Menschenrechtlerinnen bedroht
Drei Mitarbeiterinnen einer nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisation wurden jüngst Opfer einer Reihe von Angriffen, Einschüchterungsversuchen und Bedrohungen. Die Organisation Unidad de Protección de Defensoras y Defensores de Derechos Humanos (UDEFEGUA) hat ihren Sitz in der Hauptstadt des Landes, Guatemala-Stadt. Die Leben der drei Frauen sind in Gefahr.
Sende eine Kopie an
MENSCHENRECHTSORGANISATION
UDEFEGUA
1 Calle 7-45
Zona 1
Oficina 2-b
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA
Fax: (00 502) 2254 5840
E-Mail: udefegua@yahoo.com
udefegua@udefegua.org
BOTSCHAFT DER REPUBLIK GUATEMALA
S.E. Herrn Gabriel Edgardo Aguilera Peralta
Joachim-Karnatz-Allee 45-47, 2. OG.
10557 Berlin
Fax: 030-2064 3659
E-Mail: embaguate.alemania@t-online.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 21. April 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
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Fordern Sie die Behörden auf, eine unabhängige, umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohungen und Einschüchterungsversuche gegen die Mitglieder von UDEFEGUA einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
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Dringen Sie bei den Behörden darauf, in Absprache mit den Betroffenen sofort wirksame und umfassende Schutzmaßnahmen für die MitarbeiterInnen von UDEFEGUA zu ergreifen.
- Fordern Sie die Behörden auf, ein Schutzprogramm für MenschenrechtsverteidigerInnen zu bewilligen und umzusetzen.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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calling for an independent, thorough and impartial investigation into the threats and acts of intimidation against members of UDEFEGUA, with the results made public and those responsible brought to justice;
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urging that the authorities take immediate steps to provide efficient, thorough protection to the members of staff of UDEFEGUA in accordance with their wishes;
- calling on the authorities to approve and implement a protection programme for human rights defenders.
Sachlage
Am Morgen des 5. März 2010 brachen zwei unbekannte Männer in das Haus der UDEFEGUA-Mitarbeiterin Erenia Vanegas ein, als sie und ihre Familie nicht zu Hause waren. Aussagen aus der Nachbarschaft zufolge parkte ein schwarzes Auto mit getönten Scheiben vor dem Haus, aus dem zwei Männer ausstiegen und in das Haus einbrachen. Als Erenia Vanegas und ihre Familie nach Hause kamen, bemerkten sie, dass die Schränke einiger Zimmer sowie eine Schachtel mit Unterlagen durchsucht worden waren. Die Schlösser der Eingangstüren waren aufgebrochen und ein Fenster wurde eingeschlagen. Erenia Vanegas zufolge wurde nichts gestohlen, nicht einmal offen herumliegendes Bargeld. Sie zeigte den Einbruch bei der Polizei an.
Dieser Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von scheinbar gezielten Übergriffen auf MitarbeiterInnen der Organisation UDEFEGUA. Am 2. Februar bemerkte Claudia Samayoa, Koordinatorin von UDEFEGUA, dass die Motorhaube ihres Autos offen stand und sich jemand an der Batterie zu schaffen gemacht hatte. Als sie losfuhr, bemerkte sie, dass die Pedale mit Öl beschmiert worden waren, wodurch sie mit den Füßen abrutschte und für kurze Zeit die Kontrolle über den Wagen verlor. Bei Untersuchung der Pedale zeigte sich, dass es sich dabei nicht um normales Motorenöl handelte. Außerdem wurde an ihrem Auto kein Öl-Leck festgestellt. Claudia Samayoa ist der Überzeugung, dass ihr Auto sabotiert wurde mit dem Ziel, einen Unfall herbeizuführen. Sie hat dies der Polizei gemeldet.
Zwischen dem 30. April und dem 3. Mai 2009 erhielten Claudia Samayoa, Erenia Vanegas und eine dritte Mitarbeiterin von UDEFEGUA, Luisa Pineda, über 30 Drohnachrichten per SMS auf ihre Mobiltelefone. Diese Drohnachrichten sind bei der Polizei angezeigt worden. Es ist jedoch nicht bekannt, wer für diese Drohungen und für die jüngsten Vorfälle verantwortlich ist.
Die Organisation UDEFEGUA arbeitet mit gefährdeten MenschenrechtsverteidigerInnen zusammen und setzt sich für deren Schutz ein. MitarbeiterInnen von UDEFEGUA sind der Ansicht, dass die jüngsten Vorfälle ein Versuch sind, sie einzuschüchtern und zur Aufgabe ihrer Arbeit zu zwingen.
Hintergrundinformation
Die Regierung Guatemalas hat bis jetzt noch kein wirksames Schutzprogramm für gefährdete MenschenrechtsverteidigerInnen eingeführt oder umgesetzt. Anfang des Jahres 2008 legten zivilgesellschaftliche Organisationen und staatliche Behörden dem Innenminister einen Verordnungsentwurf dazu vor, der jedoch bis heute nicht bewilligt wurde.