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Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Was wir erreichen

Können einzelne Menschen wirklich etwas bewirken? Und ob! Amnesty ist die Plattform für viele einzelne Menschen, die gemeinsam Druck aufbauen - weltweit. Denn öffentlicher Druck ist das wirksamste Mittel, um Menschenrechte zu schützen. Oft zählt jede Minute und jede Stimme.

Appelle und Briefe zeigen den Verantwortlichen von Menschenrechtsverletzungen, dass ihre Taten gesehen und nicht hingenommen werden. Oftmals können wir so erreichen, dass Gefangene freigelassen, Todesurteile umgewandelt, Drohungen eingestellt, Folter und Misshandlung gestoppt oder unfaire Gerichtsverfahren wieder aufgerollt werden. Rund 40 Prozent unserer Eilaktionen sind erfolgreich. Mit Lobbyarbeit arbeiten wir unter anderem daran, dass Menschenrechte Eingang in internationale Abkommen finden.

Die äthiopische Journalistin Serkalem Fasil ist durch den öffentlichen Druck unserer Aktivisten und Unterstützer im April 2007 freigesprochen worden. Sie war wegen regierungskritischer Artikel verhaftet worden und sollte zum Tode verurteilt werden. Im Gefängnis brachte sie unter fürchterlichen Bedingungen ein Kind zur Welt.

Amnesty Menschenrechtspreisträgerin Eren Keskin: © Amnesty InternationalAmnesty Menschenrechtspreisträgerin Eren Keskin: © Amnesty International"Wir stehen in der Schuld all derer, die an uns gedacht und Appelle geschickt haben. Wir brauchen diese Solidarität. Die Reaktion auf die Appelle wird derartige Angriffe verhindern, das ist unsere feste Überzeugung. Wir senden herzliche Grüße an alle, die sich um unsere Sicherheit besorgt gezeigt haben." Diese Worte von Mitgliedern des türkischen Menschenrechtsvereins 'IHD' erreichten Amnesty wenige Tage nachdem eine Urgent Action zum Schutz von Eren Keskin gestartet worden war. Binnen 24 Stunden hatten Menschen aus aller Welt die türkischen Behörden aufgefordert, die Sicherheit der Rechtsanwältin und Leiterin des 'IHD' Istanbul zu gewährleisten. Zum Hintergrund: Am 19. April 2005 hatte Keskin Drohbriefe der ultranationalistischen Gruppe "Türkische Rachebrigaden" erhalten. Amnesty International unterstützt Keskin in ihrem Engagement für die Rechte türkischer Frauen und verlieh ihr dafür 2001 den Amnesty-Menschenrechtspreis.

"Ich bin davon überzeugt, dass internationaler Druck entscheidend dafür war, dass mein Mann nicht ausgeliefert wurde", sagte Tadschigul Begmedowa, nachdem ein bulgarisches Gericht die Auslieferung ihres Mannes Annadurdy Chadschijew an Turkmenistan abgelehnt hatte. Sie dankte allen Teilnehmern des Amnesty-Eilaktionsnetzwerks, das sich dafür eingesetzt hatte, die Auslieferung Chadschijews zu verhindern. Im Falle seiner Zwangsrückführung nach Turkmenistan wäre er in großer Gefahr gewesen, inhaftiert und gefoltert zu werden. Annadurdy Chadschijew ist ein führendes Mitglied der turkmenischen Exilpartei "Watan". Er war 2001 nach Bulgarien geflohen.

Ein Meilenstein auf dem Weg zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe: Einen Erfolg feierte Amnesty auch am 18. Dezember 2007, als die UN-Generalversammlung mit klarer Mehrheit für einen weltweiten Hinrichtungsstopp stimmte. Diese Resolution hatte eine breit gefächerte Staatenkoalition aus allen Erdteilen in die UN-Generalversammlung eingebracht. Sie wurde von Amnesty, der Weltkoalition gegen die Todesstrafe und der Europäischen Union unterstützt.