Iran
Sicherheitskräfte und friedliche Protestierende in der iranischen Stadt Maschhad am 3. Januar 2026
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Aktuelle Lage (März 2026): Konflikt und Menschenrechte
Eskalation des Konflikts: Sorge um politische Gefangene wächst
04.03.2026 | Vor dem Hintergrund der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Islamischen Republik Iran, Israel und den USA warnt Amnesty International vor einer drastischen Verschlechterung der Menschenrechtslage im Land. Es mehren sich Berichte von Menschenrechtsverteidiger*innen, dass die iranischen Behörden den bewaffneten Konflikt als Vorwand nutzen, um Dissident*innen und Inhaftierte der Protestwelle vom Januar verschärft zu drangsalieren. Amnesty fordert die iranischen Behörden auf, die Sicherheit aller Gefangenen zu gewährleisten, und warnt vor einer Zunahme willkürlicher Hinrichtungen im Schatten der Krise.
Lies hier unseren dringenden Appell zum Schutz der Zivilbevölkerung
Iran: Mindestens 30 Personen, darunter Minderjährige, droht die Hinrichtung
20.02.2026 | Nach wiederholten Drohungen, Hinrichtungsverfahren zu beschleunigen, haben iranische Gerichte im Februar 2026 mindestens acht Menschen zum Tode verurteilt. Mindestens 22 weitere Personen, darunter zwei Minderjährigen, droht ebenfalls die Todesstrafe. Sie stehen in beschleunigten, von Folter geprägten und grob unfairen Verfahren wegen angeblicher Straftaten, die sie während der Proteste im Januar 2026 begangen haben sollen, vor Gericht.
Beteilige dich an der Urgent Action und fordere ein Stopp der Hinrichtungen!
Teilerfolg: Mandat der UN-Untersuchungsmission für Iran wird um zwei Jahre verlängert
29.01.2026 | Deutschland hat gemeinsam mit vier weiteren Staaten eine Sondersitzung des UN-Menschenrechts beantragt! In der Sitzung wurde mit deutlicher Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die das Mandat der UN-Untersuchungsmission für Iran um zwei Jahre verlängert. Das Mandats der UN-Sonderberichterstatterin für Iran wurde um ein Jahr verlängert. Beteilige dich weiter an unserer Online-Aktion, damit auch unsere anderen Forderungen erfüllt werden zum Schutz den Menschen in Iran
Massenverhaftungen, Verschleppungen und Einschüchterung: Die Repression in Iran hält an
27.01.2026 | Die iranischen Behörden setzen ihr brutales Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung unvermindert fort. Amnesty International hat willkürliche Massenfestnahmen, das Verschwindenlassen von Personen sowie die systematische Einschüchterung von Angehörigen dokumentiert. Während der iranische Nationale Sicherheitsrat offiziell 3.117 Tote einräumt, geht die UN-Sonderberichterstatterin für den Iran, Mai Sato, von mindestens 5.000 Todesopfern aus. Womöglich sind es sogar bis zu 20.000 Todesopfer.
Erfahre hier mehr in einem aktuellen Amnesty-Bericht
Amnesty-Expertin Raha Bahreini über die Massaker im Iran
19.01.2026 | "Wir müssen klarstellen: Die iranischen Behörden haben zu massenhaften, rechtswidrigen Tötungen gegriffen, um jeglichen Widerstand auszulöschen und Protestierende zum Schweigen zu bringen, die grundlegenden Wandel sowie Respekt für ihre Menschenrechte und Würde gefordert haben. (...) Die Spirale aus Blutvergießen und Straflosigkeit muss enden."
Lies hier das komplette Statement von Raha Bahreini
Iran: Amnesty-Recherche belegt gezielte Gewalt iranischer Sicherheitskräfte
09.01.2026 | Seit dem 28. Dezember 2025 gehen im Iran wieder zahllose Menschen gegen Unterdrückung auf die Straße - sie fordern ein Ende der Islamischen Republik. Die Behörden reagieren erneut mit brutaler Härte. Amnesty hat Videoaufnahmen verifiziert und Augenzeug*innen befragt, die von der Brutalität berichten. Die Beweise zeigen, dass Sicherheitskräfte gezielt und in einem bisher nicht bekannten Ausmaß töten.
Weiterführende Informationen zur Menschenrechtssituation im Iran:
- Die Behörden unterdrückten die Rechte auf Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit immer stärker.
- Frauen und Mädchen, lesbische, schwule, bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI+) sowie Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten litten unter systemischer Diskriminierung und Gewalt.
- Die Behörden verschärften ihr Vorgehen gegen Frauen, die sich dem gesetzlichen Kopftuchzwang widersetzten.
- Auch Angehörige der Baha'i sowie afghanische Geflüchtete und Migrant*innen gerieten verstärkt ins Visier.
- Tausende Menschen wurden willkürlich inhaftiert, verhört, schikaniert und zu Unrecht strafrechtlich verfolgt, weil sie ihre Menschenrechte wahrgenommen hatten.
- Gerichtsverfahren verstießen weiterhin regelmäßig gegen internationale Standards.
- Verschwindenlassen sowie Folter und andere Misshandlungen waren auch 2024 an der Tagesordnung und kamen systematisch zur Anwendung.
- Die Behörden vollstreckten grausame und unmenschliche Strafen wie Auspeitschungen und Amputationen und verhängten willkürliche Todesurteile, vornehmlich gegen Angehörige ethnischer Minderheiten und Migrant*innen.
- Die im Zusammenhang mit den Gefängnismassakern im Jahr 1988 verübten Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere fortgesetzte völkerrechtliche Verbrechen blieben nach wie vor straflos.
(Weitere ausführliche Informationen findest du im Länderkapitel "Iran" des Amnesty Jahresberichts 2024 | Berichtszeitraum: 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024)
Hier findest du unsere Appell-Aktionen und Informationen zur Lage der Menschenrechte in diesem Land.