EIN RÜCKBLICK AUF ERFOLGE IM JAHR 2017

Werden Menschenrechtsverletzungen öffentlich, kann das die Verantwortlichen zum Handeln bewegen: Ob Freilassungen oder Gesetzesänderungen, auch 2017 konnte Amnesty gemeinsam mit Unterstützerinnen und Unterstützern viele positiven Entwicklungen und Erfolge erzielen. Ein Rückblick auf bewegende Momente von Januar bis Dezember 2017. 

JANUAR

Porträt von befreitem politischen Gefangenen in Gambia

Die Arbeit von Amnesty bewirkt etwas. Alle Menschen, die ins Gefängnis gesteckt wurden, wissen die Arbeit von Amnesty sehr zu schätzen.

Amadou
Sanneh
gambischer Oppositioneller, der nach mehrjähriger Haft freikam

Drei Oppositionelle in Gambia freigelassen

Mehr als drei Jahre haben sich Amnesty-Mitglieder für die Freilassung der Oppositionellen Amadou Sanneh und der beiden Brüder Malang und Alhagie Sambou Fatty eingesetzt – mit Erfolg: im Januar wurden sie aus der Haft entlassen.

Innovativer digitaler Bericht macht auf syrisches Foltergefängnis Saydnaya aufmerksam

Basierend auf Berichten ehemaliger Gefangener gibt die interaktive digitale Dokumentation über das Saydnaya-Gefängnis in Syrien einen Einblick in das berüchtigte Militärgefängnis. In Saydnaya wurden hunderte Menschen festgehalten, die letztlich spurlos verschwanden. Wir wollten die Verbrechen, die in diesem syrischen Foltergefängnis begangen wurden, genau dokumentieren, um endlich für Gerechtigkeit zu sorgen. Die Amnesty-Dokumentation wurde im Januar mit dem begehrten Peabody-Facebook-Award für herausragende Leistungen im Bereich Digital Reporting ausgezeichnet. Sie fand daraufhin erneut ein breites Echo in den Medien.

Luftaufnahme des nördlich von der syrischen Hauptstadt Damaskus gelegenen Saydnaya-Gefängnisses

Luftaufnahme des nördlich von der syrischen Hauptstadt Damaskus gelegenen Saydnaya-Gefängnisses

FEBRUAR

Usbekischer Journalist kommt nach 17 Jahren Haft endlich frei

Er war einer der am längsten inhaftierten Journalisten der Welt: Muhammad Bekzhanov ist nach 17 Jahren Gefangenschaft in Usbekistan wieder frei. Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt setzten sich im Rahmen des Amnesty-Briefmarathons 2015 und auch danach für ihn ein.

Schließung von weltgrößtem Flüchtlingslager Dadaab verhindert

Die kenianische Regierung hatte angekündigt das größte Flüchtlingslager der Welt, das Dadaab, schließen zu wollen – unmittelbar daraufhin wurden Amnesty-Mitglieder aktiv: Sie forderten die Regierung dazu auf, die Abschiebung somalischer Flüchtlinge zu stoppen und nach Alternativen zu suchen. Im Februar untersagte das kenianische Oberste Gericht die Schließung des Lagers – eine lebensrettende Entscheidung. Zuvor hatten zwei örtliche Menschenrechtsorganisationen mit der Unterstützung von Amnesty International Rechtsmittel gegen die Schließung eingelegt. Die Richter zitierten bei der Urteilsverkündung den Bericht von Amnesty International.

Eine Mutter sitzt mit ihren Kinder in einer Gruppe von Menschen unter freiem Himmel

Flüchtlinge im Dadaab-Flüchtlingslager in Kenia

MÄRZ

Japanischer Friedensaktivist freut sich über Unterstützungsbriefe

Der 64-jährige Hiroji Yamashiro wurde im März, einen Tag nach seiner ersten Gerichtsverhandlung, gegen Kaution freigelassen. Man hatte ihn 2016 wegen seiner Rolle bei den friedlichen Protesten gegen den Bau einer neuen Einrichtung des US-Marinekorps bei Takae in Okinawa festgenommen. Hiroji Yamashiro war fünf Monate lang unter restriktiven Haftbedingungen inhaftiert. Da das Gefängnis jegliche externe Kommunikation untersagt hatte, konnte Hiroji Yamashiro erst nach seiner Freilassung die über 400 Solidaritätsbriefe lesen, die ihm zugesendet wurden – er freute sich riesig und bedankte sich bei allen für ihren Einsatz!

