Usbekistan - Azam Farmonov

Azam Farmonov

Azam Farmonov

August 2014

Azam Farmonov, Mitglied der unabhängigen Menschenrechtsorganisation „Human Rights Society of Uzbekistan“, verbüßt eine neunjährige Haftstrafe in einem abgelegenen Hochsicherheitsgefangenenlager im Nordwesten von Usbekistan. Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen. Azam Farmonov wurde am 29. April 2006 in seiner Heimatstadt Gulistan im Osten des Landes festgenommen. In Untersuchungshaft hatte er mindestens eine Woche lang keinen Kontakt zur Außenwelt. Später erzählte er seiner Familie, dass er geschlagen worden sei. Zudem hätten Polizeibeamte ihm eine Gasmaske übergezogen und die Luftzufuhr abgedreht. Er gab an, mit Knüppeln auf die Beine und die Fußsohlen geschlagen worden zu sein, um ihn zu einem „Geständnis“ zu zwingen. Trotz der Folterungen hat er nie ein Geständnis unterzeichnet und stets seine Unschuld beteuert. Vor seiner Festnahme hatte Azam Farmonov sich für die Rechte lokaler Bauern und Bäuerinnen eingesetzt, die einigen Vertretern der für Landwirtschaft zuständigen Behörden Erpressung, Korruption und mangelnden Schutz der Interessen der Bauern vorgeworfen hatten. Am 16. Mai 2006 wurde Azam Farmonov selbst wegen Erpressung angeklagt. Seine Familie weigerte sich jedoch, den staatlich gestellten Rechtsbeistand zu akzeptieren, nachdem sie erfuhr, dass der Anwalt die schriftliche Anzeige, in der Azam Farmonov die Folterungen beschrieben hatte, zerrissen hatte. Azam Farmonov wurde am 15. Juni 2006 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil basierte hauptsächlich auf Aussagen, die Bauern unter Zwang gemacht hatten. Azam Farmonov hatte während des Gerichtsverfahrens keinen Rechtsbeistand. Er erstattete bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige wegen der Folterungen, und auch seine Familie hat zahlreiche Beschwerden bei den zuständigen Behörden eingereicht. Dennoch sind bis zum heutigen Tag keine Untersuchungen der Foltervorwürfe eingeleitet worden.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den usbekischen Präsidenten und fordern Sie ihn auf, Azam Farmonov unverzüglich und bedingungslos freizulassen. Bitten Sie ihn außerdem, sofort eine umfassende Untersuchung der von Azam Farmonov erhobenen Foltervorwürfe einzuleiten.

Schreiben Sie in gutem Usbekisch, Russisch, Englisch oder auf Deutsch an: Präsident Islam Karimov Rezidentsia prezidenta ul. Uzbekistanskaia 43 Tashkent 700163 USBEKISTAN (Anrede: Dear President / Sehr geehrter Herr Präsident) Fax: 00 998 - 71 139 53 25 E-Mail: presidents_office@press-service.uz

(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,75 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Republik Usbekistan S. E. Herrn Durbek Amanov Perleberger Straße 62, 10559 Berlin Fax: 030 - 39 40 98 62 E-Mail: botschaft@uzbekistan.de