Auf offener Strasse festgenommen und willkürlich inhaftiert

Porträt eines jungen Mannes. Im Hintergrund befinden sich Pflanzen.

Ägypten geht massiv gegen engagierte Menschen vor: Ibrahim Ezz El-Din wird willkürlich in Haft gehalten. Nach seiner Festnahme durch die Sicherheitskräfte war er monatelang verschwunden.

Schreib einen Brief an den ägyptischen Generalstaatsanwalt und fordere ihn höflich auf, Ibrahim Ezz El-Din sofort und bedingungslos freizulassen – seine Inhaftierung ist willkürlich.

Lies hier den vollständigen Petitionstext

Sehr geehrter Herr Staatsanwalt,

am 11. Juni 2019 nahmen Sicherheitskräfte in Zivil Ibrahim Ezz El-Din in Kairo auf offener Straße fest, als er sich auf dem Heimweg befand. Anschließend war er 167 Tage lang verschwunden. Die Behörden bestritten seine Festnahme und verweigerten seiner Familie jegliche Information über seinen Aufenthaltsort. Erst am 26 November 2019 tauchte Ibrahim Ezz El-Din wieder auf, als man ihn der Generalstaatsanwaltschaft vorführte. Er wirkte geschwächt, hatte Gewicht verloren und gab an, in der Haft gefoltert worden zu sein. Derzeit ist Ibrahim Ezz El-Din im Tora-Hochsicherheitsgefängnis in Kairo inhaftiert. Ich befürchte, dass er lediglich aufgrund seiner friedlichen Menschenrechtsarbeit festgenommen und inhaftiert wurde. Er arbeitet für die "Egyptian Commission for Rights and Freedoms" und ist bereits die fünfte Person, die mit der Organisation in Verbindung steht und die in den vergangenen drei Jahren festgenommen wurde. 

In Ihrem Land sind Hunderte Menschen verschwunden und willkürlich inhaftiert, nur weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen haben. Diese rechtswidrige Praxis muss sofort beendet werden.

Daher fordere ich Sie höflich auf: 

  • Lassen Sie Ibrahim Ezz El-Din umgehend und bedingungslos frei, sofern er nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt wird.
  • Stellen Sie außerdem sicher, dass er vor Folter und anderen Formen der Misshandlung geschützt ist.

Hochachtungsvoll,

Hintergrundinformationen

Ibrahim Ezz El-Din arbeitete für die Nichtregierungsorganisation "Ägyptische Kommission für Rechte und Freiheiten" (ECRF). Der 26-Jährige setzte sich für das Recht auf Wohnen ein – vor allem für den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum und gegen rechtswidrige Zwangsräumungen. Als er am 11. Juni 2019 abends auf dem Heimweg war, um stellten ihn vier Sicherheitskräfte in Zivil und nahmen ihn mit.

Seine Mutter ging sofort zur lokalen Polizeiwache. Doch die Polizei bestritt die Festnahme und verweigerte jegliche Auskunft über Ibrahims Verbleib.

Der junge Mann tauchte erst am 26. November wieder auf, als man ihn der Generalstaatsanwaltschaft vorführte. Er wirkte geschwächt, hatte an Gewicht verloren und gab an, in der Haft gefoltert worden zu sein. Derzeit ist Ibrahim Ezz El-Din im Tora-Hochsicherheitsgefängnis in Kairo willkürlich inhaftiert. 

In Ägypten werden regelmäßig Menschen willkürlich festgenommen und inhaftiert, die lediglich friedlich Kritik am Staat geübt oder Menschenrechte eingefordert haben. Viele verschwinden nach ihrer Festnahme und werden monatelang in geheimer Haft festgehalten – ohne Kontakt zu ihren Familien oder Rechtsbeiständen und ohne Anklage. In den vergangenen drei Jahren wurden neben Ibrahim Ezz El-Din schon vier weitere Mitarbeiter_innen der Organisation ECRF festgenommen.