Lebensgefahr

Khader Adnan befindet sich seit dem 18. Dezember 2011 im Hungerstreik. Er protestiert damit gegen seine Verwaltungshaft. Diese Form der Haft ermöglicht es den israelischen Behörden, Personen für unbegrenzte Zeit ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Gewahrsam zu halten.

Appell an

MILITÄRISCHER GENERALANWALT
Brigadier General Danny Efroni
6 David Elazar Street
Hakirya, Tel Aviv
ISRAEL
(korrekte Anrede: Dear Judge Advocate General / Sehr geehrter Herr Generalanwalt)
Fax: (00 972) 3 569 4526
E-Mail: avimn@idf.gov.il

KOMMANDEUR DES ZENTRALKOMMANDOS DER STREITKRÄFTE - WESTJORDANLAND
Major-General Avi Mizrahi
GOC Central Command
Military Post 01149, Battalion 877
Israel Defence Forces
ISRAEL
(korrekte Anrede: Dear Major-General Avi Mizrahi / Sehr geehrter Herr Generalmajor)
Fax: (00 972) 2 530 5724

KOPIEN AN
STELLVERTRETENDER MINISTERPRÄSIDENT UND VERTEIDIGUNGSMIINISTER
Ehud Barak
Ministry of Defence
37 Kaplan Street, Hakirya
Tel Aviv 61909
ISRAEL
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 972) 3 69-169 40 oder -627 57

BOTSCHAFT DES STAATES ISRAEL
S.E. Herrn Jaakov Hadas-Handelsman
Auguste-Viktoria-Straße 74–76
14193 Berlin
Fax: 030-8904 5555
E-Mail: botschaft@israel.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Hebräisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge um die Sicherheit und Gesundheit von Khader Adnan ausdrücken und Sie dringend bitten, ihm regelmäßigen Zugang zu medizinischer Behandlung seiner Wahl zu gewähren, ihn menschlich zu behandeln und ihn in keiner Weise für seinen Hungerstreik zu bestrafen.

  • Ich fordere die Freilassung von Khader Adnan und anderen PalästinenserInnen, die sich in Verwaltungshaft befinden, sofern sie nicht unverzüglich einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt und in voller Übereinstimmung mit den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren vor Gericht gestellt werden.

  • Ich fordere Sie höflich dazu auf, von dem Gebrauch der Verwaltungshaft abzusehen, da sie gegen das in Artikel 14 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte verbriefte Recht auf ein faires Gerichtsverfahren verstößt.

Sachlage

Khader Adnan wurde am 17. Dezember 2011 in seinem Zuhause im Dorf Arrabe im besetzten Westjordanland von israelischen SoldatInnen festgenommen. Daraufhin wurde er zur Befragung in das israelische Haftzentrum Kishon überführt. Khader Adnan gibt an, während seiner Festnahme und Befragung geschlagen und in anderer Weise misshandelt worden zu sein. Seinen Rechtsbeiständen zufolge verkündete Khader Adnan nach dem ersten Verhörtag einen Hungerstreik als Protest gegen seine Misshandlung und die Haftbedingungen. Am 30. Dezember verlegte man Khader Adnan in das Gefängniskrankenhaus Ramleh, da sich sein Gesundheitszustand im Zuge des Hungerstreiks verschlechtert hatte. Khader Adnan hat erheblich an Gewicht verloren, da er momentan nur Wasser zu sich nimmt. Die Organisation Physicians for Human Rights fürchtet um sein Leben.

Am 10. Januar 2012 wurde Khader Adnan vor ein Militärgericht in Ofer gestellt und zu vier Monaten Verwaltungshaft verurteilt. Die Anordnung der Verwaltungshaft war bereits im Vorfeld vom Militärkommandanten unterzeichnet worden. Khader Adnan führte seinen Hungerstreik daraufhin aus Protest gegen seine Haft weiter. Am 1. Februar prüfte eine Militärrichterin die Verwaltungshaftanordnung und wird ihre Entscheidung in den kommenden Tagen verkünden. Es wird erwartet, dass sie die Verwaltungshaft entweder bestätigen oder verringern wird.

In Verwaltungshaft genommene Personen können zunächst für bis zu sechs Monate ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in staatlichem Gewahrsam gehalten werden. Nach Ablauf dieser Frist ist es möglich, beliebig oft neue Haftanordnungen auszustellen. Gegen Verwaltungshäftlinge ergeht weder Anklage noch werden sie vor Gericht gestellt. Vielmehr bleiben sie auf der Grundlage "geheimer Beweise" inhaftiert, die nach Angaben der israelischen Militärbehörden aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt werden können. Diese "geheimen Beweise", die den Militärbehörden als Entscheidungsgrundlage für die Anordnung von Verwaltungshaft dienen, sind weder den Gefangenen noch ihrem Rechtsbeistand zugänglich, sodass Betroffene den Grund ihrer Festnahme nicht anfechten können.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge um die Sicherheit und Gesundheit von Khader Adnan ausdrücken und Sie dringend bitten, ihm regelmäßigen Zugang zu medizinischer Behandlung seiner Wahl zu gewähren, ihn menschlich zu behandeln und ihn in keiner Weise für seinen Hungerstreik zu bestrafen.

