Journalist inhaftiert
Halifa Sallah wurde am 8. März bei sich zuhause in Serrekunda in einem Vorort der Hauptstadt Banjul festgenommen und von fünf Polizisten in Zivil auf das Polizeirevier von Serrekunda gebracht. Er soll aufgrund von Artikeln festgenommen worden sein, in denen er den Einsatz von Medizinmännern durch die Regierung Gambias kritisiert. Amnesty International ist besorgt, dass er gefoltert oder in anderer Weise misshandelt werden könnte und ihm ein unfaires Gerichtsverfahren droht.
Appell an
PRÄSIDENT UND VERTEIDIGUNGSMINISTER
Captain (retd.) Alhaji Yahya A. J. J. Jammeh
Office of the President
State House, Banjul
GAMBIA (korrekte Anrede: Your Excellency)
Fax: (00 220) 4227 034
GENERALSTAATSANWÄLTIN UND
STAATSSEKRETÄRIN IM JUSTIZMINISTERIUM
Mrs Marie Saine Firdaus
Department of State for Justice
Marina Parade, Banjul, GAMBIA
(korrekte Anrede: Dear Secretary of State)
Fax: (00 220) 4225 352
STAATSSEKRETÄR IM INNENMINISTERIUM
Mr Ousman Sonko
Office of the President
State House, Banjul, GAMBIA
(korrekte Anrede: Dear Secretary of State)
Fax: (00 220) 4223 718
Sende eine Kopie an
EUROPÄISCHE KOMMISSION IN GAMBIA
Ms. Bernadette Lunde
Secretary to the Chargé d'Affaires
Delegation Of The European Commission In The Gambia, 74, Atlantic Road, Fajara
P.O. Box 512, Banjul, GAMBIA
Fax : (00 220) 449 7848
E-Mail : Bernadette.lunde@ec.europa.eu
BRITISCHE KONSULARVERTRETUNG
Mr Philip Sinkinson
British High Commission
48 Atlantic Road, Fajara (PO Box 507)
Banjul, GAMBIA
Fax : (00 220) 449 6134
AMERIKANISCHE BOTSCHAFT
Ambassador Barry Wells
American Embassy Banjul
Kairaba Avenue, Fajara, P.M.B. 19, Banjul, GAMBIA
Fax: (00 220) 439 2475
BOTSCHAFT DER REPUBLIK GAMBIA
Frau Amie Nyan Alaboson, Geschäftsträgerin a.i.
126, Avenue Franklin Roosevelt, 1050 Brüssel, BELGIEN
Fax: (00 32) 2-646 3277
E-Mail: info@gambiaembassy.be
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 23. April 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN PERSIAN, ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
-
expressing concern at the safety of Halifa Sallah, who is at risk of being tortured or ill treated;
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questioning the charges that he faces and expressing concern that he could be the victim of an unfair trial;
- urging the authorities to give Halifa Sallah regular access to his family and legal counsel of his own choosing.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
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Ihre Sorge um die Sicherheit von Halifa Sallah zum Ausdruck bringen, dem Folter und andere Misshandlungen drohen könnten;
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die Anklagen gegen ihn in Frage stellen und ihre Sorge darüber ausdrücken, dass ihm ein unfaires Verfahren drohen könnte;
- bei den Behörden darauf dringen, dass Halifa Sallah regelmäßigen Zugang zu seiner Familie und einer rechtlichen Vertretung seiner Wahl erhält.
Sachlage
Halifa Sallah wurde am 9. März in das Polizeirevier von Yundung in einem benachbarten Vorort gebracht. Am darauffolgenden Tag überführte man ihn in die Polizeiwache von Banjul. Er wurde am 11. März vom Gericht in Brikama des Aufruhrs und der Spionage angeklagt und in den Trakt Mile II für Untersuchungshäftlinge des Zentralgefängnisses von Gambia überstellt. Sein nächster Gerichtstermin ist am 25. März 2009.
Seit Januar schreibt Halifa Sallah Artikel für Foryya, die größte Oppositionszeitung, in dessen Vorstand er auch sitzt, über die Aktivitäten von Medizinmännern aus Mali und anderen westafrikanischen Ländern. Die Medizinmänner sind wiederholt nach Gambia eingeladen worden, um in einer Reihe von Dörfern Hexen zu identifizieren.
Die Medizinmänner wurden kurz nach dem Tod der Tante von Präsident Jammeh eingeladen, da der Präsident offenbar glaubt, dass bei dem Tod seiner Tante Hexerei im Spiel war. Die Artikel von Halifa Sallah und anderen Reportern von Foroyya behaupten, dass Medizinmänner in Begleitung der gambischen Staatsgarde und "der grünen Jungs", die Offiziere zum persönlichen Schutz des Präsidenten, in den Dörfern des Bezirks Foni Kansala, einem Gebiet in der Nähe der Präsidentenfarm Kanilai, Menschen als Hexen identifizierten. Die Verdächtigten wurden angegriffen, festgenommen und in Kanilai inhaftiert und man zwang sie, ein Gebräu zu trinken, anhand dessen man feststellen können soll, ob sie Hexen sind. Manche wurden zudem so heftig geschlagen, dass sie fast daran starben.
Nach Halifa Sallahs Festnahme am 8. März sollen hunderte von Personen von der Präsidentengarde festgenommen, gesetzeswidrig inhaftiert und nach Kanilai gebracht worden sein. Eine Frau aus Makumbaya soll kurz nach ihrer Behandlung durch Medizinmänner an Nierenversagen gestorben sein. Halifa Sallah hatte zuvor an den Nationalen Sicherheitsrat von Gambia geschrieben und gefordert, dass man solche Handlungen unterbinden müsse. Er beschrieb sie als "schwere Menschenrechtsverletzungen und Eingriffe in die Privatsphäre der Gambianer".
Halifa Sallah ist ein ehemaliges Mitglied des panafrikanischen Parlaments und der Minderheitenführer der Nationalversammlung. Er ist Generalsekretär der Organisation People’s Democratic Organization of Independence and Socialism und Koordinator der Nationalen Allianz für Demokratie und Entwicklung. 2006 war er Präsidentschaftskandidat.
Hintergrundinformation
In Gambia werden JournalistInnen und Mitglieder der Opposition als Feinde der Regierung betrachtet. Sie werden routinemäßig schikaniert, bedroht, erhalten Morddrohungen, werden willkürlich festgenommen, inhaftiert, "verschwinden", werden gefoltert und sind Opfer unfairer Gerichtsverfahren.