Willkürlich in Haft
Karte Südsudan
© United Nations
Joseph Bangasi Bakosoro, ehemaliger Gouverneur des südsudanesischen Bundestaates West-Äquatoria, befindet sich seit dem 22. Dezember 2015 ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren willkürlich im Gewahrsam des nationalen Sicherheitsdienstes (National Security Service – NSS) in Juba. Seine Familie hat seit Anfang März 2016 Zugang zu ihm, einen Rechtsbeistand durfte er allerdings noch immer nicht kontaktieren.
Appell an
RECHTLICHER BERATER DES PRÄSIDENTEN
Lawrence Korbandy
Office of the President
Juba
SÜDSUDAN
(Anrede: Dear Mr. Korbandy / Sehr geehrter Herr Korbandy)
E-Mail: kkodis@yahoo.co.uk
MINISTER FÜR NATIONALE SICHERHEIT
Hon. Obutu Mamur Mete
Office of the President
Juba
SÜDSUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
KOPIEN AN
JUSTIZMINISTER
Hon. Paulino Wanawilla Unango
Ministry of Justice
Airport Road, Opposite Juba Hotel &
Next to Ministry of Education
Munduria Round About
Central Equatoria, Juba
SÜDSUDAN
E-Mail: molacdgossjuba@yahoo.com
BOTSCHAFT DER REPUBLIK SÜDSUDAN
I.E. Frau Sitona Abdalla Osman
Leipziger Platz 8
10117 Berlin
Fax: 030-206 445 91 9
E-Mail: info@embassy-southsudan.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 11. Mai 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.
Sachlage
Seit Anfang März ist es der Familie von Joseph Bangasi Bakosoro erlaubt, ihn regelmäßig in der Haft zu besuchen. Der ehemalige Gouverneur des Bundestaates West-Äquatoria ist jedoch immer noch nicht unter Anklage gestellt worden und hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand.
Joseph Bangasi Bakosoro wurde am 22. Dezember 2015 gegen 15 Uhr vom nationalen Sicherheitsdienst NSS festgenommen. Er hatte sich in die Zentrale des NSS im Jebel-Viertel der südsudanesischen Hauptstadt Juba begeben, nachdem er von den Behörden vorgeladen worden war.
[SCHREIBEN SIE BITTE ]
FAXE, EMAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Bitte lassen Sie Joseph Bangasi Bakosoro umgehend frei, sofern er nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt wird und ein Gerichtsverfahren erhält, das internationalen Standards für faire Prozesse entspricht.
-
Stellen Sie sicher, dass er bis zu seiner Freilassung nicht gefoltert oder anderer Misshandlung ausgesetzt wird.
- Gewähren Sie ihm bitte Zugang einem Rechtsbeistand seiner Wahl und weiterhin regelmäßige Besuche seiner Familie.
[APPELLE AN]
RECHTLICHER BERATER DES PRÄSIDENTEN
Lawrence Korbandy
Office of the President
Juba
SÜDSUDAN
(Anrede: Dear Mr. Korbandy / Sehr geehrter Herr Korbandy)
E-Mail: kkodis@yahoo.co.uk
MINISTER FÜR NATIONALE SICHERHEIT
Hon. Obutu Mamur Mete
Office of the President
Juba
SÜDSUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
KOPIEN AN
JUSTIZMINISTER
Hon. Paulino Wanawilla Unango
Ministry of Justice
Airport Road, Opposite Juba Hotel &
Next to Ministry of Education
Munduria Round About
Central Equatoria, Juba
SÜDSUDAN
E-Mail: molacdgossjuba@yahoo.com
BOTSCHAFT DER REPUBLIK SÜDSUDAN
I.E. Frau Sitona Abdalla Osman
Leipziger Platz 8
10117 Berlin
Fax: 030-206 445 91 9
E-Mail: info@embassy-southsudan.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 11. Mai 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Joseph Bangasi Bakosoro wurde im August 2015 von Präsident Salva Kiir aus dem Amt des Gouverneurs von West-Äquatoria entlassen, ebenso wie die Gouverneure der Bundesstaaten Zentral-Äquatoria (Clement Wani), Warrap (Nyadeng Malek) und Obernil (Simon Kun Poch).
Joseph Bangasi Bakosoro wurde sofort nach der Amtsentlassung für fünf Tage inhaftiert. Laut seiner Familie war er im Giyada-Militärgefängnis in Juba in Haft, wo er geschlagen und an Armen und Beinen gefesselt wurde. Mitglieder seiner Familie glauben, dass die Inhaftierung mit seiner mutmaßlichen Verbindung zu den "Arrow Boys" zusammenhängt, einer lokalen bewaffneten Gruppe, die sich ursprünglich formiert hatte, um Dorfgemeinschaften vor Angriffen der LRA (Lord’s Resistance Army) zu schützen. In der zweiten Jahreshälfte 2015 kam es immer öfter zu Konfrontationen zwischen den "Arrow Boys" und sowohl Viehhütern der ethnischen Gruppe der Dinka als auch Regierungstruppen.
Im Oktober 2014 wurde der Nationalversammlung ein Gesetzesentwurf vorgelegt, der dem NSS weitreichende Befugnisse einräumte. Demnach ist der NSS berechtigt, Bürger_innen festzunehmen, zu inhaftieren und Gegenstände zu konfiszieren. Es werden jedoch nicht genügend Schutzmechanismen gegen Missbrauch dieser Befugnisse in dem Gesetzesentwurf festgelegt. Der Gesetzesentwurf macht keine genauen Angaben über zulässige Hafteinrichtungen und garantiert keine grundlegenden Rechte für ordnungsgemäße Gerichtsverfahren, wie zum Beispiel das Recht auf einen Rechtsbeistand oder das Recht, innerhalb eines vertretbaren Zeitraums vor Gericht gestellt zu werden. Diese Rechte sind in der Übergangsverfassung festgelegt. Im März 2015 verkündete der Justizminister, dass der Gesetzesentwurf am 8. Oktober 2014 vom Parlament verabschiedet wurde und seitdem rechtskräftig ist. Er erklärte dies, obwohl die Verabschiedung des Gesetzes auf nationalen und internationalen Widerstand stieß, der Präsident es nicht unterzeichnet hat, es gegen die Übergangsverfassung verstößt und es noch andere Gründe gibt, die gegen die Verabschiedung sprechen.
Amnesty International hat wiederholt empfohlen, dass die Befugnisse des NSS auf das Zusammentragen von Informationen beschränkt werden, wie es die Übergangsverfassung vorsieht. Darin heißt es, dass der NSS sich "auf das Sammeln und Analysieren von Informationen und die Beratung der relevanten Behörden fokussieren" solle. Der NSS sollte in keinem Fall Befugnisse haben, Personen festzunehmen, zu inhaftieren, Durchsuchungen durchzuführen, Gegenstände zu Beschlagnahmen und Gewalt anzuwenden. Derartige Befugnisse müssen einer angemessenen Strafvollzugsbehörde obliegen.