Sorge um Sicherheit

Das Foto zeigt die Umrisse von Guatemala auf einer Karte

Ein mit Manuel Calel Morales verwandtes Mädchen ist Opfer eines Sexualverbrechens und Mordversuchs geworden. Manuel Calel Morales, Leiter einer Nichtregierungsorganisation gegen Straflosigkeit, und seine Familie sind in Gefahr.

Appell an

INNENMINISTER Sr. Salvador Gándara Ministro de Gobernación 6ª Avenida 13-71, Zona 1, Ciudad de Guatemala, GUATEMALA (korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro/Dear Minister) Fax: (00502) 2413 8658

GENERALSTAATSANWALT Lic. José Amílcar Velásquez Zárate Fiscal General de la República y Jefe del Ministerio Público 8ª Avenida 10-67, Zona 1, Antiguo Edificio del Banco de los Trabajadores, Ciudad de Guatemala, GUATEMALA (korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal General) Fax: (00502) 2411 9124 (00502) 2411 9326

MENSCHENRECHTSBEAUFTRAGTER Dr. Sergio Morales Alvarado Procurador Procuraduría de los Derechos Humanos 12 avenida 12-72, Zona 1 Ciudad de Guatemala, GUATEMALA (korrekte Anrede: Estimado Sr. Procurador) Fax: (00502) 2424 1714

Sende eine Kopie an

Manuel Calel Morales c/o UDEFEGUA 1 calle 7-45, Oficina 2-b, Zona 1 Ciudad de Guatemala, GUATEMALA

 

BOTSCHAFT DER REPUBLIK GUATEMALA S.E. Gabriel Edgardo Aguilera Peralta Joachim-Karnatz-Allee 45-47, 2. OG., 10557 Berlin Fax: 030-2064 3659 E-Mail: embaguate.alemania@t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. April 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE:

  • expressing concern for the safety of Norma Cruz, her family and her colleagues in Sobrevivientes Foundation;

  • urging the President and the Minister of the Interior to ensure that immediate measures are taken and maintained to guarantee the safety of Norma Cruz, her family and colleagues in strict accordance with their wishes;

  • calling on the authorities to order an immediate, thorough and swift investigation into this incident, with the results made public and those responsible brought to justice;

  • reminding the authorities of the right of human rights defenders to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals, as set out in the United Nations Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Freedoms.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Manuel Calel Morales, dem Entführungsopfer sowie dem Rest der Familie zum Ausdruck bringen;

  • die Behörden auffordern, umgehend alle erforderlichen Maßnahmen, die die Gefährdeten zu ihrem Schutz für sinnvoll erachten, zu ergreifen;

  • die Behörden auffordern, sofort eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Entführung, Misshandlung und versuchten Vergewaltigung einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;

  • die Behörden daran erinnern, dass MenschenrechtlerInnen das Recht haben, ihren Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Angst vor Repressalien nachzugehen, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist.

Sachlage

Am 17. Februar gegen 8.30 Uhr wurde das Mädchen, dessen Name zu ihrem Schutz nicht genannt wird, beim Verlassen ihres Hauses in einem Dorf im Departement Quiché von einem Unbekannten mit einer Waffe bedroht und entführt. Der Täter brachte sie in eine abgelegene Gegend, wo er sie zusammenschlug und zu vergewaltigen versuchte. Dann tätigte er einen Anruf, bei dem er jemandem von der Entführung des Mädchens erzählte. Zu dem Mädchen sagte er: "Du wirst für all das bezahlen, was [Manuel] in deinem Ort macht." Danach warf er sie kopfüber in einen acht Meter tiefen Schacht. Nach 10 Minuten konnte sich das Mädchen befreien, der Täter war inzwischen verschwunden. Am selben Morgen zwischen 9 und 9.30 Uhr erreichte Manuel Calel ein Anruf auf seinem Handy. Der männliche Anrufer, wahrscheinlich der Täter, sagte zweimal: "Ich habe hier [er nannte den Namen des Mädchens]" und hängte auf. Zwei Tage später, am 19. Februar, wurde Manuel Calel dreimal angerufen und von einem Mann, der seinen Namen nicht sagen wollte, nach dem Mädchen gefragt. Dann legte er auf.

Manuel Calel ist Vorsitzender einer Nichtregierungsorganisation gegen Straflosigkeit. Seit den 1980er Jahren setzen seine KollegInnen und er sich dafür ein, dass die Verbrechen während des bewaffneten Bürgerkrieges zwischen 1960 und 1996 aufgeklärt und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden: Ermordungen, das "Verschwindenlassen" von Personen und andere Menschenrechtsverstöße, insbesondere gegen Indigene, durch den Zivilschutz (Patrullas de Autodefensa Civil), ziviler Paramilitärs, die unter Anweisung des Militärs standen.

Noch vor kurzem hat Manuel Calel die Aktivitäten krimineller Banden in seiner Region öffentlich angeprangert. Am 16. Februar hat er bei der Staatsanwaltschaft eine offizielle Beschwerde gegen sie eingereicht. Unter den kriminellen Banden werden auch einige ehemalige Angehörige des Zivilschutzes vermutet.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Während des Guatemaltekischen Bürgerkrieges (1960-1996) kamen etwa 200.000 Menschen ums Leben oder fielen dem "Verschwindenlassen" zum Opfer. Der Großteil von ihnen waren indigene Maya. Die UN-Wahrheitskommission (Historical Clarification Commission) führt mehr als 90% aller begangenen Menschenrechtsverstöße auf das Militär und den Zivilschutz zurück.