Simbabwe: Job Sikhala und weitere Gefangene freilassen!

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Das Bild zeigt das Porträtbild eine Mannes

Der simbabwische Oppositionspolitiker Job Sikhala ist zusammen mit 15 anderen Männern seit mehr als 130 Tagen willkürlich inhaftiert.

+++ Positive Entwicklung: 15 Nyatsime kamen am 10. und 15. November frei. Job Sikhala ist weiter in Haft. Die Anklagen gegen alle 16 wurden bislang nicht fallengelassen. Bitte setzt euch weiter für sie ein! +++
16 Männer aus Simbabwe wurden im Juni 2022 während einer Beerdigung im Ort Nyatsime festgenommen, weil sie gegen den Mord an der zu Grabe getragenen oppositionellen Aktivistin protestiert haben sollen. Zu der Gruppe, die als "Nyatsime 16" bekannt ist, gehören auch zwei Oppositionsmitglieder des simbabwischen Parlaments. Ihnen allen wird Anstiftung zu öffentlicher Gewalt vorgeworfen; in Simbabwe wird diese Straftat mit einer langen Haftstrafe geahndet. Meist liegt das Strafmaß in der Hand des Richters. Die 16 Männer sind nun schon über 130 Tage ohne Gerichtsverfahren in Haft. Wiederholt wurden ihre Kautionsanträge abgelehnt. Nun warten die 16 Männer auf ihre Gerichtsverhandlung, die im November stattfinden soll. Die Behörden Simbabwes müssen alle politisch motivierten Anklagepunkte gegen die 16 Männer fallenlassen und alle umgehend freilassen.

Setzt euch für die "Nyatsime 16" ein!

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Exzellenz,

ich möchte mit meiner heutigen Nachricht an Sie meinen Sorgen über die unrechtmäßige Inhaftierung der Oppositionspolitiker Job Sikhala und Godfrey Sithole sowie 14 weiterer Männer Ausdruck verleihen. Die Männer sind ohne Gerichtsverfahren in Haft.

Job Sikhala und Godfrey Sithole sind Mitglieder der Citizens' Coalition for Change (CCC). Am 14. Juni wurden beide in Nyatsime im Ort Chitungwiza, 22km von der Hauptstadt Harare entfernt, festgenommen. Sie hatten zuvor an der Beerdigung der ermordeten Moreblessing Ali, einer politischen Aktivistin, teilgenommen. Den beiden Parlamentsmitgliedern Job Sikhala und Godfrey Sithole und 14 weiteren Männern (in der Berichterstattung zusammenfassend "Nyatsime 16" genannt), die ebenfalls festgenommen und willkürlich inhaftiert wurden, wird "Anstiftung zur Gewalt" vorgeworfen: Bei der Beerdigung Moreblessing Alis war es zu einem Zusammenstoß zwischen Mitgliedern der Regierungspartei Simbabwes, ZANU-PF, und der CCC gekommen, infolgedessen Privateigentum beschädigt wurde. Unter den insgesamt 16 festgenommenen Männern sind die beiden Mitglieder der Oppositionspartei, drei weitere Aktivisten der CCC und fünf Fahrer der Trauergäste, wobei sich einige der Festgenommenen gar nicht am Ort der vermeintlichen Gewaltanwendung aufgehalten hatten.

Die politisch motivierten Anklagen gegen die 16 Männer und die wiederholte Ablehnung der Kautionsanträge durch das zuständige Gericht (einschließlich einer erfolglosen Rechtsmitteleinlegung vor dem High Court) sind Teil des Vorgehens der simbabwischen Behörden gegen tatsächliche oder mutmaßliche Gegner*innen der Regierungspartei, um diese zum Schweigen zu bringen.

Ich fordere Sie deshalb auf, Job Sikhala, Godfrey Sithole und die anderen 14 Männer umgehend und bedingungslos freizulassen und danach ihre Sicherheit zu garantieren. Stellen Sie darüber hinaus sicher, dass alle 16 Männer vor Übergriffen durch Mitglieder der Regierungspartei geschützt sind.

