Studierenden droht Folter

Seit dem 4. Februar werden die beiden der Opposition nahestehenden Studentenaktivisten Al Mukaddas und Mohammad Waliullah vermisst. Nach Beobachtungen von AugenzeugInnen wurden die beiden Studierenden in Savar nördlich der Hauptstadt Dhaka von der Kriminalpolizei und Einsatzkräften der Rapid Action Battalion (RAB) festgenommen, einer Spezialeinheit der Polizei. Die RAB bestreitet, die beiden jungen Männer in Haft zu halten, konnte jedoch die Angaben der AugenzeugInnen nicht glaubhaft widerlegen. Es besteht die Gefahr, dass Al Mukaddas und Mohammad Waliullah gefoltert und außergerichtlich hingerichtet werden.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie höflich auf, die mutmaßliche Entführung von Al Mukaddas und Mohammad Waliullah umgehend zu untersuchen und die Ermittlungsergebnisse öffentlich bekannt zu geben.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass die körperliche Unversehrtheit von Al Mukaddas und Mohammad Waliullah gewährleistet wird und die beiden Studierenden vor Folter und anderer unmenschlicher Behandlung geschützt werden, falls sie sich im Gewahrsam der Behörden befinden.

  • Falls Al Mukaddas und Mohammad Waliullah sich in Gewahrsam befinden sollten, so sorgen Sie bitte dafür, dass sie entweder einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt oder aber aus der Haft entlassen werden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the authorities to launch an immediate investigation into the alleged abduction of Al Mukaddas and Mohammad Waliullah to publish the conclusions of that investigation.

  • Seeking assurances that Al Mukaddas and Mohammad Waliullah’s physical safety will be protected and that they are not subjected to torture or other inhumane treatment should they be found to be in the custody of the authorities.

  • If it is established that they are detained, calling on the authorities to release them unless they can bring recognizably criminal charges against them.

Sachlage

Am 4. Februar waren Al Mukaddas und Mohammad Waliullah, zwei Mitglieder der islamischen Studierendenorganisation Bangladesh Islami Chhatra Shibir, mit dem Bus von Dhaka in die Provinz Kushtia unterwegs, um ihr Studium an der dortigen Universität fortzusetzen. Auf der Strecke geriet der Bus in einen Stau. AugenzeugInnen gaben an, daraufhin habe sich ein Kleintransporter dem Bus genähert. Aus dem Fahrzeug seien sieben oder acht uniformierte Männer ausgestiegen, von denen sich einige als RAB-Mitglieder, andere als Angehörige der Kriminalpolizei ausgewiesen hätten. Die Männer hätten den Bus durchsucht und Al Mukaddas und Mohammad Waliullah mit der Begründung festgenommen, gegen die beiden lägen Verdachtsmomente vor. Die beiden Studierenden, so die Auskunft der Männer, würden vernommen und anschließend wieder freigelassen werden. Seitdem gibt es von Al Mukaddas und Mohammad Waliullah kein Lebenszeichen mehr. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt.

Am 11. Februar hielten die Familien von Al Mukaddas und Mohammad Waliullah in den Räumlichkeiten des Presseclubs in Dhaka eine Pressekonferenz ab, auf der sie den Vorwurf erhoben, ihre beiden Angehörigen seien von der Polizei verschleppt worden. Die RAB bestritt in einer Stellungnahme gegenüber einer inländischen Zeitung, die beiden Männer festgenommen zu haben. Diese Auskunft liegt jedoch im Widerstreit zu Angaben aus mehreren anderen Quellen. Darüber hinaus ist in den vergangenen Monaten ein durchgängiges Muster des Verschwindenlassens von Menschen durch RAB-Mitglieder erkennbar geworden. Es liegen glaubhafte Berichte vor, denen zufolge die RAB immer wieder an der Entführung, Folter und an außergerichtlichen Hinrichtung von Strafverdächtigen beteiligt ist.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

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  • Ich fordere Sie höflich auf, die mutmaßliche Entführung von Al Mukaddas und Mohammad Waliullah umgehend zu untersuchen und die Ermittlungsergebnisse öffentlich bekannt zu geben.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass die körperliche Unversehrtheit von Al Mukaddas und Mohammad Waliullah gewährleistet wird und die beiden Studierenden vor Folter und anderer unmenschlicher Behandlung geschützt werden, falls sie sich im Gewahrsam der Behörden befinden.

  • Falls Al Mukaddas und Mohammad Waliullah sich in Gewahrsam befinden sollten, so sorgen Sie bitte dafür, dass sie entweder einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt oder aber aus der Haft entlassen werden.

[APPELLE AN]

INNENMINISTER
Advocate Shahara Khatun
Ministry of Home Affairs
Bangladesh Secretariat
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 88) 02 7169 667 oder (00 88) 02 7171 611
E-Mail: sobhansikder@yahoo.com

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VOLKSREPUBLIK BANGLADESCH
S. E. Herrn Mosud Mannan
Dovestraße 1, 5. Etage
10587 Berlin
Fax: 030-3989 7510
E-Mail: info@bangladeshembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Bengalisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Appell an:

INNENMINISTER
Advocate Shahara Khatun
Ministry of Home Affairs
Bangladesh Secretariat
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 88) 02 7169 667 oder (00 88) 02 7171 611
E-Mail: sobhansikder@yahoo.com

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER VOLKSREPUBLIK BANGLADESCH
S. E. Herrn Mosud Mannan
Dovestraße 1, 5. Etage
10587 Berlin
Fax: 030-3989 7510
E-Mail: info@bangladeshembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Bengalisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die RAB ist eine im Jahr 2004 ins Leben gerufene Einheit, die mit großem Zuspruch der Öffentlichkeit landesweit zur Bekämpfung der Bandenkriminalität eingesetzt wird. Seit ihrer Gründung wurden mindestens 700 Menschen bei Einsätzen der RAB widerrechtlich getötet. Mindestens 200 dieser Personen starben während der Regierungszeit der derzeit herrschenden Awami-Liga, obwohl der Ministerpräsident zugesichert hatte, dass keine außergerichtlichen Tötungen mehr stattfinden würden. In einigen Fällen rechtfertigte die RAB nicht einmal den Tod von Personen, die laut Augenzeugenberichten zuvor von ihr festgenommen worden waren.

Für weitere Informationen siehe den englischen Bericht „Crimes Unseen: Extrajudicial Executions in Bangladesh“ (ASA 13/005/2011, August 2011; online unter: https://www.amnesty.org/en/library/asset/ASA13/005/2011/en/c18ad74b-75fe-4b15-b043-5982eebdb27d/asa130052011en.pdf )