Menschenrechtsverteidiger bedroht

Patrick Naagbaton, Koordinator des Zentrums für Umwelt, Menschenrechte und Entwicklung (Centre for Environment, Human Rights and Development – CEHRD) in Port Harcourt, Bundesstaat Rivers in Südnigeria, hat in den vergangenen zwei Wochen mehrere Morddrohungen erhalten. Amnesty International befürchtet, dass sein Leben in Gefahr ist.

Appell an

POLIZEICHEF DES BUNDESSTAATES RIVERS
Suleiman Abba
Commissioner of Police
Rivers State Command Headquarters
Moscow Road
Port Harcourt
NIGERIA
(korrekte Anrede: Dear Commissioner of Police)

Sende eine Kopie an

POLIZEICHEF
Hafiz Ringim
Force Headquarters
Loius Edet House
Shehu Shagari Way
Area 11 Garki, Abuja
NIGERIA
(korrekte Anrede: Dear Inspector General)

BOTSCHAFT DER BUNDESREPUBLIK NIGERIA
S.E. Herrn Ayodeji Lawrence Ayodele
Neue Jakobstraße 4, 10179 Berlin
Fax: 030-2123 0212
E-Mail: info@nigeriaembassygermany.org

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 17. Februar 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr um die Sicherheit von Patrick Naagbanton besorgt.

  • Ich bitte Sie eindringlich, umgehend wirksame Schutzmaßnahmen für Patrick Naagbanton und alle gefährdeten Angestellten des CEHRD zu gewährleisten, in Übereinstimmung mit den Wünschen der Betroffenen.

  • Führen Sie umgehend eine unabhängige und unparteiische Untersuchung der Drohungen durch, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich möchte Sie daran erinnern, dass MenschenrechtlerInnen das Recht haben, ihren Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Angst vor Repressalien nachzugehen, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for the safety of Patrick Naagbanton.

  • Urging the authorities to take immediate and effective action to protect Patrick Naagbanton, and any other CEHRD staff members who may be at risk, in consultation with the persons concerned.

  • Calling the authorities to order an immediate, thorough and independent investigation into the threats made with the results made public and those responsible brought to justice.

  • Reminding the authorities that human rights defenders have the right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals, as set out in the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognised Human Rights and Fundamental Freedoms.

Sachlage

Am 30. Dezember 2010 folgten Patrick Naagbanton zwei Personen in die Büros des CEHRD und bedrohten ihn in Gegenwart eines anderen Mitarbeiters mit dem Tod. Eine dritte Angestellte berichtete, dass sie ebenfalls von denselben Personen bedroht worden war. Am nächsten Tag gegen 23 Uhr wurde Patrick Naagbanton von einer dritten Person angerufen, die forderte, dass ihnen bis zum 1. Januar 2011 eine Geldsumme geliefert wird.

Am 1. Januar erhielt Patrick Naagbanton einen Anruf und wurde zu einer traditionellen Grabstätte im Bundesstaat Rivers bestellt. Der Anrufer sagte, Patrick Naagbanton werde getötet, sollte er nicht erscheinen. Der Menschenrechtsverteidiger versuchte erfolglos, den Polizeichef des Bundesstaates River zu erreichen. Später an diesem Tag und am 2. Januar erhielt er über das Telefon zwei weitere Morddrohungen.

Amnesty International geht davon aus, dass die Morddrohungen mit Patrick Naagbantons Arbeit als Menschenrechtsverteidiger in Zusammenhang stehen.

Die Arbeit des CEHRD konzentriert sich auf Umwelt-, Menschenrechts-, Gesundheits- und Unterentwicklungsprobleme in der Region des Niger Deltas.

Am 29. Dezember 2010 wurde Chidi Nwosu von Unbekannten in seinem Haus im Bundesstaat Abia erschossen. Er war der Vorsitzende der Stiftung für die Menschenrechte Gerechtigkeit und Frieden (Human Rights of Justice and Peace Foundation – HRJPF) und bekannt für seine Arbeit gegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen in Nigeria werden häufig mit Einschüchterungen, Schikanierungen und dem Tod konfrontiert.

In den vergangenen Jahren wurden viele JournalistInnen unter verdächtigen Umständen getötet. Bayo Ohu, der Assistenzredakteur der Zeitung The Guardian mit Sitz in Lagos, wurde im Jahr 2009 erschossen. Im Oktober 2008 wurde Eiphraim Audu, ein Radiojournalist des Nasarawa State Broadcasting Service, von sechs Unbekannten nahe seiner Wohnung in Lafia, Zentralnigeria, erschossen. Unbekannte erschossen Paul Abayomi Ogundeji, Mitglied der Redaktionsleitung der Zeitung Thisday, im August 2008 in Lagos. Er war bereits der zweite Redakteur von Thisday, der innerhalb von zwei Jahren ermordet wurde. Im Dezember 2006 kam Godwin Agbroko, der Vorsitzende der Redaktionsleitung von Thisday, unter ähnlichen Umständen ums Leben. Eine Kronzeugin der Untersuchung des Mordes an Paul Aboyomi Ogundeji wurde im Juni 2009 ebenfalls von Unbekannten in ihrem Haus im Bundesstaat Ogun erschossen.