Argentinien entscheidet, dass Fehlgeburten nicht strafbar sind

Als die 27-jährige Belén in einem öffentlichen Krankenhaus in Argentinien eine Fehlgeburt erlitt, wurde sie unter drakonischen Gesetzen, die ein absolutes Abtreibungsverbot vorsehen, zu einer achtjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Nachdem sie vor dem Obersten Gerichtshof Berufung einlegte und Amnesty International und andere Akteurinnen und Akteure im Rahmen einer großangelegten Kampagne auf ihren Fall aufmerksam machten, wurde Belén freigesprochen: Es ist ein großer Schritt für die Wahrung der Menschenrechte in Argentinien.

Aktivistinnen in Argentinien demonstrieren zum Weltfrauentag 2017

Protest zum Weltfrauentag in Argentinien 2017

APRIL

Schnelle Unterstützung rettet Leben im Iran und in den USA

Tweets und Appelle von tausenden Menschen an die Behörden retteten im Iran mindestens zwei Menschenleben. Im Februar konnte Hamid Ahmadis drohende Hinrichtung in letzter Sekunde abgewendet werden und im April wurde auch Salar Shadizadi vor der Exekution bewahrt und kam frei. Die beiden jungen Männer waren wegen Straftaten zum Tode verurteilt worden, die sie im Alter von nur 17 beziehungsweise 15 Jahren begangen hatten. Ebenso gaben die US-amerikanischen Behörden dem Druck von Amnesty-Unterstützerinnen und –Unterstützern nach und hoben das Todesurteil des ukrainischen Staatsbürgers Ivan Teleguz nur fünf Tage vor seiner geplanten Hinrichtung auf. Danke!

Gesetzesreform zu Schwangerschaftsabbrüchen in Irland rückt näher

Ein Komitee, das die strengen Abtreibungsgesetzen in Irland untersuchte, stimmte für eine Gesetzesreform, die Frauen und Mädchen den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erleichtert. Daraufhin sprachen sich zwei Drittel der Bürgerversammlung für das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch auf Antrag aus. Die Reform-Empfehlungen der Versammlung liegen nun dem Parlament vor. Das Abstimmungsergebnis deckt sich mit einer kürzlich von Amnesty International in Auftrag gegebenen Umfrage, der zufolge sich 80 Prozent der irischen Bevölkerung dafür aussprechen, die Gesundheit der Frauen bei etwaigen Reformen des irischen Abtreibungsgesetzes in den Mittelpunkt zu stellen. Amnesty International hatte auch die erschütternden Erfahrungen der Frauen und Mädchen dokumentiert, die sich in Irland um einen Schwangerschaftsabbruch bemühten: Ihre Rechte werden durch die strengen Abtreibungsgesetze vielfach verletzt.

Menschenmengen demonstrieren mit Bannern und Plakaten

Demonstration für einen erleichterten Zugang zu Schwangerschaftsabbruch in der irischen Hauptstadt Dublin im September 2015

MAI

Porträt von Chelsea Manning

Ich unterstütze eure Arbeit, mit der ihr Menschen schützt, denen Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit und Würde vorenthalten werden.

Chelsea
Manning
US-amerikanische Whistleblowerin, die ursprünglich zu 35 Jahren Haft verurteilt wurde

Chelsea Manning kommt frei

Chelsea Manning wurde am 17. Mai freigelassen, nachdem ihre 35-jährige Freiheitsstrafe wegen Weitergabe vertraulicher Informationen im Januar durch den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama erheblich verkürzt worden war. Mehr als 250.000 Menschen hatten 2015 im Rahmen des Amnesty-Briefmarathons Briefe geschickt, in denen sie die Freilassung von Chelsea Manning forderten. 

