Iran - Sieben Angehörige der religiösen Minderheit der Baha'i

Sieben Angehörige der religiösen Minderheit der Baha'i

Sieben Angehörige der religiösen Minderheit der Baha'i

Dezember 2015

Fariba Kamalabadi Taefi, Mahvash Sabet, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaei, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm gehören der religiösen Minderheit der Baha'i im Iran an und sind Mitglieder einer Koordinierungsgruppe, die religiöse und administrative Angelegenheiten der Baha'i regelt. Sie verbüßen derzeit eine zehnjährige Haftstrafe, die offenbar mit ihrer friedlichen Religionsausübung zusammenhängt. Die Religion der Baha'i wird von der iranischen Verfassung nicht anerkannt, sodass sie ihren Glauben nicht frei praktizieren dürfen. Seit ihrer Festnahme im Jahr 2008 haben die Inhaftierten nur eingeschränkt Zugang zu ihren Rechtsbeiständen. Die fünf Männer und zwei Frauen wurden im August 2010 von einem Revolutionsgericht in Teheran zu je 20 Jahren Haft verurteilt. Die Vorwürfe lauteten u. a. „Spionage für Israel“, „Beleidigung religiöser Heiligtümer“ und „Propaganda gegen den Staat“. Der Prozess wies einige Unregelmäßigkeiten auf. Amnesty International hat in der Vergangenheit wiederholt kritisiert, dass Verfahren vor iranischen Revolutionsgerichten nicht den Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen. Im September 2010 teilten die Behörden den Rechtsbeiständen mit, dass das Strafmaß auf zehn Jahre Gefängnis herabgesetzt worden sei. Dies ist bisher jedoch noch nicht schriftlich bestätigt worden. Berichten zufolge werden die sieben Personen unter schlechten Bedingungen in kleinen Zellen festgehalten. Die Entwicklungspsychologin Fariba Kamalabadi Taefi und die Lehrerin Mahvash Sabet wurden in den ersten Monaten ihrer Haft in Einzelhaft gehalten. Alle haben nur eingeschränkten Zugang zu ihren Familien. Afif Naeimi wurde am 20. Oktober 2015 in ein Krankenhaus eingeliefert, um sich behandeln zu lassen und Medikamente zu erhalten. Er leidet unter anderem an geschwollenen Lymphknoten, und sein Zustand hat sich durch die mangelhafte medizinische Versorgung im Gefängnis weiter verschlechtert.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an die Oberste Justizautorität und fordern Sie die umgehende und bedingungslose Freilassung der sieben gewaltlosen politischen Gefangenen (bitte Namen nennen), da sie allein aufgrund ihres Glaubens bzw. ihrer friedlichen Aktivitäten für die Rechte der Baha'i inhaftiert sind. Bitten Sie darum, den Inhaftierten regelmäßigen Zugang zu ihren Familien, Rechtsbeiständen und jeder nötigen medizinischen Versorgung zu gewähren.

Schreiben Sie in gutem Persisch, Englisch oder auf Deutsch an: Ayatollah Sadegh Larijani c/o Public Relations Office Number 4, 2 Azizi Street Vali Asr Ave., above Pasteur Street intersection Tehran, IRAN E-Mail: über die Webseite: http://www.bia-judiciary.ir/tabid/62/Default.aspx (Anrede: Your Excellency / Exzellenz) (Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,80 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Islamischen Republik Iran S. E. Herrn Ali Majedi Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin Fax: 030 – 84 35 35 35 E-Mail: info@iranbotschaft.de