  • Ich fordere die Freilassung von Khader Adnan und anderen PalästinenserInnen, die sich in Verwaltungshaft befinden, sofern sie nicht unverzüglich einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt und in voller Übereinstimmung mit den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren vor Gericht gestellt werden.

  • Ich fordere Sie höflich dazu auf, von dem Gebrauch der Verwaltungshaft abzusehen, da sie gegen das in Artikel 14 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte verbriefte Recht auf ein faires Gerichtsverfahren verstößt.

[APPELLE AN]

MILITÄRISCHER GENERALANWALT
Brigadier General Danny Efroni
6 David Elazar Street
Hakirya, Tel Aviv
ISRAEL
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Major-General Avi Mizrahi
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E-Mail: botschaft@israel.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Hebräisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

[HINTERGRUNDINFORMATIONEN (AUF ENGLISCH)]

Khader Adnan, aged 33, is a baker, a Masters student at Birzeit university, and a political activist. He is married with two daughters. He was arrested from his home in the village of Arrabe near Jenin in the occupied West Bank on 17 December 2011. He told lawyers and human rights organizations that masked soldiers violently broke into his house, where his mother and children were present. He said that his hands were shackled behind him, and that he was thrown onto the floor of the military jeep that took him to the settlement of Mevo Dotan. He complained that he was kicked and slapped by the soldiers while in the military jeep. When he arrived at the settlement, his hands were swollen from the shackles and his lower lip bleeding. He was then transferred to Kishon detention centre in Israel for interrogation.

Khader Adnan told lawyers that he went on a hunger strike on the second day of his arrest to protest his ill-treatment by interrogators from the Israel Security Agency (ISA) and the conditions of his detention. According to the ISA briefing that his lawyers received, Adnan was interrogated almost every day from 18 until 29 January 2012; on some days he was interrogated twice. There were seven regular interrogators; other security officials were also present at some points. During interrogations, he was shackled to a crooked chair with his hands tied behind his back in a position that caused him back pain. He said that interrogators threatened him constantly and verbally abused him and his family.

On the fourth day of Khader Adnan’s interrogation he was put in a solitary confinement cell, as punishment - according to him -for his hunger strike. He remained in solitary confinement for 10 days before he was moved to Ramleh prison hospital on 30 December 2011, after his health deteriorated as a result of his hunger strike. On 31 January 2012, he was moved to a hospital outside prison where he is reportedly shackled to his hospital bed and under constant armed guard.

On 10 January 2012, Khader Adnan was taken to a military court in nearby Ofer where he was given a four-month administrative detention order signed in advance by the military commander of the West Bank . He decided to continue his hunger strike in protest against his administrative detention. A military judge reviewed the administrative detention order on 1 February 2012 and is expected to inform lawyers of her decision later on the week.

According to local human rights organization Addameer, this is Khader Adnan’s eighth arrest by the Israeli authorities, who allege that he is associated with the Islamic Jihad party. Islamic Jihad has a military wing which has carried out armed attacks on Israeli citizens, and the party is considered a terrorist organization by the Israeli authorities. Khader Adnan previously spent a total of six years in Israeli prisons, held mainly under administrative detention orders without charge or trial.

Amnesty International opposes the practice of administrative detention in Israel and the Occupied Palestinian Territories (OPT) because it violates the internationally-recognized right to a fair trial. International standards for fair trial must be upheld for all political detainees, including those accused of violence, even under states of emergency. Amnesty International believes that some of those held in administrative detention by the Israeli authorities are very likely to be prisoners of conscience, held solely for the non-violent exercise of their right to freedom of expression and association.

According to the Israeli Prison Service, there were 307 Palestinians held in administrative detention on 31 December 2011, but this number may have since increased. There are currently 21 Palestinian Legislative Council members in administrative detention.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for Khader Adnan's health and safety, and urging that he is given regular access to medical treatment of his choice, treated humanely at all times, and not punished in any way for his hunger strike.

  • Calling on the Israeli authorities to release Khader Adnan and other Palestinians held in administrative detention, unless they are promptly charged with internationally recognizable criminal offences and brought to trial in full conformity with international fair trial standards.

  • Calling on the Israeli authorities to end the use of administrative detention, which violates the right to a fair trial as guaranteed by Article 14 of the International Covenant on Civil and Political Rights.