Unternehmen müssen auf Vorwürfe zur Palmöl-Produktion reagieren

Auf den indonesischen Palmöl-Plantagen von Wilmar – einem der größten Palmöl-Produzenten weltweit – beginnen sich die Arbeitsbedingungen einiger dort Beschäftigter zu verbessern. Zuvor hatte Amnesty den Bericht "The Great Palm Oil Scandal" veröffentlicht. Laut Angaben von Arbeiterinnen und Arbeitern erhalten sie jetzt einen erfolgsunabhängigen Tageslohn. Zudem gab es eine Lohnerhöhung von etwa 25 Prozent und die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter haben jetzt einen unbefristeten Vertrag. Diesen Verbesserungen war eine Aktionswoche vorausgegangen, die sich an fünf Unternehmen richtete, die ihr Palmöl von Wilmar beziehen: Colgate-Palmolive, Kellogg’s, Nestlé, Procter & Gamble sowie Unilever.

Historische Entscheidung in Prozess gegen peruanische Umweltschützer

Einen vielbeachteten Sieg konnten peruanische Umweltschützerinnen und Umweltschützer im Fall der Menschenrechtsverteidigerin Máxima Acuña Atalaya verbuchen. Vor fast fünf Jahren wurde Máxima Acuña völlig grundlos wegen illegaler Besetzung eines fremden Grundstücks angezeigt. Nun erklärte das Oberste Gericht Perus die Anschuldigungen für haltlos. Im Vorfeld der Entscheidung wurden mehr als 150.000 Unterstützungs- und Solidaritätsbekundungen von Amnesty-Unterstützerinnen und –Unterstützern gesammelt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überreichten Máxima Acuña die Briefe persönlich in ihrem Haus in den peruanischen Bergen.

Taiwans höchstes Gericht spricht sich für die Ehe für alle aus

Im Mai hat das Verfassungsgericht von Taiwan entschieden, dass das bisher geltende Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen gegen den in der Verfassung verankerten Schutz der Menschenwürde und gegen die Gleichberechtigung verstoße. Damit spricht sich Taiwan als erstes asiatisches Land für die gleichgeschlechtliche Ehe aus. Amnesty-Unterstützerinnen und -Unterstützer aus mehr als 40 Ländern hatten die taiwanesischen Behörden aufgefordert, "Ja zu sagen". Amnesty Taiwan und Partnerorganisationen hatten die Argumente aus aller Welt in einer Großveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert. Die taiwanesische Regierung hat nach der Gerichtsentscheidung nun zwei Jahre Zeit, die entsprechenden Gesetze auf den Weg zu bringen, um die Ehe für alle möglich zu machen. Wir werden uns mit Aktionen verstärkt dafür einsetzen, dass es nicht so lange dauert.

Eine Protestgruppe steht mit bunten Lichtern in der Dunkelheit zusammen

Menschen feiern in Taiwans Hauptstadt Taipeh die Gerichtsentscheidung zur gleichgeschlechtlichen Ehe im Mai 2017

JUNI

Porträt einen Mannes vor grünen Laub- und Nadelsträuchern

Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen bei Amnesty International für ihre Unterstützung während meiner Haft. Eure Hilfe hat meiner Familie Kraft gegeben. Danke!

Hua Haifeng
chinesischer Arbeitsrechtsaktivist

Drei chinesische Arbeitsrechtsaktivisten gegen Kaution freigelassen

Hua Haifeng, Li Zhao und Su Heng kamen gegen Kaution frei. Sie waren festgenommen worden, weil sie Untersuchungen zu den Arbeitsbedingungen in den chinesischen Produktionsstätten des Schuhkonzerns Huajian angestellt hatten. 

Inhaftierter Aktivist erhält lebensrettende Behandlung

Der syrisch-kurdische Oppositionsaktivist Suleiman Abdulmajid Oussou war seit Mai von Asayish-Einsatzkräften unter sehr schlechten Bedingungen festgehalten worden. Er litt unter lebensbedrohlichen Herzproblemen. Nachdem er schriftlich zugesichert hatte, zu seiner Gerichtsverhandlung zu erscheinen, wurde er am 24. Juni aus dem Allaya-Gefängnis der Stadt Qamischli im Nordosten Syriens entlassen, um sich ärztlich behandeln zu lassen. Dank eurer Hilfe erhält Suleiman Oussou jetzt die nötige medizinische Versorgung und erholt sich zuhause.