Bitte lassen Sie alle Anklagen gegen die 16 Männer fallen und stellen Sie sicher, dass sie weder bedroht noch eingeschüchtert, belästigt oder festgenommen werden.

Zudem fordere ich Sie auf, dem Missbrauch des Strafrechtssystems ein Ende zu setzen und aufzuhören, Aktivist*innen sowie tatsächliche oder mutmaßliche Gegner*innen der Regierungspartei einzuschüchtern, zu drangsalieren oder zu verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Your Excellency,

I write to express concern over the unlawful detention of opposition party politicians, Job Sikhala and Godfrey Sithole, and 14 other men who are held in custody without trial.

Job Sikhala and Godfrey Sithole are members of Zimbabwe’s main political opposition party, Citizens’ Coalition for Change (CCC). On 14 June, they were arrested in Nyatsime, in the town of Chitungwiza, 22km from Harare, after attending Moreblessing Ali’s funeral. Moreblessing Ali, a political activist, was missing for three weeks before being found murdered and her body mutilated on 11 June. The two MPs, together with 14 other men (together known as the 'Nyatsime 16’) who were also arrested and are being held arbitrarily – including 3 CCC activists, 5 transportation drivers for funeral guests, some who were not even at the alleged crime scene – have been charged with 'inciting violence’ after clashes broke out at the funeral between members of the ruling party, ZANU PF and the CCC, which resulted in the destruction of private property.

The politically motivated charges levelled against the 16 men and continued denial of bail before the magistrate’s court (as well as an unsuccessful appeal before the High Court) are the hallmarks of an effort by the authorities to persecute and silence real or perceived opponents of the ruling party.

I call on you to:

  • Immediately and unconditionally release Job Sikhala, Godfrey Sithole and the other 14 men, guarantee their safety and personal security back in their community and ensure that they are protected from abuse from ruling party members.
  • Drop all charges against them and ensure they are not threatened, intimidated, harassed or arrested.
  • End the misuse of the criminal justice system to intimidate, harass and persecute activists and real or perceived opponents of the ruling party.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 22.12.2022

Appell an

Präsident der Republik Simbabwe
Emmerson D. Mnangagwa
President of the Republic of Zimbabwe
Munhumutapa Building Samora Machel
P Bag 7700, Causeway, Harare
SIMBABWE

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Amnesty fordert:

Sachlage

Die simbabwischen Oppositionspolitiker Job Sikhala und Godfrey Sithole und weitere 14 Männer sind ohne Gerichtsverhandlung inhaftiert.

Job Sikhala und Godfrey Sithole sind Mitglieder der größten Oppositionspartei Simbabwes, der Citizens' Coalition for Change (CCC). Am 14. Juni wurden beide in Nyatsime im Ort Chitungwiza, 22km von der Hauptstadt Harare entfernt, festgenommen. Sie hatten zuvor an der Beerdigung der ermordeten Moreblessing Ali, einer politischen Aktivistin, teilgenommen. Moreblessing Ali hatte drei Wochen lang als vermisst gegolten, bevor ihre verstümmelte Leiche am 11. Juni gefunden wurde. Den beiden Parlamentsmitgliedern Job Sikhala und Godfrey Sithole und 14 weiteren Männern (in der Berichterstattung zusammenfassend "Nyatsime 16" genannt), die ebenfalls festgenommen und willkürlich inhaftiert wurden, wird "Anstiftung zur Gewalt" vorgeworfen: Bei der Beerdigung Moreblessing Alis war es zu einem Zusammenstoß zwischen Mitgliedern der Regierungspartei Simbabwes, ZANU-PF, und der CCC gekommen, infolgedessen Privateigentum beschädigt wurde. Unter den insgesamt 16 festgenommenen Männern sind die beiden Mitglieder der Oppositionspartei, drei weitere Aktivisten der CCC und fünf Fahrer der Trauergäste, wobei sich einige der Festgenommenen gar nicht am Ort der vermeintlichen Gewaltanwendung aufgehalten hatten.

