Menschenrechtler bedroht

Am 13. Januar ist der Menschenrechtsverteidiger Abelardo Sánchez Serrano von zwei bewaffneten Männern massiv bedroht worden. Der Zwischenfall ereignete sich in der Stadt Barrancabermeja im Departamento Santander. Das Leben des CREDHOS-Mitarbeiters ist in Gefahr.

Appell an

STAATSPRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8. No. 7-26, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Señor Juan Carlos Pinzón
Ministerio Del Defensa
Carrera 54. No. 26-29, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister Pinzón / Estimado Sr. Ministro Pinzón / Sehr geehrter Herr Minister)

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
CREDHOS
Av. 52 N° 25-49
Barrancabermeja
Santander
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Fax: (00 57) 1 266 1003

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 1. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Abelardo Sánchez Serrano sowie anderer CREDHOS-Mitglieder und fordere Sie daher auf, in Absprache mit den Betroffenen Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die deren Sicherheit garantieren.

  • Ich fordere Sie auf, eine vollständige und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen gegen Abelardo Sánchez Serrano einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

  • Ich möchte Sie außerdem daran erinnern, dass Kolumbien Vertragsstaat der UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen aus dem Jahr 1998 ist und Sie somit die Pflicht haben, MenschenrechtlerInnen zu schützen.

  • Ich erwarte, dass paramilitärische Gruppen unverzüglich aufgelöst werden und die Sicherheitskräfte ihre Verbindungen zu solchen Gruppen abbrechen. Zu einem solchen Schritt, den UN-Gremien und andere zwischenstaatliche Organisationen angemahnt haben, hat sich die Regierung erklärtermaßen verpflichtet.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for the safety of Abelardo Sánchez Serrano and other members of CREDHOS, and calling on the authorities to protect them, in line with their wishes.

  • Urging the Colombian authorities to order full and impartial investigations into the death threats against Abelardo Sánchez Serrano; to publish the results and bring those responsible to justice.

  • Reminding the Colombian authorities to fulfil their obligations regarding the protection of human rights defenders as specified in the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders, to which Colombia is a state party.

  • Urging the authorities to take immediate action to dismantle paramilitary groups and break their links with the security forces, in line with stated government commitments and recommendations made by the UN and other intergovernmental organizations.

Sachlage

Abelardo Sánchez Serrano ist Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Corporación Regional para la Defensa de los Derechos Humanos (CREDHOS) in Barrancabermeja. Am 13. Januar war er auf dem Weg zum CREDHOS-Büro, als sich ihm zwei Männer auf einem Mororrad näherten. Einer der Männer zog eine Pistole und rief Abelardo Sánchez Serrano zu, er solle aufhören, "die Streitkräfte zu verleumden". Der Mann fuhr fort: "Einen der Hurensöhne von CREDHOS haben wir bereits ins Gefängnis gebracht. Sollte es nötig sein, wird den anderen das Gleiche passieren, um euch mundtot zu machen" (de estar denigrando de la fuerza pública que ya tenemos a un hijueputa guerrillero de Credhos encarcelado y que si es necesario si hay quedarle al resto, pues lo haremos para acallarlos). Bevor die Männer fortfuhren, drohten sie Abelardo Sánchez Serrano, er habe noch genau 72 Stunden Zeit, um die Stadt zu verlassen. Der Menschenrechtler fürchtet nun nicht nur um sein eigenes Leben, sondern auch um das der übrigen CREDHOS-AktivistInnen.

