Alan Pauls: Die Vergangenheit
Alan Pauls: Die Vergangenheit
© Klett-Cotta
Argentinien in den achtziger Jahren: Es herrscht eine Militärdiktatur, und gegen Ende des Jahrzehnts führt eine Wirtschaftskrise zu einer Hyperinflation von 48 Prozent. Die Armut wächst und wächst. Rímini und Sofía leben in Buenos Aires, dort endet ihre große Liebe nach zwölf Jahren. Vorerst. Sie sind noch jung, gerade dreißig Jahre alt.
Alan Pauls Roman schildert eine große, gewalttätige Liebe in einer Zeit, in der nur der Rückzug ins Private den Freiraum für unkontrollierte Leidenschaft lässt. Die politischen Verhältnisse konturiert der in Argentinien gefeierte, in Deutschland aber bislang kaum bekannte Schriftsteller vor allem über Auslassungen: Wir erfahren wenig über konkrete politische Umstände, jedoch viel über Lebensgefühle unter den Vorzeichen einer Gewaltherrschaft. Die Vorbilder des 1959 in Buenos Aires geborenen Alan Pauls sind große europäische Literaten wie zum Beispiel Gustave Flaubert oder Marcel Proust.
"Als er erwachte, drang schwaches Licht durch die Rollläden. Alles wie gehabt. Sie verbluteten weiter." Mit diesen kurzen Sätzen endet ein atemloser, fiebriger und fantastischer Roman.
Von Ines Kappert, Amensty Journal Februar/März 2010
Alan Pauls: Die Vergangenheit. Aus dem Spanischen von Christian Hansen. Klett-Cotta, Stuttgart 2009, 558 Seiten, 24,90 Euro
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