Folteropfer freigelassen

Ergebnis dieser Urgent Action

Adrián Vásquez Lagunes, Busfahrer und Vater von vier Kindern, wurde am 2. Dezember aus einem Gefängnis in der Nähe der im Norden Mexikos gelegenen Stadt Tijuana freigelassen. Er war vor mehr als drei Jahren festgenommen und von Polizeibeamt_innen gefoltert worden. Ihm wurde vorgeworfen, ein hochrangiger Drogenhändler zu sein. Amnesty International hat sich im Rahmen der weltweiten Kampagne „Stop Folter“ für die Freilassung von Adrián Vásquez Lagunes eingesetzt.

Folteropfer Adrián Vasquez Lagunes

Folteropfer Adrián Vasquez Lagunes

Adrián Vásquez Lagunes, Busfahrer und Vater von vier Kindern, wurde am 2. Dezember aus einem Gefängnis in der Nähe der im Norden Mexikos gelegenen Stadt Tijuana freigelassen. Er war vor mehr als drei Jahren festgenommen und von Polizeibeamt_innen gefoltert worden. Ihm wurde vorgeworfen, ein hochrangiger Drogenhändler zu sein. Amnesty International hat sich im Rahmen der weltweiten Kampagne „Stop Folter“ für die Freilassung von Adrián Vásquez Lagunes eingesetzt.

Sachlage

Der 33-jährige Adrián Vásquez Lagunes wurde am frühen Morgen des 2. Dezember bedingungslos aus dem Gefängnis in der Nähe von Tijuana im mexikanischen Bundesstaat Baja California freigelassen. Ein Richter hatte zuvor einem Rechtsmittel, das die Anwältin von Adrián Vásquez Lagunes eingelegt hatte, stattgegeben und entschieden, dass es keine Beweise gegen ihn gäbe.

Adrián Vásquez Lagunes wurde am 26. September 2012 von Polizist_innen festgenommen, als er mit dem Auto in Tijuana unterwegs war. Er befand sich zwölf Stunden lang in Gewahrsam der Polizei des Bundesstaates. Während dieser Zeit drohte man ihm, schlug ihn und erstickte ihn fast, als man ihm durch die Nase Wasser einflößte, das sich in seiner Lunge sammelte. Nachbar_innen haben gesehen, wie Adrián Vásquez Lagunes von Polizist_innen geschlagen wurde, als sie ihn zu seinem Haus brachten, um dieses zu durchsuchen. Anschließend führte die Polizei Adrián Vásquez Lagunes den Medien als berüchtigten Drogenhändler vor. Die Beamt_innen, die an seiner Festnahme beteiligt waren, überstellten ihn der Staatsanwaltschaft und gaben an, sie hätten ihn wegen der Übertretung von Geschwindigkeitsbegrenzungen in einem gestohlenen Fahrzeug angehalten und er hätte sich dann spontan selbst als Drogenschmuggler identifiziert. Kurz danach kollabierte Adrián Vásquez Lagunes und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo wegen seiner Folterverletzungen eine lebensrettende Operation durchgeführt werden musste. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft hat gegen Adrián Vásquez Lagunes Anklage wegen Drogendelikten und illegalen Waffenbesitzes erhoben. Er befand sich während des laufenden Verfahrens in Haft.

Die Anwältin von Adrián Vásquez Lagunes konnte beweisen, dass ihr Mandant sich bei seiner Festnahme nicht in einem gestohlenen Fahrzeug befunden hat und dass das Festnahmeprotokoll Unstimmigkeiten aufwies. Zudem erklärte sie, dass es den Behörden nicht gelungen sei, zu beweisen, dass die angeblich im Auto von Adrián Vásquez Lagunes gefundenen Waffen und Drogen tatsächlich ihrem Mandanten gehörten. Die Aussagen der Nachbar_innen sind nicht berücksichtigt worden und Adrián Vásquez Lagunes hat niemals zugegeben, ein Drogenhändler zu sein.

Nach seiner Freilassung teilte Adrián Vásquez Lagunes Amnesty International mit: „Ich befinde mich gerade jetzt auf dem Weg nach Hause. Ich habe erst vor wenigen Stunden von meiner Freilassung erfahren“. Außerdem sagte er: „Ich danke allen bei Amnesty International. Ich bin sehr dankbar und sehr froh. Ihr habt mich so sehr unterstützt und ich wünsche jedem von euch nur das Beste.“ Seine Ehefrau Judith sagte, dass seine Freiheit „nach all den Bemühungen eine Belohnung ist. Das war ein sehr langer Kampf. Jetzt können wir einen neuen Weg einschlagen“. Als sie von der bevorstehenden Freilassung ihres Mannes erfuhr, versuchte sie, trotz ihrer Aufregung ihren vier Kindern nicht von dieser Neuigkeit zu erzählen. Es sollte eine Überraschung für sie sein, wenn er nach Hause kommt. Adrián Vásquez Lagunes wird zu Hause zum ersten Mal sein jüngstes Kind, das noch ein Baby ist, sehen.

Es sind derzeit keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich. Vielen Dank an alle, die Appelle geschrieben haben.