Aissatou Lamarana Diallo

Aissatou Lamarana Diallo sitzt auf dem Bett in einem Zimmer

Briefe gegen das Vergessen - September 2019

Seit vier Jahren fordert die Guineerin Aissatou Lamarana Diallo die Aufklärung der Erschießung ihres Mannes Thierno Sadou Diallo durch Sicherheitskräfte. Am 7. Mai 2015 hatte die Opposition zu Protesten gegen eine Änderung des Wahlkalenders durch die Regierung aufgerufen. Auch im Viertel Ratoma in der Hauptstadt Conakry, in dem Aissatou und ihr Mann Thierno wohnten, sollten Demonstrationen stattfinden. Laut Aussagen seiner Frau und Freunde interessierte sich Thierno Sadou Diallo nicht für Politik oder Proteste. Deshalb verbrachte er den Tag in einem ruhigeren Teil der Stadt. Am Abend kehrte er zurück, um bei seiner schwangeren Frau und seinen zwei Kindern zu sein.

Gegen 19 Uhr führte die Polizei eine Razzia in Ratoma durch. Thierno Sadou Diallo stand mit Freunden draußen, um zu sehen, was vor sich ging. Fünf Personen in Gendarmerie-Uniformen kamen auf die Gruppe zu und einer richtete eine Waffe auf sie. Aus Angst flüchtete sich die Gruppe in eine Seitenstraße, wurde jedoch von den Sicherheitskräften verfolgt. Ohne Vorwarnung feuerten sie zwei Schüsse ab, von denen einer Thierno Sadou Diallo in den Rücken traf. Als die Freunde ihn in eine nahe gelegene Klinik bringen wollten, versperrten die Gendarmen mit ihren Pick-ups die Straße und schossen auf die Gruppe, die versuchte, das Hindernis zu umgehen. Als die Freunde schließlich die Klinik erreichten, war Thierno Sadou Diallo bereits tot.

Die Familie von Aissatou Lamarana Diallo reichte einen Tag nach den Vorfällen Klage bei der Generalstaatsanwaltschaft ein. Bislang wurde jedoch niemand angeklagt und zur Rechenschaft gezogen, und die Witwe hat keine Entschädigung erhalten. Sie fordert Gerechtigkeit und eine Entschädigungszahlung, damit sie für ihre drei Kinder sorgen und in Würde leben kann.

Bitte schreiben Sie bis zum 31. Oktober höflich formulierte Briefe an den Justizminister und fordern Sie ihn auf, eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse durchzuführen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Fordern Sie zudem eine Entschädigung für die Witwe Aissatou Lamarana Diallo und ihre drei kleinen Kinder.

Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Excellence Monsieur
Mamadou Lamine Fofana
Ministre de la justice, Garde des Sceaux
Ministère de la justice
BP. 564
Conakry
Republik Guinea
(Anrede: Sehr geehrter Herr Minister / Dear Minister)

(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,10 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Republik Guinea
S. E. Herrn Mamadou Siradiou Diallo
Jägerstraße 67-69, 10117 Berlin
Fax: 030 – 200 743 333
E-Mail:
info@amba-guinee.de
(Standardbrief: 0,80 €)

Appell an:

Excellence Monsieur Cheikh Sakho

Ministre de la justice, Garde des Sceaux

Ministère de la justice

BP. 564

Conakry, Republik Guinea

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Guinea
S. E. Herrn Mamadou Siradiou Diallo
Jägerstraße 67-69, 10117 Berlin
Fax: 030 – 200 743 333
E-Mail:
info@amba-guinee.de