Angesagter Kwaito
Cover Ayobaness
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Die Fan-Tröte Vuvuzela gibt bei der Fußball-WM in Südafrika den Ton an. Aber was ist außerhalb der Stadien zu hören?
Kenner der südafrikanischen Musikszene tippen auf Kwaito, das mit seinen bollernden House-Beats zum coolen Sprechgesang in Zulu, Xhosa und Township-Englisch längst zum populärsten Genre des Landes aufgestiegen ist. Nach dem Ende der Apartheid drückte sich in dieser Party-Musik das neue Selbstbewusstsein der schwarzen Bevölkerungsmehrheit aus. Sie ist überall zu hören: im Radio, Fernsehen, auf Hochzeiten, im Sammeltaxi oder Ghettoblaster auf der Straße.
Der Sampler "Ayobaness" gibt Einblick in die Szene, die ständig neue Stars wie DJ Clock oder DJ Sumsthyn Black hervorbringt. "Ayobaness" heißt ein Hit, der in den vergangenen Jahren die Tanzflächen von Johannesburg bis Durban beherrschte und der von Pastor Mbhobho stammt – einem Radio-Comedian, der sich gerne im Priesterkostüm, mit Afro-Perücke und dickem Goldschmuck präsentiert.
Der Titel geht auf "Ayoba" zurück – einen Ausruf der Begeisterung. Politik und Sozialkritik waren zu Zeiten von Miriam Makeba und Hugh Masekela ein Markenzeichen der südafrikanischen Musik. Im Kwaito von heute sucht man sie vergeblich, dort geht es ums Feiern und um Liebe. Das zeigt, was sich im Land zum Besseren verändert hat.
Von Daniel Bax, Amnesty Journal Juni 2010
Ayobaness! The Sound of South African House (Outhere)
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