Die politisch motivierten Anklagen gegen die 16 Männer und die wiederholte Ablehnung der Kautionsanträge durch das zuständige Gericht (einschließlich einer erfolglosen Rechtsmitteleinlegung vor dem High Court) sind Teil des Vorgehens der simbabwischen Behörden gegen tatsächliche oder mutmaßliche Gegner*innen der Regierungspartei, um diese zum Schweigen zu bringen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Am 24. Mai 2022 wurde Moreblessing Ali, eine Aktivistin der größten Oppositionspartei Simbabwes, der Citizen’s Coalition for Change (CCC), im Chibhanguza-Einkaufszentrum entführt. Das Einkaufszentrum liegt in Nyatsime in der Kleinstadt Chitungwiza, 22km von der Hauptstadt Harae entfernt. Den mutmaßlichen Entführer identifizierten Zeug*innen im Einkaufszentrum als einen bekannten Aktivisten der Regierungspartei Zimbabwe African National Union-Patriotic Front (ZANU-PF). Am 11. Juni wurde die verstümmelte Leiche von Moreblessing Ali in einem Brunnen auf dem Grundstück einer der ZANU-PF nahestehenden Person gefunden. Anhänger*innen der ZANU-PF bestritten sofort, dass Moreblessing Alis Entführung und ihre Ermordung politisch motiviert seien; stattdessen nannten sie die Geschehnisse das "bittere Ende einer Beziehung".

Der Anwalt Job Sikhala sitzt für die CCC im simbabwischen Parlament und wurde bereits 67 Mal wegen politisch motivierter Anklagen festgenommen, aber nie einer Straftat für schuldig befunden. Er leitete die Suche nach Moreblessing Ali und wurde von ihrer Familie als ihr Anwalt eingesetzt. Er rief öffentlich zur Aufklärung des Mordes auf, was von Anhänger*innen der ZANU-PF als Provokation gesehen wurde. Ein Mitglied der ZANU-PF machte mit Nachdruck klar, dass sich die Trauernden nicht in Nyatsime, versammeln sollten. Nyatsime war aber Moreblessing Alis Heimatort.

Am 14. Juni 2022 kam es auf der Beerdigung von Moreblessing Ali zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der Regierungspartei ZANU-PF und der CCC, infolgedessen Sachschäden entstanden. Job Sikhala, Godfrey Sithole und ein weiterer Parlamentarier der CCC wurden daraufhin festgenommen. Der Vorwurf lautet auf "Anstiftung zu Gewalt oder Gewalt in der Öffentlichkeit" und stützt sich auf die konstruierte Grundlage, die Männer hätten Äußerungen getätigt, die Gewalt auslösten, und darauf, dass die Männer Fahrzeuge bereitgestellt hätten, um Unterstützer*innen der CCC von den Orten Chitungwiza und Epworth nach Nyatsime zu bringen. Bei einer Verurteilung wegen "Anstiftung zu Gewalt oder Gewalt in der Öffentlichkeit" wäre mit langen Haftstrafen zu rechnen und meist liegt die Entscheidung darüber ganz in der Hand des Richters.

Am 14. Juli warf man Job Sikhala zudem "Justizbehinderung" nach Paragraf 184(1) (e) des simbabwischen Strafgesetzbuchs vor; dieses Vergehen wird mit einer Geldbuße, einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 6 Monaten oder beidem geahndet. Job Sikhala wird vorgeworfen, er habe Videos auf YouTube sowie auf der Website einer Internetzeitung hochgeladen, in denen er behaupte, dass Moreblessing Ali von Anhänger*innen der ZANU-PF entführt und getötet worden sei, und er habe somit durch Irreführung die Polizei in ihrer Aufklärungsarbeit des Falls behindert.

