Tschad: Zivilbevölkerung vor Gewalt schützen!
© Amnesty International WARO
Im Tschad kommt es immer häufiger zu tödlichen Zusammenstößen zwischen Viehzüchtern und Bauern. Familien werden ausgelöscht, Dörfer niedergebrannt und Zehntausende Menschen leben heute in Angst und unter schwierigen Bedingungen.
Die tschadische Regierung muss jetzt handeln, um dieser Gewalt ein Ende zu setzen, die Zivilbevölkerung zu schützen und den Opfern Gerechtigkeit zu garantieren.
Beteilige dich an unserer Online-Aktion an Präsident Mahamat Idriss Déby Itno. Fordere ihn auf, die dringend notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung zu ergreifen, damit nicht noch mehr Menschen ihr Leben verlieren.
Werde aktiv!
Hintergrundinformation
Die Fälle von Gewalt zwischen Viehzüchtern und Landwirten haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Amnesty International hat zwischen 2022 und 2024 sieben Fälle von Gewalt zwischen Viehzüchtern und Bauern dokumentiert, bei denen mindestens 98 Menschen getötet, über 100 verletzt und mehr als 600 Häuser in den Provinzen Moyen-Chari, Mandoul, Logone Oriental und Logone Occidental zerstört wurden.
Ursachen für diese Gewalt sind die Verknappung von Land und Wasser, die Verschlechterung des Klimas und das Bevölkerungswachstum, die zu einem Wettbewerb um den Zugang zu natürlichen Ressourcen führen. Die Verbreitung von Waffen und das Fehlen wirksamer Präventions- und Vermittlungsmechanismen verschärfen die Spannungen zwischen Viehzüchtern und Bauern.
Die Gewalt hat sich vor dem Hintergrund des Mangels an angemessenen Reaktionen seitens der Behörden verschärft. In mehreren dokumentierten Fällen haben die Sicherheitskräfte keinen ausreichenden Schutz gewährleistet, indem sie zu spät eintrafen oder gar nicht eingriffen.
Viele Familien der Opfer haben weder Gerechtigkeit noch Entschädigung erhalten, einige der Täter bewegen sich frei. Diese Straflosigkeit schürt Spannungen und einen Kreislauf der Vergeltung.
Das Recht auf Leben, Sicherheit und Gerechtigkeit wird durch die tschadische Verfassung und die vom Tschad ratifizierten internationalen Verträge garantiert. Ihre Nichtbeachtung untergräbt das Vertrauen der Bürger in die Behörden und schwächt nachhaltig die Rechtsstaatlichkeit.