nur Faxe schicken!)
VERTEIDIGUNGSMINISTER
'Imad al-Fraij
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 223 7842 oder
(00 963) 11 666 2460 (Briefe werden derzeit nicht zugestellt. Bitte nur Faxe schicken!)
AUSSENMINISTER
Walid al-Mu’allim
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 6253 (Briefe werden derzeit nicht zugestellt. Bitte nur Faxe schicken!)
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
Frau Abir Jarf
Geschäftsträgerin a. i., Gesandte - Botschaftsrätin
Rauchstr. 25, 10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de
press@syrianembassy.de
secretary@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. Mai 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
FAXE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Bitte geben Sie umgehend Schicksal und Aufenthaltsort von Mohammad Atfah bekannt, gewähren Sie ihm ohne weitere Verzögerung Zugang zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand, stellen Sie sicher, dass er vor Folter und anderer Misshandlung geschützt ist und garantieren Sie seine notwendige medizinische Versorgung.
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Klären Sie bitte den rechtlichen Status von Mohammad Atfah und lassen Sie ihn umgehend frei, sofern er nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt und gemäß internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren vor Gericht gestellt wird.
- Leiten Sie darüber hinaus umgehend eine unabhängige und unparteiliche Untersuchung der Vorwürfe ein, dass Mohammad Atfah gefoltert oder in anderer Weise misshandelt wurde. Die Verantwortlichen müssen in fairen Verfahren für diese Taten zur Rechenschaft gezogen werden.
Sachlage
Mohammad Atfah engagiert sich schon seit zwei Jahren beim syrisch-arabischen Roten Halbmond, der Teil der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften ist. Laut einer örtlichen Quelle befand er sich mit einem Freund auf dem Heimweg, als sie gegen 21 Uhr an einem Kontrollpunkt der Regierungstruppen in Insha’at in Homs aller Wahrscheinlichkeit nach vom militärischen Geheimdienst angehalten wurden. Es ist nicht bekannt, wohin Mohammad Atfah nach der Festnahme gebracht wurde, da laut eines lokalen Kontakts die Familie bislang keine Informationen über seine Festnahme und anschließende Inhaftierung erhalten hat. Ein anderer Kontakt hat berichtet, er habe von ehemaligen Häftlingen des militärischen Geheimdienstes in Homs, die Ende Februar freigelassen wurden, gehört, dass sie Mohammad Atfah dort gesehen haben. Er wies Blutergüsse im Gesicht und am Körper sowie weitere Wunden auf. Er soll nicht in der Lage gewesen sein, sich zu konzentrieren, und reagierte nicht, als er angesprochen wurde.
Die Gründe für die Festnahmen von Mohammad Atfah sind nicht bekannt. Soweit die Kontakte von Amnesty International informiert sind, war er nicht politisch aktiv. Tausende Menschen sind von Regierungstruppen festgenommen worden, seit vor mehr als zwei Jahren in Syrien großflächige Unruhen ausbrachen. In weiten Teilen des Landes herrscht inzwischen ein bewaffneter Konflikt.