Weitere Tötungen

Malena Reyes, Elías Reyes und Luisa Ornelas sind in Guadalupe Distrito Bravos im Norden Mexikos getötet aufgefunden worden. Sie waren am 7. Februar 2011 ganz in der Nähe entführt worden. Amnesty International ist in großer Sorge um die Sicherheit der Familie der Getöteten.

Appell an

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretario, Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Señor Secretario/Dear Minister)
Fax: (00 52) 55 3003 2900, Durchwahl 32356
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

GENERALSTAATSANWALT
Arturo Chávez Chávez
Procurador General de la República
Procuraduría General de la República
Av. Paseo de la Reforma nº 211-213
Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06500
MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Procurador General/
Dear Attorney General)
Fax: (00 52) 55 5346 0908
E-Mail: ofproc@pgr.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES CHIHUAHUA
Lic. César Duarte
Gobernador del Estado de Chihuahua
Palacio de Gobierno, 1er piso
C. Aldama #901
Col. Centro, Chihuahua
Estado de Chihuahua, C.P. 31000
MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Gobernador/ Dear Governor)
Fax: (00 52) 614 429 3300 (wählen Sie dann die Durchwahl 11066, wenn Sie dazu aufgefordert werden)

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. April 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Stellen Sie bitte sicher, dass in Absprache mit den noch lebenden Angehörigen der Familie Reyes sofortige Maßnahmen zu deren Schutz eingeleitet werden.

  • Ich appelliere dringend an Sie, unverzüglich eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Tötungen von Josefina Reyes, Rubén Reyes, Malena Reyes, Elías Reyes und Luisa Ornelas einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Sachlage

Am 25. Februar wurden die leblosen Körper von Malena Reyes, Elías Reyes und seiner Ehefrau Luisa Ornelas an einer Tankstelle der im Bundesstaat Chihuahua gelegenen Gemeinde Guadalupe Distrito Bravos in Valle de Juárez im Osten von Ciudad Juárez gefunden. Alle drei waren am 7. Februar entführt worden, als sie gemeinsam mit Sara Salazar - der Mutter von Malena und Elías Reyes - und der jungen Tochter der getöteten Menschenrechtsverteidigerin Josefina Reyes in einem Lastwagen unterwegs waren. Sie wurden von Männern mit vorgehaltener Waffe zum Anhalten gezwungen. Daraufhin zerrten die Männer Sara Salazar und das Mädchen aus dem Fahrzeug heraus, ließen die beiden am Straßenrand zurück und fuhren mit Malena Reyes, Elías Reyes und Luisa Ornelas davon.

Elías und Malena Reyes sind Geschwister von Josefina Reyes, die am 3. Januar 2010 von unbekannten Männern erschossen wurde. Josefina Reyes hatte sich seit 2008 maßgeblich an Protestaktionen gegen Gewalttaten krimineller Banden und Menschenrechtsverletzungen durch das Militär beteiligt. Am 18. August 2010 wurde Rubén Reyes, ein weiterer Bruder von Josefina Reyes, in der Nähe seiner Wohnung in Guadalupe Distrito Bravos erschossen. Er war zum Tatzeitpunkt gerade auf dem Weg zum Einkaufen. In beiden Fällen treten die Ermittlungen auf der Stelle.
Am 15. Februar 2011 wurde das Haus der Familie Reyes in Guadalupe in Valle de Juárez (nahe Ciudad Juárez) von einer bewaffneten Gruppe niedergebrannt; dazu waren in Eigenherstellung angefertigte Benzinbomben verwendet worden.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Seit 2007 werden Gewaltverbrechen in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität in Mexiko immer häufiger. Medienberichten zufolge sind bereits mehr als 30.000 Menschen bei gewalttätigen Zwischenfällen, die mit Drogenkartellen in Verbindung gebracht werden, getötet worden. Die meisten Toten gab es in Ciudad Juárez im Bundesstaat Chihuahua. Die Regierung unter Staatspräsident Calderón versucht, die Drogenkartelle zu zerschlagen, indem sie in den am stärksten betroffenen Gebieten – insbesondere in Ciudad Juárez – tausende BundespolizistInnen und mehr als 50.000 SoldatInnen einsetzt. Ein Rückgang der Kriminalität ist jedoch nicht zu verzeichnen. Stattdessen häufen sich laut der staatlichen Menschenrechtskommission Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch das Militär. Seit 2006 ist die Zahl gesetzeswidriger Hausdurchsuchungen, willkürlicher Inhaftierungen, Folterungen und Tötungen deutlich angestiegen. Solche Fälle werden in der Regel von der Militärjustiz untersucht. Verfahren finden vor Militärgerichten statt, so dass unparteiische und unabhängige Ermittlungen nicht garantiert sind und die große Mehrheit der TäterInnen straffrei bleibt. Den Opfern und ihren Angehörigen wird somit das Recht auf Aufklärung der Taten und Bestrafung der TäterInnen verwehrt. Militärangehörige sind sich der Tatsache bewusst, dass man sie in der Regel nicht zur Verantwortung zieht.