Zwei Männer "verschwunden"
Äquatorialguinea
© Amnesty International
Die beiden oben genannten Männer, die 2003 von Äquatorialguinea nach Nigeria geflohen waren, um der Verfolgung als vermeintlich an einem Staatsstreich gegen den Präsidenten beteiligte Personen zu entgehen, sollen im Dezember 2008 in Nigeria entführt worden und nach Äquatorialguinea zurückgebracht worden sein.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT VON ÄQUATORIALGUINEA General Teodoro Obiang Nguema Mbasogo Presidente de la República Gabinete del Presidente de la República Malabo ÄQUATORIALGUINEA (korrekte Anrede: Excelencia/Your Excellency) Fax: (00 240) 09-3313/ -3334
GENERALSTAATSANWALT Sr. Don José Oló Obono Fiscal General de la República Fiscalía General de la República Malabo ÄQUATORIALGUINEA (korrekte Anrede: Sr Fiscal/ Dear Attorney General) Fax: (00 240) 09 1338
MINISTER FÜR INNERE SICHERHEIT Sr Don Nicolás Obama Nchama Ministro de Seguridad Nacional Dirección General de Seguridad Nacional Malabo, ÄQUATORIALGUINEA (korrekte Anrede: Sr. Ministro/Dear Minister) Fax: (00 240) 09 8259
Sende eine Kopie an
AUßENMINISTER Pastor Michá Ondó Bile Ministro de Asuntos Exteriores y Cooperación Internacional Ministerio de Asuntos Exteriores y Cooperación Internacional Malabo ÄQUATORIALGUINEA Fax: (00 240) 09-3132/ -2320
BOTSCHAFT DER REPUBLIK ÄQUATORIALGUINEA, S.E. Herr Cándido Muatetema Rivas Rohlfsstraße 17 – 19, 14195 Berlin Fax: 030-8866 3879 E-Mail: botschaft@guinea-ecuatorial.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 16. April 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
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expressing concern that Fabián Ovono Esono and José Ndong have been subjected to enforced disappearance;
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calling on the authorities to make public the whereabouts of Fabián Ovono Esono and José Ndong;
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calling on them to ensure that Fabián Ovono Esono and José Ndong have immediate access to a lawyer, their families and any medical attention they may require;
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urging them to ensure that Fabián Ovono Esono and José Ndong are held in conditions that meet international law and standards for the treatment of prisoners, and not tortured or otherwise ill-treated;
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expressing concern at reports that they were abducted in Nigeria by Equatorial Guinean agents, and calling for an investigation into this, with the results made public and those responsible brought to justice;
- urging the authorities to put an end to the practice of abducting Equatorial Guinean citizens abroad.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
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Ihre Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Fabián Ovono Esono und José Ndong dem "Verschwindenlassen" zum Opfer gefallen sind;
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die Behörden auffordern, den Aufenthaltsort von Fabián Ovono Esono und José Ndong bekannt zu geben;
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die Behörden auffordern, zu gewährleisten, dass Fabián Ovono Esono und José Ndong unverzüglich Zugang zu einer unabhängigen rechtlichen Vertretung, ihren Angehörigen und, falls nötig, medizinische Betreuung erhalten;
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darauf dringen, dass bei Fabián Ovono Esono und José Ndong die völkerrechtlichen Vereinbarungen und Standards für die Behandlung von Gefangenen respektiert werden, und dass sie weder gefoltert noch in anderer Weise misshandelt werden;
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Ihre Sorge über Berichte zum Ausdruck bringen, denen zufolge sie von äquatorialguineischen Agenten aus Nigeria entführt wurden, und eine Untersuchung der mutmaßlichen Entführung fordern, deren Ergebnisse anschließend veröffentlicht werden und deren Verantwortliche vor Gericht gestellt werden;
- bei den Behörden darauf dringen, nicht länger äquatorialguineische BürgerInnen aus dem Ausland zu entführen.
Sachlage
Die äquatorialguineischen Behörden haben weder bestätigt, dass Fabián Ovono Esono und José Ndong inhaftiert wurden noch gesagt, wo sie sich befinden. Doch laut Amnesty International vorliegenden Informationen werden sie seit ihrer Entführung und Rückführung nach Äquatorialguinea im Gefängnis von Bata, der größten Stadt auf dem Festland, festgehalten. Sie befinden sich in Isolationshaft und müssen Handschellen tragen, dies kommt grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung gleich.
Fabián Ovono Esono und José Ndong flüchteten aus Äquatorialguinea, nachdem es zu einer Welle von Festnahmen von ehemaligen und aktiven Militärangehörige sowie ihren Familien und FreundInnen gekommen war, die man alle beschuldigte, einen Staatsstreich gegen Präsident Obian Nguema Mbasogo zu planen. Ein ehemaliger Armeeoberst, den man der Anführung des Staatsstreichs beschuldigte, wurde im Oktober 2008 in Kamerun gesetzeswidrig festgenommen und nach Äquatorialguinea zurückgebracht (UA 288/2008, 21. Oktober 2008). Fabián Ovono Esono soll im Februar 2004 im Zusammenhang mit dem vermeintlichen Coup in Abwesenheit ein Verfahren gemacht worden sein, bei dem er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
Anfang Februar 2009 besuchte eine Delegation des Justizministeriums das Gefängnis in Bata und konnte dort Gefangene besuchen. Fabián Ovono Esono und José Ndong wurden ihnen jedoch nicht vorgestellt.
Hintergrundinformation
Eine Reihe äquatorialguineischer Flüchtlinge, die in Nachbarländer geflohen waren, sind von äquatorialguineischen Fahndern entführt worden. Dies geschieht oft mit dem Wissen der Sicherheitskräfte dieser Länder. 2004 nahm man fünf ÄquatorialguineanerInnen in Libreville, der Hauptstadt von Gabun, fest und übergab sie den äquatorialguineischen Behörden. Nachdem man sie zwei Jahre ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten hatte, klagte man sie wegen Gefährdung der Staatssicherheit und wegen Verrats an. Sie erhielten ein unfaires Gerichtsverfahren und wurden zu Gefängnisstrafen von bis zu 20 Jahren verurteilt. 2005 nahmen äquatorialguineische Sicherheitskräfte vier in Benin und Nigeria lebende äquatorialguineische Flüchtlinge fest und entführten sie mit dem Wissen der nigerianischen Sicherheitskräfte. Obwohl sie sich im Land befanden, wurden sie im September 2005 in Abwesenheit in einem unfairen Gerichtsverfahren zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Ein Verurteilter wurde im Juni 2008 vom Präsidenten begnadigt und freigelassen. Die übrigen drei Personen werden noch immer ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.