Zeugen und Angehörige Bedroht

Die Angehörigen eines getöteten indigenen Mexikaners werden massiv bedroht, um sie davon abzubringen, Gerechtigkeit zu fordern. Soldaten hatten den 27-Jährigen erschossen. Die Familie befindet sich in Lebensgefahr.

Appell an:

GENERALSTAATSANWÄLTIN
Marisela Morales Ibáñez
Paseo de la reforma 211-213
Col. Cuauhtémoc, México D.F., C.P. 06500
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney General / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin)
Fax: (00 52) 55 5346 0908
E-Mail: ofproc@pgr.gob.mx

INNENMINISTER
Dr. Alejandro Poiré Romero
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Minister)
Fax: (0052) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

Sende eine Kopie an:

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Comisión de Solidaridad y Defensa de los Derechos Humanos AC
E-Mail: cosyddhac@prodigy.net.mx

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 11. April 2012keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, in Absprache mit den Familienmitgliedern des getöteten Carmen Puerta Carrillo und den Zeugen der tödlichen Schüsse für sie zu ergreifen. Das betrifft namentlich: María Elizabeth Chaparro Almodóvar, Raúl Puerta Carrillo Ofelia de Jesús Puerta Carrillo, María de Jesús Puerta Carrillo und Jesús Mendez Escudero.

  • Ich bitte Sie eindringlich, eine umfassende und unparteiische Untersuchung des tödlichen Schusses auf Carmen Puerta Carrillo durch zivile Justizbehörden einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

  • Ich fordere, dass alle mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen durch die mexikanischen Streitkräfte von zivilen Justizbehörden untersucht und vor Zivilgerichten verhandelt werden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Demanding that the authorities provide protection to all Carmen Puerta Carrillo's family and all witnesses to the shooting, including María Elizabeth Chaparro Almodóvar, Raúl Puerta Carrillo, Jesús Mendez Escudero, Jesús Puerta Carrillo, Ofelia de Jesús Puerta Carrillo and María de Jesús Puerta Carrillo, in strict accordance with their wishes.

  • Urging a full, impartial investigation by the civilian judicial authorities into the shooting of Carmen Puerta Carrillo, with the results made public, and all those responsible brought to justice.

  • Calling for all allegations of human rights violations committed by the armed forces to be investigated and tried by the civilian judicial authorities.

Sachlage

Laut der Aussage von Augenzeugen schossen Soldaten dem 27-jährigen Carmen Puerta Carrillo, einem Angehörigen der indigenen Tepehuan, am 3. Februar in den Kopf. Carmen Puerta Carrillo fuhr zur Tatzeit mit seinem Auto durch den Bezirk Baborigame in der Stadt Guadalupe y Calvo im Norden des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua. Raúl Puerta Carrillo und Jesús Mendez Escudero, die sich beide ebenfalls im Auto befanden, geben an, dass sie etwa einen Häuserblock von der dortigen Militärkaserne entfernt waren, als Soldaten das Feuer ohne Vorwarnung und ohne vorherige Provokation eröffneten. Carmen Puerta Carrillo starb am darauffolgenden Tag im Krankenhaus.

María Elizabeth Chaparro Almodóvar, die Frau von Carmen Puerta Carrillo, hat am 17. Februar bei der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft in der Stadt Hidalgo de Parral eine offizielle Beschwerde eingelegt. Drei Personen haben sich als Zeugen des Vorfalls gemeldet: Raúl Puerta Carrillo, Jesús Mendez Escudero und Jesús Puerta Carrillo.

Ofelia de Jesús Puerta Carrillo und María de Jesús Puerta Carrillo, zwei Schwestern von Carmen Puerta Carrillo, waren aufgefordert worden, am 12. Februar in die Militärkaserne zu kommen. Dort soll man ihnen empfohlen haben, keine Anzeige zu erstatten, weil das Ganze sonst schlecht enden könne. Der Bruder des Opfers, Raúl Puerta Carrillo, erhielt nach eigenen Angaben am 20. Februar Besuch von einem Hauptmann und am 21. Februar von einem Oberst der Armee. Beide Männer sollen ihm angeboten haben, alle Kosten, die in Verbindung mit dem Tod seines Bruders anfallen, zu übernehmen.

Alle Personen, die zu Zeugen des Mordes an Carmen Puerta Carrillo geworden sind sowie deren Angehörige befinden sich in akuter Lebensgefahr.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, in Absprache mit den Familienmitgliedern des getöteten Carmen Puerta Carrillo und den Zeugen der tödlichen Schüsse für sie zu ergreifen. Das betrifft namentlich: María Elizabeth Chaparro Almodóvar, Raúl Puerta Carrillo Ofelia de Jesús Puerta Carrillo, María de Jesús Puerta Carrillo und Jesús Mendez Escudero.

  • Ich bitte Sie eindringlich, eine umfassende und unparteiische Untersuchung des tödlichen Schusses auf Carmen Puerta Carrillo durch zivile Justizbehörden einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

  • Ich fordere, dass alle mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen durch die mexikanischen Streitkräfte von zivilen Justizbehörden untersucht und vor Zivilgerichten verhandelt werden.

[APPELLE AN]

GENERALSTAATSANWÄLTIN
Marisela Morales Ibáñez
Paseo de la reforma 211-213
Col. Cuauhtémoc, México D.F., C.P. 06500
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney General / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin)
Fax: (00 52) 55 5346 0908
E-Mail: ofproc@pgr.gob.mx

INNENMINISTER
Dr. Alejandro Poiré Romero
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Minister)
Fax: (0052) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION
Comisión de Solidaridad y Defensa de los Derechos Humanos AC
E-Mail: cosyddhac@prodigy.net.mx

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 11. April 2012keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Laut den mexikanischen Behörden wurden seit Dezember 2006 in Mexiko fast 50.000 Menschen während gewaltsamer Auseinandersetzungen sowohl zwischen Drogenkartellen und anderen Banden als auch unter Beteiligung der Sicherheitskräfte getötet. Etwa 50.000 Militärangehörige werden in einem weiträumigen Gebiet, das auch den Bundesstaat Chihuahua umfasst, zur Bekämpfung von kriminellen Banden eingesetzt. Die Anzahl der durch Streitkräfte verübten Menschenrechtsverletzungen ist seitdem stark angestiegen. Zu diesen zählen Folter, das Verschwindenlassen von Menschen und außergerichtliche Hinrichtungen. Angehörige des Militärs werden jedoch so gut wie nie vor Gericht gestellt. Der Oberste Gerichtshof von Mexiko hatte 2011 entschieden, dass mutmaßlich von Militärangehörigen verübte Menschenrechtsverletzungen vor Zivilgerichten verhandelt werden müssen. Trotzdem bestehen die Militärbehörden weiterhin darauf, dass die Untersuchung und die Verhandlung solcher Straftaten von der militärischen Strafgerichtsbarkeit durchgeführt werden. Amnesty International erreichen immer wieder Berichte von Angehörigen und ZeugInnen, die bedroht werden, sobald sie Strafanzeige erstatten. Weiterhin wird oft davon berichtet, dass Militärbehörden Familienangehörige unter Druck setzen, eine begrenzte finanzielle Unterstützung anzunehmen, und als Gegenleistung keine Strafverfolgung der Menschenrechtsverletzungen anzustreben.

Schlagworte

Mexiko Urgent Action