Job Sikhala und Godfrey Sithole haben bereits mehrmals vergeblich versucht, auf Kaution freizukommen; Job Sikhalas jüngster Kautionsantrag wurde am 19. Oktober abgelehnt. Die Gerichte haben signalisiert, dass die Verhandlung für die beiden Männer im November 2022 stattfinden wird. Unterdessen warten die anderen 14 Männer noch immer auf die Ansetzung eines Gerichtstermins. Die Rechtsbeistände von Job Sikhala und Godfrey Sithole haben die nötigen Dokumente sowie die Ansetzung eines festen Gerichtstermins gefordert, um mit den nötigen Vorbereitungen beginnen zu können. Das Gericht wies die Staatsanwaltschaft an, die Dokumente zu übergeben, aber bis heute wurden den Rechtsbeiständen der Verteidigung noch keine Dokumente ausgehändigt. Daraufhin reichten die Rechtsbeistände von Job Sikhala und Godfrey Sithole Anträge gegen die Staatsanwaltschaft wegen Missachtung des Gerichts ein. Am 14. Juli reichte Job Sikhalas Rechtsbeistand ein Gesuch ein, dass der für die Anklage wegen Justizbehinderung zuständige Richter zurücktreten möge, da er im Fall von Job Sikhala nicht objektiv sei.

Der Fall der 16 Männer ist politisch stark aufgeladen. Unterdessen kommen Sorgen auf, dass Job Sikhala in der Haft vergiftet worden sein könnte, nachdem es Berichte gab, dass er sich unwohl fühlt und in denen er angibt, er habe Informationen darüber erhalten, dass Sympathisant*innen der Regierungspartei planten, ihn im Gefängnis zu vergiften. Auf ihren Social-Media-Accounts finden sich Beiträge von Mitgliedern der Regierungspartei Simbabwes, in denen sie schreiben, dass "sie sicherstellen werden, dass Job Sikhala nicht aus dem Gefängnis freikommt."

Job Sikhala (50) ist Anwalt, CCC-Parteimitglied und Abgeordneter für Zengeza West im Parlament Simbabwes. Godfrey Sithole (40) ist der Parlamentsabgeordnete für Chitungwiza North. Chauya Shopa (41) ist ein Einwohner des Ortes Chitungwiza. Er war festgenommen worden, weil am Tag der Zusammenstöße während der Beerdigung sein Auto auf der Straße nach Nyatsime gesehen worden war. Clever Sibanda (37), Ephrage Gwavava (35) und Robert Madzokere (39) sind Aktivisten der CCC und wurden einen Monat nach dem Zwischenfall auf der Beerdigung festgenommen. Ihre Namen wurden der Polizei von Leuten genannt, die wussten, dass die drei Männer Aktivisten der CCC sind. Emmanuel Muradzikwa (38) ist Lieferwagenfahrer. Er war an besagtem Tag nicht in Nyatasime, wurde aber Teil der Ermittlungen wegen seiner Verbindungen zu anderen Fahrern, die für die Beerdigung beauftragt wurden. Zecks Makoni (54), Enock Tska (39), Shepherd Bulaksai (40) und Tatenda Pundahama (43) waren Fahrer, die die Trauernden zu Moreblessing Alis Beerdigung fuhren. Sie geben an, dass sie nicht dabei waren, als die gewalttätigen Zusammenstöße zwischen Anhänger*innen der CCC und ZANU-PF erfolgten. Zephania Chinembiri (45) und Roan Tsoka (39) wurden festgenommen, weil sie die Besitzer der Fahrzeuge sind, mit denen die Trauergäste zur Beerdigung gebracht wurden. Zephania Chinembiri war am Tag des Vorfalls nicht in Nyatsime. Misheck Guzha (62), Precious Jeche (41) und Odious Makoma (42) wurden festgenommen, nachdem sie der Polizei gegenüber erklärten, dass ihr Eigentum durch den Vorfall auf der Beerdigung beschädigt wurde. Die drei Männer waren selbst nicht bei der Beerdigung anwesend. Ein weiterer Einwohner des Ortes Nyatsime, Felix Biri, wurde am 30. September von Anhänger*innen der ZANU-PF entführt und gefoltert; danach wurde er festgenommen und ihm wurde Beteiligung an Gewalt in der Öffentlichkeit in Verbindung mit den gewaltsamen Ausschreitungen im Juni vorgeworfen. Am 17. Oktober kam Felix Biri auf Kaution frei.