Junger Mann malträtiert
Jesús Arturo Torres Parra wurde am 3. März 2009 von Angehörigen der Bundespolizei in der Stadt Chihuahua im Bundesstaat Chihuahua gesetzwidrig festgenommen, geschlagen und mit dem Tod bedroht. Einige Stunden später wurde er freigelassen, er fürchtet jedoch weitere Angriffe gegen sich und seine Familie.
Appell an
GENERALSTAATSANWALT Lic. Eduardo Medina-Mora Icaza Procuraduría General de la República, Av. Paseo de la Reforma Nº 211-213, Piso 16 Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc, México D.F., C.P. 06500, MEXIKO (korrekte Anrede: Señor Procurador) Fax: (00 52) 55 5346 0908 (wenn jemand abhebt, sagen Sie bitte "me da tono de fax, por favor")
MINISTER FÜR INNERE SICHERHEIT Lic. Genaro García Luna Secretaría de Seguridad Pública Constituyentes n° 947, edif. "B" planta alta, Col. Belén de las Flores, Del. Álvaro Obregón México D.F., C.P. 01110, MEXIKO (korrekte Anrede: Señor Secretario / Dear Minister) Fax: (00 52 55) 1103 6026 (wenn jemand abhebt, sagen Sie bitte "me da tono de fax, por favor")
E-Mail: genaro.garcia@ssp.gob.mx
INNENMINISTER Lic. Fernando Francisco Gómez-Mont Urueta Secretaría de Gobernación Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc, México D.F., C.P.06600, MEXIKO (korrekte Anrede: Señor Secretario/Dear Minister) Fax: (00 52 55) 5093 3414 E-Mail: secretario@segob.gob.mx
Sende eine Kopie an
MENSCHENRECHTSORGANSATION Centro de Derechos Humanos de las Mujeres A.C., Av. Juárez No. 4107 Col. Centro, Chihuahua, Chih, MEXIKO
MENSCHENRECHTSKOMMISSION VON CHIHUAHUA Lic. José Luis Armendáriz González
Presidente de la Comisión Estatal de Derechos Humanos de Chihuahua Calle Décima y Mina, 1000, Col. Centro, C.P. 31000, Chihuahua, MEXIKO
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin Fax: 030-26 93 23-700 E-Mail: mail@mexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. April 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
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urging the authorities to ensure that Jesús Arturo Torres Parra and his family are given appropriate protection, in accordance with their wishes, following the his unlawful detention and ill-treatment on 3 March by Federal Preventive Police;
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calling on the authorities to conduct an independent and impartial investigation into his apparent unlawful detention and ill-treatment and hold those responsible to account;
- calling for effective measures to ensure police and military anti-crime operations are carried out in accordance with the law and international human rights standards, and that any alleged abuses are promptly and impartially investigated.
Sachlage
Laut Jesús Arturo Torres hielt er sich am Abend des 3. März mit seiner Familie zuhause auf, als eine Gruppe uniformierter Bundespolizisten (Policía Federal Preventiva – PFP) die Haustür zertrümmerte und einbrach. Ohne jede Erklärung und ohne Haftbefehl legten sie ihm Handschellen an und luden ihn in einen Pick-up. AugenzeugInnen bemerkten, dass das Fahrzeug Aufschriften der PFP trug und gaben das Kennzeichen später an die Bundesbehörden weiter. Die PFP hat das Mandat, gegen das organisierte Verbrechen in ganz Mexiko vorzugehen.
Jesús Arturo Torres wurde dann drei Stunden lang im Fahrzeug geschlagen und bedroht. Währenddessen befragte man ihn zu Personen, über die er nichts wusste, und er gab außerdem an, dass einer der Beamten ihm drohte, wenn er ihnen nicht sage, was sie wissen wollten, würden sie ihn zu Chapo Guzmán, einem bekannten Drogenhändler und Mörder, bringen. Der würde ihn dann schon zum Sprechen bringen. Oder sie brächten ihn einfach um und würden ihn in der Wüste abladen. Dann ließ man ihn in einem anderen Teil der Stadt Chihuahua frei und drohte ihm mit dem Tod, falls er über den Vorfall reden würde.
Am Tag darauf erstattete Jesús Arturo Torres Anzeige beim Generalstaatsanwalt der Stadt Chihuahua und der Menschenrechtskommission des Bundesstaates Chihuahua.
Hintergrundinformation
Seit 2007 hat das organisierte Verbrechen in Mexiko sprunghaft zugenommen. 2008 berichteten die Medien, dass über 500 Personen bei gewalttätigen Vorfallen getötet worden seien, die man dem organisierten Verbrechen zuschrieb. Allein im Bundesstaat Chihuahua kamen dabei 1500 Menschen ums Leben. Die Regierung von Präsident Calderón hat versucht, der Gewaltspirale zu begegnen, indem sie tausende von Bundespolizisten und etwa 45 000 Militärs in die am meisten betroffenen Gebiete entsandt hat. Dies hat jedoch nicht zum Nachlassen der Verbrechen geführt – der Gouverneur von Chihuahua hat inzwischen das Eingreifen der Bundesbehörden gefordert. Berichte über staatlichen Mord, Folter, willkürliche Inhaftierungen und illegale Hausdurchsuchungen durch Angehörige des Militärs und der Polizei haben zugenommen, viele davon werden nicht angemessen untersucht.