DR Kongo: Aktivisten wieder frei
Diese Urgent Action ist beendet.
King Mwamisyo Ndungo und Elias Bizimungu, zwei junge Aktivisten der zivilgesellschaftlichen Bewegung Lutte pour le Changement (LUCHA), befinden sich wieder in Freiheit. Sie waren im April bzw. September 2022 willkürlich festgenommen und später vor einem Militärgericht in der Hauptstadt Goma zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Grund war die Wahrnehmung ihrer Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Elias Bizimungu wurde am 29. Mai 2023 nach einem Freispruch freigelassen. King Mwamisyo Ndungo kam am 27. Januar 2025 frei, als die bewaffnete Gruppe M23 Goma unter ihre Kontrolle brachte und es dabei zu einem Massenausbruch aus dem Gefängnis kam.
Der kongolesische Aktivist King Mwamisyo Ndungo nahm im Amnesty-Büro in Kenias Hauptstadt Nairobi Solidaritätsbriefe entgegen, die Menschen aus mehreren Ländern für ihn geschrieben hatten (3. September 2025).
© Amnesty International
Vielen Dank allen, die sich für King Mwamisyo Ndungo und Elias Bizimungu eingesetzt haben!
Sachlage
King Mwamisyo Ndungo und Elias Bizimungu waren zum Zeitpunkt ihrer Festnahme in der zivilgesellschaftlichen Bewegung Lutte pour le Changement (LUCHA) aktiv. Sie wurden im April bzw. September 2022 wegen konstruierter Anklagen allein deshalb festgenommen, weil sie ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung wahrgenommen hatten. Zuvor hatten sie den Militär- und Polizeibehörden in der Provinz Nord-Kivu im Osten des Landes vorgeworfen, die Menschen unter ihrer Zuständigkeit nicht angemessen zu schützen und an Menschenrechtsverletzungen im Rahmen des seit Mai 2021 bestehenden "Belagerungszustands" beteiligt gewesen zu sein. Amnesty International betrachtete die beiden Männer als gewaltlose politische Gefangene.
Am 27. Mai 2023 wurde Elias Bizimungu vor dem Hohen Gericht in Goma freigesprochen und am Abend des 29. Mai aus dem Gefängnis entlassen. Das Gericht urteilte, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe unbegründet waren, und ordnete seine sofortige Freilassung an.
King Mwamisyo Ndungo blieb derweil jedoch in Haft, und im Juli 2023 bestätigte ein militärisches Berufungsgericht seine fünfjährige Gefängnisstrafe. Er wurde fast drei Jahre lang willkürlich festgehalten, bis im Januar 2025 die bewaffnete Gruppe M23 Goma unter ihre Kontrolle brachte und es zu einem Massenausbruch aus dem Zentralgefängnis kam. Medienberichten zufolge wurde dabei tragischerweise auch der Frauentrakt des Gefängnisses in Brand gesteckt, und zahlreiche Frauen starben. King Mwamisyo Ndungo konnte während des Aufruhrs aus der Hafteinrichtung fliehen. Aus Sicherheitsgründen konnte Amnesty International diese Nachricht nicht vorher bekanntgeben, da erst bestätigt werden musste, dass er Goma sicher verlassen hat und nicht mehr in unmittelbarer Gefahr ist.
Amnesty International begrüßt die Tatsache, dass King Mwamisyo Ndungo nun frei und in Sicherheit ist; die Organisation verurteilt allerdings das Unrecht, das ihm widerfahren ist. King Mwamisyo Ndungo wurde wegen seines friedlichen Aktivismus und bürgerlichen Engagements auf der Grundlage von konstruierten Anklagen inhaftiert. Da er unter außergewöhnlichen Umständen entkommen ist und nicht auf gerichtlichem Wege freigesprochen wurde, wird Amnesty International Möglichkeiten ausloten, um einen offiziellen Freispruch zu erreichen.
Am 3. September 2025 kam King Mwamisyo Ndungo in das Büro von Amnesty International in Nairobi und nahm alle Solidaritätsbekundungen entgegen, die ihm von Amnesty-Unterstützer*innen während seiner Haftzeit geschickt worden waren. Er bedankte sich herzlich bei allen, die ihn unterstützt haben: 'Hallo liebe Mitglieder von Amnesty International. Ich bin ein Menschenrechtsverteidiger und Mitglied von Lucha. Ich möchte mich für die Solidaritätsbekundungen und ermutigenden Nachrichten bedanken, die ihr mir geschickt habt, als ich in Goma [im Gefängnis] war. Ich möchte mich [auch] dafür bedanken, dass ihr mir beigestanden und euch für mich eingesetzt habt. Ich bin so glücklich. Ich bin so stolz auf euch und ich danke euch. Ich schicke euch liebe Grüße.'
Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für die beiden Männer eingesetzt haben.