JULI

Pro-Abtreibungs-Demo in Santiago de Chile am 15.07.2017

Demo für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in Santiago de Chile am 15.07.2017

Bahnbrechender Sieg für Frauenrechte in Chile

Die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen unter bestimmten Umständen ist ein Triumph für die Menschenrechte und ein Sieg für den Schutz von Frauen und Mädchen in ganz Chile. Mit der Entscheidung erklärt Chiles Verfassung Schwangerschaftsabbrüche für zulässig, wenn eine Schwangerschaft das Ergebnis von Vergewaltigung oder Inzest ist, wenn das Leben der schwangeren Frau in Gefahr ist oder wenn feststeht, dass das Kind mit schwersten Behinderungen geboren wird. 

Umweltaktivist kommt aus dem Gefängnis frei

Der Umweltaktivist Clovis Razafimalala setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz des Regenwaldes in Madagaskar ein. Im September 2016 inhaftierten ihn die Behörden unter dem Vorwurf, er habe einen Protest organisiert, an dem er nicht einmal teilgenommen hatte. Die folgenden zehn Monate verbrachte er im Gefängnis. Im Juli wurde er entlassen und vom Vorwurf der Rebellion freigesprochen. Doch wegen zwei anderen Vorwürfen wurde er schuldig gesprochen und zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Da Amnesty International von einem Einschüchterungsversuch ausgeht, haben wir andere Umweltschützerinnen und Umweltschützer in Madagaskar gewarnt. Clovis Razafimalala sagte: "Vielen Dank an alle bei Amnesty International. Ohne euch wäre ich nicht aus dem Gefängnis gekommen." Auch im Rahmen des Briefmarathons 2017 setzte sich Amnesty weiterhin für ihn und für das Fallenlassen der Anklage gegen ihn ein.

YouTube-Video mit Clovis Razafimalala

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AUGUST

Kampagnenarbeit führt zur Freilassung von Menschenrechtlern

Im August wurden einige Menschenrechtsverteidiger aus dem Gefängnis entlassen, nachdem sich Amnesty-Unterstützerinnen und -Unterstützer ihrer Fälle angenommen hatten. Hierzu zählten Dr. Mudawi aus dem Sudan sowie der ehemalige usbekische Regierungsangestellte und UN-Mitarbeiter Erkin Musaev und Yusman Telaumbanua aus Indonesien. Yusman ist seither in der indonesischen Bewegung zur Abschaffung der Todesstrafe aktiv, indem er seine eigenen Erfahrungen als ehemals zum Tode verurteilter Häftling in die Kampagne einbringt. Lim Hyeon-soo, der humanitäre Hilfseinsätze nach Nordkorea organisiert hatte und deshalb inhaftiert worden war, sowie der gewaltlose politische Gefangene Maks Bokaev erhielten außerdem medizinische Notversorgung.

Erkin Musaev sitzt lächelnd auf einem Sofa

Der usbekische ehemalige Regierungsbeamte Erkin Musaev wurde nach elf Jahren rechtswidriger Haft im August 2017 freigelassen

SEPTEMBER

Vergleich von Satellitenaufnahmen mit und ohne Brandspuren

Satellitenaufnahmen des Orts Inn Din vor und nach den Angriffen auf Rohingyagebiete im August und September 2017

Myanmars Militär darf nicht ungestraft töten

Unsere Untersuchungen anhand von Satellitenbildern, Fotos, Videos und Zeugenaussagen zeigen deutlich: Das Militär von Myanmar verfolgte eine Strategie der verbrannten Erde und ist für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich – einschließlich willkürlicher Festnahmen, rechtswidriger Tötungen und ethnischer Säuberungen. Wir waren die ersten, die den Einsatz von Antipersonenminen entlang der Grenze zu Bangladesch bestätigten. In unzähligen Medienkampagnen kämpften wir für ein Ende der Gewalt, ein umfassendes Waffenembargo und einen Zugang für humanitäre Organisationen in die Region sowie eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen. Mit eurer Hilfe können wir sicherstellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Unsere Kampagne #Giveahome war ein weltweiter Erfolg

