Universität schließt Rohingya-Studentin aus

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Shahidullah,

Die 20-jährige Rohima Akter Khushi gehört der ethnischen Gruppe der Rohingya an und wurde als ältestes von fünf Kindern im Flüchtlingslager Kutupalong im bangladeschischen Cox’s Bazar geboren. Insgesamt leben in Bangladesch etwa 34.000 registrierte Rohingya-Flüchtlinge. Rohima Akter Khushi schloss 2018 ihre Sekundarausbildung in Cox’s Bazar ab und schrieb sich im Januar 2019 für den Studiengang Bachelor of Law an der Cox’s Bazar International University ein.

Aufgrund ihrer ethnischen Herkunft wurde sie nun daran gehindert, ihr zweites Semester anzutreten, das am 6. September hätte beginnen sollen. Eine internationale Nachrichtenagentur hatte sie zuvor in einer Videostory als eine der wenigen Rohingya-Frauen porträtiert, die es an die Universität geschafft haben. Die Universitätsbehörden teilten Amnesty International mit, dass Rohima Akter Khushi ausgeschlossen wurde, weil Angehörige der Rohingya per Gesetz nicht an öffentlichen oder privaten Universitäten studieren dürfen.

Bitte machen Sie den Ausschluss von Rohima Akter Khushi rückgängig und erlauben Sie ihr, das Studium abzuschließen.

Arbeiten Sie mit der internationalen Gemeinschaft zusammen, um allen Minderjährigen, auch Angehörigen der Rohingya, Zugang zu einer anerkannten Grund- und Mittelschulausbildung in Cox’s Bazar zu gewähren.

Achten und fördern Sie bitte die akademische Freiheit und das Recht auf Bildung für alle, wie im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte festgeschrieben.

Mit freundlichen Grüßen

Honourable Chairman Shahidullah,

We are deeply concerned about the decision by Cox’s Bazar International University to prevent Rohima Akter Khushi, from pursuing her education solely because she is a Rohingya refugee. Born and schooled in Bangladesh, Rohima Akter Khushi was in her second semester of studying law.

She is one of the very few women from her community who has braved all odds to pursue education. Education is a universal right regardless of status. Denying her education on the basis of her identity is an affront to the commitments Bangladesh has made under the International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights.

We urge the Bangladesh government to:

  1. Immediately end the suspension, and allow Rohima Akter Khushi to complete her higher education
  2. Work with the international community to provide all children, including Rohingya refugees, access to accredited primary and secondary education in Cox’s Bazar
  3. Respect and promote academic freedom and the right to education for all as enshrined in the International Covenant on Economic Social and Cultural Rights

Yours sincerely,

 

 

 

 

 

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken oder sie direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 25.10.2019

Appell an:

Kazi Shahidullah

University Grants Commission of Bangladesh

UGC Bhaban, Plot # E-18/A

Agargaon, Sher-e-Bangla Nagar

Dhaka-1207, BANGLADESCH

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
S. E. Herrn Imtiaz Ahmed
Kaiserin-Augusta-Allee 111
10553 Berlin

Fax: 030–39 89 75 10
E-Mail: info.berlin@mofa.gov.bd

Amnesty fordert:

  • Bitte machen Sie den Ausschluss von Rohima Akter Khushi rückgängig und erlauben Sie ihr, das Studium abzuschließen.
  • Arbeiten Sie mit der internationalen Gemeinschaft zusammen, um allen Minderjährigen, auch Angehörigen der Rohingya, Zugang zu einer anerkannten Grund- und Mittelschulausbildung in Cox’s Bazar zu gewähren.
  • Achten und fördern Sie bitte die akademische Freiheit und das Recht auf Bildung für alle, wie im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte festgeschrieben.

Sachlage

Die 20-jährige Rohima Akter Khushi gehört der ethnischen Gruppe der Rohingya an und wurde als ältestes von fünf Kindern im Flüchtlingslager Kutupalong im bangladeschischen Cox’s Bazar geboren. Insgesamt leben in Bangladesch etwa 34.000 registrierte Rohingya-Flüchtlinge. Rohima Akter Khushi schloss 2018 ihre Sekundarausbildung in Cox’s Bazar ab und schrieb sich im Januar 2019 für den Studiengang Bachelor of Law an der Cox’s Bazar International University ein.

Aufgrund ihrer ethnischen Herkunft wurde sie nun daran gehindert, ihr zweites Semester anzutreten, das am 6. September hätte beginnen sollen. Eine internationale Nachrichtenagentur hatte sie zuvor in einer Videostory als eine der wenigen Rohingya-Frauen porträtiert, die es an die Universität geschafft haben. Die Universitätsbehörden teilten Amnesty International mit, dass Rohima Akter Khushi ausgeschlossen wurde, weil Angehörige der Rohingya per Gesetz nicht an öffentlichen oder privaten Universitäten studieren dürfen.

Die junge Frau leidet seit ihrem Ausschluss an Depressionen. „Ich bin in einem Haus, das ein Gefängnis ist“, sagte sie zu Amnesty International.

Der Ausschluss vom Bildungsweg aufgrund ihrer ethnischen Herkunft läuft den von Bangladesch ratifizierten internationalen Menschenrechtsverträgen zuwider. So heißt es beispielsweise in Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte: „Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf Bildung an. Sie stimmen überein, dass die Bildung auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und des Bewusstseins ihrer Würde gerichtet sein und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten stärken muss.“

Hintergrundinformation

Hintergrund

Derzeit leben in Bangladesch knapp eine Million Rohingya-Flüchtlinge. Mehr als 700.000 von ihnen sind seit August 2017 aus Myanmar geflohen, als die Sicherheitskräfte dort brutal gegen die Rohingya vorgingen, nachdem Angehörige einer bewaffneten Gruppe militärische Kontrollpunkte angegriffen hatten. In Myanmar herrschen Bedingungen, die an Apartheid grenzen, und die Rohingya werden systematisch in ihren Rechten eingeschränkt, so auch in ihrem Recht auf Staatsbürgerschaft.

Zwei Jahre später leben in Bangladesch immer noch mehr als 500.000 minderjährige Rohingya in überfüllten Lagern ohne Zugang zu angemessenen und anerkannten Bildungsleistungen. In den von UN-Agenturen unterstützten Bildungszentren der Flüchtlingslager erhalten Kinder nur eine äußerst grundlegende und informelle Bildung.

Rohima Akter Khushi möchte die Rechte der Rohingya stärken und ihre Lebensbedingungen verbessern, indem sie sich für den diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung einsetzt. „Nach meinem Abschluss würde ich gerne im Menschenrechtsbereich arbeiten und dafür sorgen, dass die Rohingya und alle anderen, denen dieses Menschenrecht derzeit verwehrt wird, Zugang zu Bildung haben“, sagte sie zu Amnesty International.

Bangladesch hat beinahe eine Million Rohingya-Flüchtlinge aufgenommen. Allerdings sind mittlerweile viele Teenager und junge Leute frustriert, weil sie keine Schule besuchen dürfen und in den Flüchtlingslagern ansonsten nichts zu tun haben. Ein UNICEF-Bericht vom August 2019 (Advocacy Alert) dokumentiert Fälle, in denen Kriminelle versuchen, diese jungen Leute für Drogengeschäfte auszunutzen. Indem die Behörden ihnen das grundlegende Recht auf Bildung verwehren, kehren sie der nächsten Generation den Rücken und überlassen diese jungen Leute den kriminellen Banden, Menschenschmugglern und bewaffneten Gruppen.