Tausende Familien vertrieben

Familie vor zerstörten Häusern in der Gemeinde Kiamba Kiaxi in Luanda, Angola, 2004

Familie vor zerstörten Häusern in der Gemeinde Kiamba Kiaxi in Luanda, Angola, 2004

Seit dem 1. Februar haben die Behörden bereits Tausende Familien aus Cacuaco in der Hauptstadt Luanda vertrieben. Die Familien werden ihrem Schicksal überlassen. Hunderten weiteren, die sich noch in der Gegend befinden, droht aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls die Zwangsräumung.

Appell an

MINISTER FÜR STÄDTEBAU UND ENTWICKLUNG
Fernando Fonseca
Ministro de Urbanismo e Construção Ministério de Urbanismo e Construção Avenida 4 de Fevereiro
Luanda, ANGOLA
(korrekte Anrede: Sua Excelência / Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 244) 222 310 517 (Wenn jemand abhebt, sagen Sie bitte "Queria mandar um fax")
E-Mail: geral@minua.gov.ao

GOUVERNEUR DER PROVINZ LUANDA
Bento Sebastião Bento
Governador Provincial

Gabinete do Governador Provincial
Luanda, Luanda, ANGOLA
Fax: (00 244) 222 333 902 oder (00 244) 222 334 051
(Wenn jemand abhebt, sagen Sie bitte "Queria mandar um fax")
(Anrede: Sua Excelência / Excellency / Exzellenz)
E-Mail: gepegpl@hotmail.com

Sende eine Kopie an

BÜRGERMEISTERIN VON CACUACO
Rosa João Janota Dias dos Santos
Administradora Municipal do Cacuaco
Luanda
Luanda
ANGOLA

BOTSCHAFT DER REPUBLIK ANGOLA
S.E. Herrn Alberto Correia Neto
Wallstraße 58
10179 Berlin
Fax: 030-2408 9712
E-Mail: botschaft@botschaftangola.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informatio¬nen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. März 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Mit großer Sorge habe ich von der rechtswidrigen Zwangsräumung von Tausenden Familien am 1., 2., 4. und 5. Februar aus ihren Häusern in Maiombe im Verwaltungsbezirk Cacuaco in der Hauptstadt Luanda erfahren. Ihnen wurden keine alternativen Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Ich bitte Sie, dafür zu sorgen, dass die vertriebenen Familien eine angemessene Ersatzunterkunft erhalten und Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln.

  • Bitte unterlassen Sie jede weitere rechtswidrige Zwangsräumung in Maiombe.

  • Geben Sie für sämtliche Räumungen ein Moratorium bekannt, das solange Bestand haben muss, bis alle notwendigen Schutzvorkehrungen in Kraft sind. Es muss sichergestellt werden, dass Zwangsräumungen unter strikter Beachtung internationaler und regionaler Menschenrechtsabkommen durchgeführt werden, die beispielsweise die Erarbeitung von Plänen für einen Umzug der betroffenen Menschen in angemessene Ersatzwohnungen vorschreiben.

Sachlage

Am 1. Februar gegen 5 Uhr morgens begannen Angehörige des Militärs, die Schnelle Eingreiftruppe der Polizei und privates Sicherheitspersonal Häuser abzureißen und Tausende Familien aus Maiombe im Verwaltungsbezirk Cacuaco der angolanischen Hauptstadt Luanda zu vertreiben. Die Familien haben Berichten zufolge zuvor keine Warnung oder Benachrichtigung über die bevorstehende Zwangsräumung erhalten.
Der Abriss fand mit Hubschraubern statt, die über dem Viertel kreisten und einige Personen wurden während der Aktion geschlagen. Mindestens vier Männer und zwei Frauen, die versuchten, sich gegen den Abriss zu wehren, hat man festgenommen.

Die vertriebenen Familien wurden in das Viertel Kaope-Funa im selben Bezirk gebracht, wo man sie ohne Unterkunft, Trinkwasser und sanitäre Anlagen ihrem Schicksal überließ. Unter den schutzlosen Obdachlosen befindet sich eine Frau mit ihrem weniger als eine Woche alten Säugling.
Die Behörden reißen weiter Häuser ab und vertreiben die BewohnerInnen. Hunderten weiteren Familien, die nach dem Abriss in den Überresten ihrer Häuser geblieben sind, droht ebenfalls die Vertreibung.