Als Antwort auf die gegenwärtigen globalen Fluchtbewegungen nahmen 1.000 Künstlerinnen und Künstler an mehr als 300 Veranstaltungen in 60 Ländern teil. Sie verbreiteten dabei die eindrucksvolle Botschaft von #Giveahome. Bei der Umsetzung dieser großartigen Initiative arbeiteten wir mit Sofar Sounds zusammen. Unser Ziel: Flüchtlinge willkommen zu heißen und dabei Menschen zusammenzuführen. Unter den Beteiligten waren etablierte sowie aufstrebende Kunstschaffende wie etwa Ed Sheeran, Gregory Porter, Hot Chip, Jessie Ware und Mashrou’ Leila.

YouTube-Video zu "#Giveahome"

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OKTOBER

Überwältigender Sieg: Freilassung von Ibrahim Halawa

Die Freilassung des irischen Staatsbürgers Ibrahim Halawa war ein überwältigender Sieg. Dank des unermüdlichen Engagements der Unterstützerinnen und Unterstützer von Amnesty International konnte seine vierjährige Tortur hinter ägyptischen Gefängnismauern beendet werden. Ibrahim Halawa ist wieder bei seiner Familie in Irland, die mit folgenden Worten zurückblickt: "Viele großartige Leute waren von Ibrahims Unschuld überzeugt, setzten sich für ihn ein und unterstützen die Familie."

Die Direktorin von Amnesty International Türkei wird freigelassen 

Im Oktober freuten wir uns über die Freilassung der türkischen Amnesty-Direktorin İdil Eser. Sie wurde im Juli im Rahmen verschärfter Repressionen  gegen türkische Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger auf der Grundlage haltloser Vorwürfe in Verbindung mit "Terrorismus" festgenommen. Sie und indirekt auch ihre Kolleginnen und Kollegen bei Amnesty Türkei wurden mit der Haft auf eine harte Probe gestellt. Ihre Kraft und ihr Durchhaltevermögen dienen uns allen als Inspiration. "Ich glaube, dass Organisationen wie Amnesty International in einer Welt immer wichtiger werden, in der Spaltungen und Fremdenfeindlichkeit immer stärker um sich greifen", schrieb İdil Eser aus dem Gefängnis: "Ich glaube, dass unser Einsatz die Solidarität der Menschenrechtsorganisationen zueinander gestärkt hat und freue mich sehr darüber." Wir bedanken uns bei all jenen in der Bewegung, deren harte Arbeit und Beharrlichkeit zu diesem Ergebnis geführt hat. Wir werden weiterkämpfen, bis auch der Vorsitzende der türkischen Amnesty-Sektion, Taner Kılıç, frei ist; ebenso wie alle anderen, die sich ohne Rechtsgrundlage in Haft befinden.

YouTube-Video mit İdil Eser

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NOVEMBER

Ein Kind sortiert mit den Händen Steine

Ein 13-Jähriger sortiert kobalthaltige Steine am Stadtrand von Kolwezi in der Demokratischen Republik Kongo im Mai 2015

Großkonzerne starten Untersuchungen im Bereich Kinderarbeit

Im November veröffentlichten wir ein Update zu unserem Kobalt-Bericht aus 2016, in dem verschiedene größere Unternehmen mit Menschenrechtsverletzungen in Kobaltminen in der Demokratischen Republik Kongo in Verbindung gebracht werden. Die im Bericht genannten Firmen – einschließlich Huayou Cobalt aus China und BMW aus Deutschland – entsandten Vertreterinnen und Vertreter zur Vorstellung des Berichts. Dies zeigt, dass sie unsere Arbeit und die resultierenden Folgen für ihre Marken ernst nehmen. Nach der Veröffentlichung des Berichts leitete London Metal Exchange – eine der Organisationen, die für die Festlegung der weltweiten Metallpreise verantwortlich ist – Untersuchungen dazu ein, ob von Kindern abgebautes Kobalt in London gehandelt wird. Die Organisation forderte seine Mitglieder außerdem dazu auf, Details zu ihren Abbaupraktiken offenzulegen.