CREDHOS setzt sich im Departamento Santander und angrenzenden Regionen dafür ein, dass den Opfern von Menschenrechtsverletzungen Gerechtigkeit zuteil wird. Verantwortlich für Verstöße gegen die Menschenrechte sind dort die Sicherheitskräfte, die teilweise gemeinsame Sache mit paramilitärischen Gruppen machen. CREDHOS hat sich in den vergangenen Jahren zudem in mehr als 20 Fällen außergerichtlicher Hinrichtungen von Zivilpersonen durch Angehörige der Streitkräfte eingesetzt. Das Militär behauptet jedoch wider besseres Wissen, bei den Opfern habe es sich um "Guerillakämpfer" gehandelt, die bei Gefechten ums Leben gekommen seien. Am Vortag der Drohungen gegen Abelardo Sánchez Serrano hatte CREDHOS gemeinsam mit anderen eine Pressekonferenz vorbereitet, um an den 23. Jahrestag der Tötung von zwölf JustizmitarbeiterInnen am 18. Januar 1989 im Departamento Santander zu erinnern. Die Justizangestellten hatten seinerzeit eine mögliche Verwicklung der Streitkräfte und paramilitärischen Gruppen in den Tod von 19 Menschen untersucht und waren ihrerseits von Paramilitärs getötet worden, die wiederum in geheimer Absprache mit den Streitkräften gehandelt hatten.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Abelardo Sánchez Serrano sowie anderer CREDHOS-Mitglieder und fordere Sie daher auf, in Absprache mit den Betroffenen Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die deren Sicherheit garantieren.

  • Ich fordere Sie auf, eine vollständige und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen gegen Abelardo Sánchez Serrano einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

  • Ich möchte Sie außerdem daran erinnern, dass Kolumbien Vertragsstaat der UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen aus dem Jahr 1998 ist und Sie somit die Pflicht haben, MenschenrechtlerInnen zu schützen.

  • Ich erwarte, dass paramilitärische Gruppen unverzüglich aufgelöst werden und die Sicherheitskräfte ihre Verbindungen zu solchen Gruppen abbrechen. Zu einem solchen Schritt, den UN-Gremien und andere zwischenstaatliche Organisationen angemahnt haben, hat sich die Regierung erklärtermaßen verpflichtet.

[APPELLE AN]

STAATSPRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8. No. 7-26, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Señor Juan Carlos Pinzón
Ministerio Del Defensa
Carrera 54. No. 26-29, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister Pinzón / Estimado Sr. Ministro Pinzón / Sehr geehrter Herr Minister)

KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION
CREDHOS
Av. 52 N° 25-49
Barrancabermeja
Santander
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Fax: (00 57) 1 266 1003

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 1. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

CREDHOS ist eine regional tätige Menschenrechtsorganisation, die sich in der Gegend von Barrancabermejo und in Magdalena Medio dafür einsetzt, dass Menschenrechtsverletzungen geahndet werden. In den zurückliegenden Jahren sind CREDHOS-AktivistInnen immer wieder mit dem Tod bedroht worden. Der CREDHOS-Mitarbeiter David Ravelo Crespo befindet sich seit September 2010 unter der Anschuldigung in Haft, Verbindungen zu Guerillagruppen zu unterhalten. Menschenrechtsorganisationen vermuten hinter der Anklage gegen David Ravelo Crespo den Versuch, CREDHOS zum Schweigen zu bringen und das Ansehen der Organisation zu ruinieren. Die Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen haben in der Vergangenheit Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften immer wieder als Kollaborateure oder Unterstützer der Guerilla gebrandmarkt und ihre Mitglieder bedroht, verschleppt oder getötet. Auch Guerillagruppierungen haben MenschenrechtsverteidigerInnen und GewerkschafterInnen bedroht und getötet, weil sie sie verdächtigten, mit dem Feind zu kooperieren.

Im Laufe des bewaffneten innerstaatlichen Konfliktes, der sich schon über vier Jahrzehnte hinzieht, haben die Sicherheitskräfte systematisch zahlreiche Menschen außergerichtlich hingerichtet. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte ist Teil ihrer Strategie der Aufstandsbekämpfung. Die Generalstaatsanwaltschaft Kolumbiens untersucht mehr als 2000 Vorfälle außergerichtlicher Hinrichtungen, für welche die Sicherheitskräfte verantwortlich sein sollen. In Kolumbien sind immer wieder Menschen, die Gerechtigkeit für die Opfer von außergerichtlichen Hinrichtungen eingefordert haben, von den Sicherheitskräften oder ihren paramilitärischen Verbündeten mit dem Tod bedroht oder ermordet worden.