Kenia: Rechtswidrige Zwangsräumung

Days
:
Std
:
Min
Menschen sitzen am Boden vor einem gelben Plakat, auf dem in schwarzen Lettern "Housing is a human right" steht.

Menschen in Kenia protestieren im März 2012 gegen Zwangsräumungen.

Bei einer rechtswidrigen Zwangsräumung durch die Kenya Railways Corporation wurden am 5. Februar um 22.30 Uhr 3.500 Bewohner_innen der Siedlung Kibos im Kisumu County aus ihren Häusern vertrieben. Bewaffnete Polizist_innen setzten Tränengas ein, und als die Bulldozer die Unterkünfte abrissen, wurde ein Kind unter den Trümmern begraben und starb. Bei den Bewohner_innen handelt es sich um Angehörige der nubischen Bevölkerung, die eigenen Angaben zufolge keinen schriftlichen Räumungsbescheid erhalten hatten. Dieses rechtswidrige Vorgehen verstößt gegen das Moratorium für Zwangsräumungen während der Covid-19-Pandemie, das der Präsident am 11. Mai 2020 erlassen hatte.

Fordert Gerechtigkeit für die Menschen in Kenia, die jetzt obdachlos sind!

Bereits bei "Mein Amnesty" registriert? Dann bitte hier anmelden.
Ich habe die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen.
Meine Profildaten (Vorname, erster Buchstabe des Nachnamens) dürfen bei Aktionsteilnahme angezeigt werden.
Pflichtfelder

Dein Appell

In welcher Sprache möchtet du den Brief verschicken? Bitte auswählen

Sehr geehrter Herr Minister,

ich bin erschüttert über die Nachricht, dass am 5. Februar um 22.30 Uhr 3.500 Bewohner_innen der Siedlung Kibos im Kisumu County aus ihren Häusern vertrieben wurden. Bewaffnete Polizist_innen setzten Tränengas ein, und als die Bulldozer die Unterkünfte abrissen, wurde ein Kind unter den Trümmern begraben und starb. Bei den Bewohner_innen handelt es sich um Angehörige der nubischen Bevölkerung, die eigenen Angaben zufolge keinen schriftlichen Räumungsbescheid erhalten hatten. Dieses rechtswidrige Vorgehen verstößt gegen das Moratorium für Zwangsräumungen während der Covid-19-Pandemie, das der Präsident am 11. Mai 2020 erlassen hatte.

Führen Sie bitte eine unparteiische und unabhängige Untersuchung durch und ziehen Sie alle Verantwortlichen für die rechtswidrigen Zwangsräumungen, den Tod eines Kindes, die unverhältnismäßige Gewaltanwendung, die Missachtung des Gerichtsurteils und den Verstoß gegen das vom Präsidenten ausgerufene Räumungsmoratorium zur Verantwortung, auch diejenigen in Führungspositionen.

Ergreifen Sie dringend konkrete Maßnahmen, um sicherzustellen, dass alle aus Kibos Vertriebenen Zugang zu wirksamen Rechtsbehelfen haben, darunter angemessene Alternativunterkünfte, Entschädigungen und Garantien, dass dies künftig nicht wieder geschieht.

Setzen Sie alle von Kenya Railways geplanten Zwangsräumungen aus, bis neue Räumungs- und Umsiedlungsrichtlinien für staatliche Stellen erlassen wurden, die internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen. Betonen Sie bitte öffentlich, dass alle Behörden das Moratorium zur Aussetzung von Räumungen während der Covid-19-Pandemie einzuhalten haben, bis angemessene rechtliche und verfahrenstechnische Schutzmaßnahmen umgesetzt worden sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Honourable Cabinet Secretary Fred Matiang’i

I am deeply concerned by the brutal evictions carried out by Kenya Railways Corporation on 5 February in Kibos, a Nubian settlement in Kisumu. The forced eviction led to the death of a child and has rendered more than 3,500 persons homeless. At 10:30 pm, armed police violently forced families from their homes and fired tear gas causing utter confusion and panic. As the authorities proceeded to demolish buildings,  a child was crushed to death. Those displaced are now camping in inhumane conditions on a swampy field with tents as their only form of shelter in heavy rains. This forced eviction not only compromises their health due to possible exposure to COVID-19 and other illnesses, it also destroyed their livelihoods and constitutes a violation of human rights including the right to adequate housing. No written notice was issued before the eviction. The demolition of homes and places of worship was carried out with utter disregard for the presidential moratorium on evictions during the COVID-19 pandemic issued on 11 May 2020. Kenya Railways  and Kisumu County Commissioner of Police also disregarded interim orders issued to them on 5 February by the Environment and Land Court of Kisumu to refrain from conducting evictions until the matter is heard in court.

The Nubian community in Kenya has been struggling with the recognition of land ownership for decades. Since their resettlement in Kibos in 1938, there has been no attempt by the state to guarantee them security of tenure. The Nubians have built their places of worship, schools and called Kibos home for 83 years.

In light of the above, I call on you to:

  • Carry out an impartial and independent investigation and hold to account all those responsible, including those with command responsibility, for the forced evictions, death of the child, excessive use of force, and for disregarding court orders as well as the Presidentail moratorium on evictions.
  • Take urgent and concrete steps to ensure that all those affected by the forced eviction in Kibos have access to effective remedy including adequate alternative housing, compensation, restitution and guarantees of non-repetition.
  • Suspend any planned evictions by Kenya Railways until new eviction and resettlement guidelines in line with international human right standards are in place for State Agencies mandated to deliver infrastructure upgrading that may displace communities; and to reiterate publicly that National and County Governments must uphold the COVID-19 moratorium on mass evictions until adequate legal and procedural safeguards are in place.

Deeply concerned. Yours sincerely,

Du möchtest die Botschaft lieber per Brief, Fax oder mit deinem eigenen E-Mail-Programm versenden?

Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 08.04.2021

Appell an

Fred Matiang’i
Cabinet Secretary of the Ministry of Interior
P.O Box 30510- 00100
Nairobi
KENIA

Sende eine Kopie an

Botschaft der Republik Kenia
Frau Esther Nyambura Mungai
Geschäftsträgerin a.i.
Markgrafenstraße 63
10969 Berlin
Fax: 030-25 92 66 50
E-Mail: office@kenyaembassyberlin.de

Amnesty fordert: