Mordanschlag durch Paramilitärs

Am 4. Februar wurde in der nordkolumbianischen Stadt Apartadó auf Jesús Emilio Tuberquia, den rechtlichen Vertreter der "Friedensgemeinde" San José de Apartadó, geschossen. Der Anschlag wurde von zwei Angehörigen einer paramilitärischen Gruppierung verübt.

Appell an

PRÄSIDENT
Señor Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26, Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident / Dear President Santos)
Fax: (00 57) 1 596 0631

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Señor Juan Carlos Pinzón
Ministerio de Defensa
Carrera 54, no.26-29, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Sr. Ministro Pinzón / Sehr geehrter Herr Minister / Dear Minister Pinzón)
Fax: (00 57) 1 266 1003

Sende eine Kopie an

FRIEDENSGEMEINDE SAN JOSÉ DE APARTADÓ
Comunidad de Paz de San José de Apartadó
AA 243 de Apartadó
Antioquia
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 21. März 2012keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Jesús Emilio Tuberquia und die anderer BewohnerInnen der "Friedensgemeinde" San José de Apartadó.

  • Leiten Sie eine umfassende und unparteiische Untersuchung des Anschlags auf Jesús Emilio Tuberquia wie auch der Drohungen gegen BewohnerInnen der Friedensgemeinde von San José de Apartadó ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Zudem möchte ich Sie daran erinnern, dass die BewohnerInnen der "Friedensgemeinde" San José de Apartadó wie auch die übrige Zivilbevölkerung das Recht haben, nicht in den bewaffneten Konflikt hineingezogen zu werden.

  • Ich fordere Sie außerdem auf, unverzüglich von der Regierung zugesagte Maßnahmenen umzusetzen, um die paramilitärischen Gruppen in der Region aufzulösen und ihre Verbindungen mit den Sicherheitskräften zu unterbinden, wie es die UN und andere zwischenstaatliche Organisationen empfohlen haben.

Sachlage

Am 4. Februar feuerten in der Stadt Apartadó im Departamento Antioquia zwei Paramilitärs, die mit dem Motorrad unterwegs waren, Schüsse auf Jesús Emilio Tuberquia ab, den rechtlichen Vertreter der Friedensgemeinde San José de Apartadó. Jesús Emilio Tuberquia konnte unverletzt entkommen. Der Anschlag ereignete sich nur rund 100 Meter von einem Kontrollposten der Polizei entfernt. In den vergangenen Monaten sind wiederholt Berichte bekannt geworden, denen zufolge Paramilitärs die Region, in der die Friedensgemeinde San José de Apartadó ansässig ist, verstärkt ihrer Kontrolle zu unterwerfen versuchen. Dort sind auch die Sicherheitskräfte und die Guerillabewegung "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – FARC) mit Einheiten präsent. Bei der Friedensgemeinde gehen immer wieder Todesdrohungen ein.

Am 2. Februar vernichteten Soldaten in der Gegend von Mulatos in der Gemeinde Apartadó eine Getreideanbaufläche der Friedensgemeinde. Wenige Tage zuvor, am 28. Januar, waren Soldaten der kolumbianischen Armee in Mulatos aufgetaucht, hatten die BewohnerInnen der Friedensgemeinde bedroht und ankündigt, sie "auslöschen" zu wollen. Ebenfalls am 28. Januar waren Paramilitärs in der benachbarten Ortschaft El Porvenir aufgetaucht und hatten Schüsse in die Luft abgefeuert, als sie dort einen jungen Mann bemerkten, den sie anschließend festnahmen und vorübergehend in Haft hielten. Zwischen dem 24. und 27. Januar hatten Paramilitärs in den Ortschaften El Porvenir und La Esperanza Kleinbauern und Mitgliedern der Friedensgemeinde angedroht, dass man sie töten, ihren Viehbestand mitnehmen und die Gemeinde "auslöschen" werde.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Jesús Emilio Tuberquia und die anderer BewohnerInnen der "Friedensgemeinde" San José de Apartadó.

  • Leiten Sie eine umfassende und unparteiische Untersuchung des Anschlags auf Jesús Emilio Tuberquia wie auch der Drohungen gegen BewohnerInnen der Friedensgemeinde von San José de Apartadó ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Zudem möchte ich Sie daran erinnern, dass die BewohnerInnen der "Friedensgemeinde" San José de Apartadó wie auch die übrige Zivilbevölkerung das Recht haben, nicht in den bewaffneten Konflikt hineingezogen zu werden.

  • Ich fordere Sie außerdem auf, unverzüglich von der Regierung zugesagte Maßnahmenen umzusetzen, um die paramilitärischen Gruppen in der Region aufzulösen und ihre Verbindungen mit den Sicherheitskräften zu unterbinden, wie es die UN und andere zwischenstaatliche Organisationen empfohlen haben.

[APPELLE AN]

PRÄSIDENT
Señor Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26, Bogotá, KOLUMBIEN
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Señor Juan Carlos Pinzón
Ministerio de Defensa
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(korrekte Anrede: Sr. Ministro Pinzón / Sehr geehrter Herr Minister / Dear Minister Pinzón)
Fax: (00 57) 1 266 1003

KOPIEN AN
FRIEDENSGEMEINDE SAN JOSÉ DE APARTADÓ
Comunidad de Paz de San José de Apartadó
AA 243 de Apartadó
Antioquia
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BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 21. März 2012keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die "Friedensgemeinde" San José de Apartadó setzt sich aus BewohnerInnen mehrerer Weiler und Dörfer zusammen, die in der Gemeinde Apartadó des im Nordwesten Kolumbiens gelegenen Departamento Antioquia liegen. Die BewohnerInnen der Region verteidigen sowohl gegenüber den Sicherheitskräften als auch den Guerillaeinheiten ihr Recht, nicht in den bewaffneten Konflikt Kolumbiens hineingezogen zu werden, und wehren sich dagegen, für eine der Seiten Partei ergreifen zu müssen. Dementsprechend verweigern die BewohnerInnen auch das Tragen von Waffen und liefern keiner der beiden Seiten Informationen oder logistische Unterstützung. Als Gegenleistung verlangt die Friedensgemeinde, dass die an dem bewaffneten Konflikt beteiligten Parteien sich von ihrem Land fernhalten und ihre neutrale Position respektieren.

Die Friedensgemeinde San José de Apartadó wurde am 23. März 1997 gegründet. Seitdem sind über 170 BewohnerInnen der Friedensgemeinde getötet worden oder dem "Verschwindenlassen" zum Opfer gefallen, weitere Personen wurden bedroht oder sexuell missbraucht. Die BewohnerInnen der Friedensgemeinde befinden sich daher in ständiger Gefahr. Die Mehrzahl der Tötungen wurde von Paramilitärs mit Billigung und Unterstützung bewaffneter Truppen in der Region begangen. In anderen Fällen wurden die Tötungen von Guerillagruppen verübt. In den vergangenen zehn Jahren wurden neben BewohnerInnen auch Menschen getötet, die lediglich nahe des von der Friedensgemeinde besiedelten Gebietes lebten oder enge Verbindungen zu den BewohnerInnen unterhielten. Oftmals gingen den Tötungen Phasen massiver Drohungen gegen BewohnerInnen der Friedensgemeinde voraus. Allem Anschein nach sollen die Menschen durch solche Maßnahmen eingeschüchtert werden.

Personen, die ihre Teilnahme an dem bewaffneten Konflikt verweigern und für keine der beiden Seiten Partei ergreifen, sehen sich Verdächtigungen und Feindseligkeiten vonseiten der Paramilitärs, der Armee und der Guerillagruppierungen gegenüber. Die paramilitärischen Gruppen in Kolumbien sind angeblich im Rahmen des von der Regierung unterstützten Demobilisierungsprozesses, der im Jahr 2003 begann, aufgelöst worden. Dass diese Gruppen dennoch weiterhin existieren und operieren, belegen die von ihnen in verschiedenen Teilen des Landes verübten Tötungen und ihre Drohungen gegen MenschenrechtsverteidigerInnen und andere Mitglieder der Zivilgesellschaft.