Zahlreiche Familien obdachlos
Am 9. April rissen die Behörden der Stadt Menongue die Häuser zahlreicher Familien ab. Tausenden weiteren Menschen droht in der angolanischen Stadt ebenfalls die Zwangsräumung.
Appell an
MINISTER FÜR STÄDTEBAU UND ENTWICKLUNG
Fernando Fonseca
Ministro de Urbanismo e Construção Ministério de Urbanismo e Construção
Avenida 4 de Fevereiro
Luanda
ANGOLA
(Anrede: Sua Excelência / Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 244) 222 310 517
(Wenn jemand abhebt, sagen Sie bitte "Queria mandar um fax")
E-Mail: geral@minua.gov.ao
GOUVERNEUR DER PROVINZ KUANDO KUBANGO
Francisco Higino Lopes Carneiro
Governador Provincial
Menongue
Kuando-Kubango
ANGOLA
(Anrede: Sua Excelência / Excellency / Exzellenz)
E-Mail: Über Website: http://www.kuandokubango.gov.ao/CentroContactos.aspx
Sende eine Kopie an
BÜRGERMEISTER DER STADT MENONGUE
Antunes Fernando Huambo
Administrador do Menongue
Menongue
Kuando-Kubango
ANGOLA
BOTSCHAFT DER REPUBLIK ANGOLA
S.E. Herrn Alberto Correia Neto
Wallstraße 58
10179 Berlin
Fax: 030-2408 9712
E-Mail: botschaft@botschaftangola.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. Mai 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Mit großer Sorge habe ich von der rechtswidrigen Zwangsräumung zahlreicher Familien im Viertel Aeroporto Comandante Kwenha in Menongue erfahren.
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Ich bitte Sie, dafür zu sorgen, dass die vertriebenen Familien Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln, wie eine angemessene Ersatzunterkunft und Entschädigung für etwaige Verluste, erhalten.
- Bitte unterlassen Sie jede weitere rechtswidrige Zwangsräumung in Menongue und erlassen Sie ein Moratorium für alle Großzwangsräumungen, bis alle notwendigen Schutzvorkehrungen in Kraft sind. Es muss sichergestellt werden, dass Zwangsräumungen unter strikter Beachtung internationaler und regionaler Menschenrechtsabkommen durchgeführt werden, die beispielsweise die Erarbeitung von Plänen für einen Umzug der betroffenen Menschen in angemessene Ersatzwohnungen vorschreiben.
Sachlage
Am 9. April besuchte der Bürgermeister von Menongue das Viertel Aeroporto Comandante Kwenha in Menongue, einer Stadt der im Südosten von Angola gelegenen Provinz Kuando Kubango. Er teilte den BewohnerInnen mit, sie müssten das Viertel verlassen. Er erklärte, das Land auf dem sie wohnten, dürfe nur vom Staat genutzt werden und der müsse sicherstellen, dass in einem Umkreis von 200 Metern des nahegelegenen Flughafens niemand wohne. Er sagte weiterhin, dass es ein Regierungsvorhaben für das übrige Land gebe, erklärte dies aber nicht näher. Noch am selben Tag kehrte der Bürgermeister Berichten zufolge mit PolizeibeamtInnen, Angehörigen der Staatssicherheit und der Sicherheitsbehörde sowie einem Abrissfahrzeug zurück. Der Fahrer hatte Anweisung, etwa 40 Häuser abzureißen, während die Polizei den Schutz des Fahrers und Bürgermeisters sicherstellte.
Die Polizei soll mit Waffengewalt, darunter Schüsse, gegen diejenigen vorgegangen sein, die gegen den Abriss ihrer Häuser protestiert haben. Während des Abrisses wurden acht Personen festgenommen, weil sie Fotos vom Abriss gemacht und Scheiben an dem Abrissfahrzeug zerstört hatten. Sechs Protestierende wurden innerhalb von zwei Tagen wieder freigelassen. Die übrigen zwei Personen waren am 15. April weiterhin in Haft.
Den vertriebenen Familien wurden weder eine Entschädigung noch ein alternatives Grundstück bzw. eine alternative Unterkunft angeboten. Sie sind jetzt obdachlos und befinden sich daher in einer verzweifelten Lage. Der Bürgermeister soll den Familien weiteren Schaden angedroht haben, wenn man sie bei der Rückkehr der Behörden noch auf dem Gelände antreffe. Die betroffenen Familien hatten zuvor weder eine offizielle Benachrichtigung erhalten noch waren sie umfassend konsultiert worden.