Menschenrechtler bedroht
Sri Lanka
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In Sri Lanka sind drei Menschenrechtsverteidiger und ihre Familien mit dem Tod bedroht worden.
Appell an
GENERALINSPEKTOR DER POLIZEI
N K Illangakoon
New Secretariat
Colombo 1
SRI LANKA
(Anrede: Dear Inspector General / Sehr geehrter Herr Generalinspektor)
Fax: (00 94) 11 244 0440
E-Mail: igp@police.lk
Sende eine Kopie an
GENERALSTAATSANWALT
Hon. Sarath Palitha Fernando
P. O. Box 502
Hulftsdorp
Colombo 12
SRI LANKA
Fax: (00 94) 11 243 6421
E-Mail: administration@attorneygeneral.gov.lk
BOTSCHAFT DER DEMOKRATISCHEN SOZIALISTISCHEN REPUBLIK SRI LANKA
S. E. Herrn Karunatilaka Amunugama
Niklasstr. 19
14163 Berlin
Fax: 030-8090 9757
E-Mail: info@srilanka-botschaft.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Singhalesisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 19. Februar 2015 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Untersuchen Sie bitte dringend die Drohungen gegen Brito Fernando, Phillip Dissanayake und Prasanga Fernando und ihre Familien und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.
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Bitte stellen Sie sicher, dass alle Menschenrechtler_innen und deren Familien wirksam vor Gewalt, Bedrohung und Einschüchterung geschützt werden.
- Sorgen Sie bitte dafür, dass alle Personen in Sri Lanka ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ohne Angst vor Drangsalierung, Bedrohung, Einschüchterung, willkürlicher Festnahme oder Verschwindenlassen wahrnehmen können.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Calling on the Sri Lankan authorities to investigate the threats made against Brito Fernando, Phillip Dissanayake and Prasanga Fernando and their families as a matter of urgency, identify those responsible, and ensure that they are brought to justice.
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Urging them to ensure effective protection for all human rights defenders and their families against violence, threats and intimidation.
- Urging them to ensure that all activists are able to exercise their right to freedom of expression without fear of harassment, threats, intimidation, arbitrary arrest or enforced disappearance.
Sachlage
Brito Fernando, Phillip Dissanayake und Prasanga Fernando sind Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisationen Right to Life bzw. Families of the Disappeared. Bei allen drei Männern handelt es sich um bekannte Menschenrechtsverteidiger, die außerdem im Vorfeld der Präsidentschaftswahl am 8. Januar den gemeinsamen Kandidaten der Opposition unterstützten.
Die anonymen Anrufer verwiesen auf Versuche der drei Männer, Vorwürfe gegen die Polizei in Anuradhapura, der Hauptstadt der Nord-Zentralprovinz, zu erheben. Damit ist vermutlich die Teilnahme der Menschenrechtler an den monatlichen Kundgebungen der Familien von Verschwundenen gemeint. Die Kundgebungen werden abgehalten, da Familien von Personen, die dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sind, der Auffassung sind, dass die Polizei in Anuradhapura für das Verschwinden von Madushka Haris De Silva im Jahr 2013 verantwortlich ist.
Die Anrufer drohten Brito Fernando, Phillip Dissanayake und Prasanga Fernando unter anderem damit, dass sie wüssten, wo die Männer leben und welche Transportmittel sie benutzen. Ein Anrufer sagte, er wüsste, auf welche Schule die Kinder von Phillip Dissanayake gehen. Prasanga Fernando wurde aufgefordert, seine "Beerdigungsvorbereitungen zu treffen". Der Anrufer deutete Verbindungen zu den Behörden an, indem er sagte: "Ihr widersetzt euch der Polizei in Anuradhapura, aber glaubt nicht, dass ihr euch uns ebenso widersetzen könnt."
Hintergrundinformation
Menschenrechtler_innen in Sri Lanka, die Rechenschaft für Menschenrechtsverletzungen wie z. B. Fälle von Verschwindenlassen fordern, werden immer wieder Opfer von Verleumdungskampagnen, anonymen Drohungen und tätlichen Angriffen. Die Morddrohungen gegen Brito Fernando, Phillip Dissanayake und Prasanga Fernando fügen sich in das Bild eines gewalttätigen Wahlkampfes, während dem häufig Anschläge auf Anhänger_innen der Opposition verübt wurden.
Am 6. Januar hatte das unabhängige Zentrum zur Überwachung von Gewalt im Vorfeld der Wahlen (Centre for Monitoring Election Violence) mindestens 237 "schwere Vorfälle" während des Wahlkampfs verzeichnet. Dabei kam eine Person zu Tode, Dutzende wurden angegriffen und eingeschüchtert. Außerdem gab es Fälle von Sachbeschädigung.
Madushka Haris De Silva und zwei seiner Freunde wurden am 2. September 2013 in Anuradhapura von einer Gruppe Männer entführt, die angaben, Polizisten zu sein. Alle drei sollen gefoltert worden sein. Seine beiden Freunde wurden tags darauf freigelassen, von Madushka Haris De Silva fehlt jedoch nach wie vor jede Spur. Menschenrechtsverteidiger_innen in Sri Lanka haben eine Kampagne gestartet, um öffentlich gegen das Versagen der Behörden zu protestieren und sie aufzufordern, den Fall ordentlich zu untersuchen. Die Frau von Madushka Haris De Silva ist bereits bedroht worden, weil sie sich im Rahmen der Kampagne engagiert. Im November 2014 wurde sie Berichten zufolge mit vorgehaltener Waffe entführt und mit dem Tode bedroht, falls sie ihr Engagement nicht einstellen sollte.