Aktuell 17. Juli 2014

Todesstrafe

Todesstrafe
Hinrichtung von Moses Akatugba verhindern

Moses Akatugba wurde auf Grundlage eines unter Folter erpressten Geständnisses zum Tode verurteilt

Moses Akatugba wurde als gerade einmal 16-Jähriger von der nigerianischen Armee wegen Diebstahls festgenommen. Im Gefängnis zwangen ihn Soldaten unter massiver Folter dazu, falsche Geständnisse zu unterschreiben. Im November 2013 wurde Moses Akatugba dann zum Tode verurteilt. Als Beweise galten die Aussage des mutmaßlichen Diebstahlopfers und das von Moses Akatugba unter Folter erpresste "Geständnis".

Moses Akatugba erwartete gerade die Ergebnisse seiner Abschlussprüfungen, als es passierte. Am 27. November 2005 wurde er mitten auf der Straße in seiner Heimatstadt Ekpan von Soldaten festgenommen, weil er angeblich einige Handys und Headsets gestohlen hatte. Eine Tat, die Moses Akatugba bis heute ohne Folter nicht zugegeben hat. Seine Mutter musste von einer Straßenverkäuferin, die zufällig Zeugin war, erfahren, dass ihr 16 Jahre alter Sohn soeben festgenommen worden war.

Gefesselt und geschlagen

Direkt nach seiner Festnahme brachte man Moses Akatugba in eine nahegelegene Kaserne, wo er ersten Erniedrigungen und Misshandlungen ausgesetzt war. Die Soldaten forderten ihn auf, eine Leiche zu identifizieren, was er allerdings nicht konnte, da er den toten Mann noch niemals gesehen hatte. Daraufhin schlugen die Soldaten Moses Akatugba und brachten ihn schließlich zur Polizeistation von Epkan.

In der Polizeistation ging Moses Akatugbas Martyrium weiter. Nach seinen Angaben malträtierten ihn Polizeibeamten mit Macheten und Schlagstöcken. Einem Menschenrechtsverteidiger erzählte Moses Akatugba, dass man ihn stundenlang mit gefesselten Armen in Verhörzimmern aufhängte und Polizisten mit Zangen seine Fuß- und Fingernägel herausrissen. Das Ergebnis der brutalen Folter war, dass Moses nach drei Monaten in Polizeigewahrsam zwei Geständnisse unterschrieb.

Folter zerstört einen Lebenstraum

Moses Akatugba ist inzwischen 25 Jahre alt. Die meisten seiner Freunde sind nach ihrem Schulabschluss zur Uni gegangen. Sein Traum war es, den Wunsch seines Vaters zu erfüllen und Medizin zu studieren. Seit acht Jahren sitzt Moses Akatugba nun im Gefängnis und sieht seine Familie nur zweimal im Monat.

In dem Gerichtsverfahren sollte es nach dem Willen seines Anwalts nicht nur um die Vorwürfe gegen ihn gehen, sondern vor allem auch um die Foltervorwürfe gegen Soldaten und Polizisten. Doch kein Polizeibeamter ist jemals zum Prozess erschienen. Die schwerwiegenden Foltervorwürfe sind bis heute nicht Gegenstand einer Untersuchung geworden. Der Prozess führte zum Schuldspruch gegen Moses Akatugba. Hierfür genügte eine nach Ansicht des Anwalt völlig widersprüchliche Aussage des vermeintlichen Diebstahlopfers und das von der Polizei formulierte Geständnis mit der unter Folter erpressten Unterschrift von Moses Akatugba.

Moses Akatugba hatte niemals eine Chance, seine Sicht der Dinge darzulegen oder sein Alibi vorzubringen. Die Beamten, die ihn misshandelt und gefoltert haben, mussten und müssen keine Strafverfolgung befürchten.

Moses Akatugba wurde im November 2013 zum Tod durch den Strang verurteilt, obwohl er zum Zeitpunkt der Tat noch keine 18 Jahre alt war. Dies ist nach internationalem Recht verboten. Moses Akatugba sitzt nun in der Todeszelle und darf in Haft kaum Kontakt zu seiner Familie haben.

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Lesen Sie hier den Länderbericht zu Folter in Nigeria

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