Todesurteil gegen mauretanischen Blogger aufgehoben

Das Berufungsgericht von Nouadhibou hat sein Todesurteil aufgehoben, bald soll der Blogger Mohamed Ould Cheikh Mkhaïtir freigelassen werden. Ihm wurde ein "blasphemischer" Kommentar auf Facebook vorgeworfen. Das Gericht verurteilte ihn nun zu einer zweijährigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von rund 140 Euro. Das Urteil erging, nachdem eine Delegation von Amnesty International unter Leitung des internationalen Generalsekretärs Salil Shetty im vergangenen Jahr nach Mauretanien reiste, um vor Ort auf die Menschenrechtssituation im Land aufmerksam zu machen.

Wir haben den Verkauf von illegalen Folter-Werkzeugen in Paris aufgedeckt

Amnesty International hat auf der Sicherheitsmesse Milipol in Paris an einem Stand chinesischer Unternehmen illegale Folter-Ausstattung – unter anderem Elektroschock-Westen, mit Spitzen versehene Schlagstöcke und schwere Fußeisen – entdeckt. Eine EU-Verordnung verbietet seit 2006 Einfuhr und Ausfuhr von Gütern, die der Folter dienen. Seit 2016 ist auch das Angebot auf Messen untersagt. Wir haben schnell reagiert und eine Pressemitteilung veröffentlicht. Der Stand, der das Material angeboten hatte, wurde geschlossen, die Behörden leiteten eine Untersuchung ein und der Fall erfuhr in internationalen Medien viel Aufmerksamkeit.

Norwegische Teenager solidarisieren sich mit Taibeh Abbasi

Tausende Teenager beteiligten sich an einer Solidaritätsdemonstration für die 18-jährige Taibeh Abbasi, der die Abschiebung in ein Land droht, in dem sie noch nie gewesen ist: Afghanistan. Ihr Appell an die norwegische Regierung war deutlich: Schützt afghanische Jugendliche wie Taibeh und zwingt sie nicht, das Land zu verlassen, sobald sie volljährig werden! In Norwegen unterzeichneten mehr als 100.000 Teilnehmende die Amnesty-Petition gegen Abschiebungen nach Afghanistan – vielen Dank! Die Online-Petition an den deutschen Bundesinnenminister findet ihr unter:  https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/keine-abschiebungen-nach-afgh….

Eine Gruppe von Jugendlichen steht Arm in Arm auf einem Grünstreifen neben einer Straße für ein Porträtfoto

Taibeh Abbasi (fünfte Person von links) mit Freundinnen und Freunden in Trondheim im Oktober 2017

DEZEMBER

Drei Mächen stehen an einem Tisch und schreiben und falten Briefe, im Vordergund steht ein Briefkasten mit der Aufschrift "Schreib für Freiheit", in dessen Schlitz ein Brief gesteckt wird von einer Hand, die von links ins Bild ragt

Briefmarathon-Workshop an der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Potsdam am 27. November 2017

Eure Worte haben hunderte Menschenleben verändert

Im Dezember findet unser jährlicher Briefmarathon statt – und jedes Jahr ist euer Einsatz einfach großartig. Im vergangenen Jahr habt ihr 4.660.774 Briefe, Tweets und andere Botschaften versendet. So habt ihr eure Unterstützung ausgesprochen, die den Adressatinnen und Adressaten viel bedeutete. Der US-amerikanische Whistleblower Edward Snowden allein erhielt beim Briefmarathons 2016 Nachrichten von 710.024 Amnesty-Unterstützerinnen und –Unterstützern aus 110 Ländern! 

Ein Mann sitzt auf einem Sofa und ließt lächelnd einen Brief, während ein anderer Mann betrachtend neben ihm sitzt

Ich möchte mich bei euch von ganzem Herzen für eure großartige Unterstützung bedanken.

Edward
Snowden
US-amerikanischer Whistleblower