Zahlreiche Menschen sind in China wegen der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert. Viele davon sind "Cyber-Dissidenten" wie der 40-jährige Journalist und Dichter Shi Tao.
Shi Tao hatte über sein Yahoo-Konto eine E-Mail an eine amerikanische Nichtregierungsorganisation (NGO) geschrieben. Darin schrieb er, dass die chinesische Regierung Journalisten davor gewarnt hatte, im Vorfeld des 15. Jahrestages über das Massaker auf dem Tiananmen-Platz zu berichten. Diese E-Mail wurde anonym veröffentlicht.
Durch die Zusammenarbeit mit Yahoo konnte die chinesische Regierung den Absender dieser E-Mail ermitteln. Daraufhin verurteilte ein Gericht Shi Tao im April 2005 zu zehn Jahren Haft. Die Urteilsbegründung: Er soll dem Ausland "Staatsgeheimnisse" verraten haben. In China erklären die Behörden vieles zu einem Staatsgeheimnis, auch wenn sie die staatliche Sicherheit nicht unmittelbar betreffen. Wie er beteuerte, handelte es sich nicht um Staatsgeheimnisse.
Seine Familie ist seit seiner Verhaftung ständigen Schikanen ausgesetzt. Seine Ehefrau hielt dem Druck nicht stand und ließ sich von ihm scheiden.
Exzellenz,
ich schreibe Ihnen, um gegen die Inhaftierung des Journalisten und Dichters Shi Tao zu protestieren. Ich bin besorgt darüber, dass Shi Tao ausschließlich wegen der Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung und Informationsfreiheit verurteilt wurde. Ich möchte Sie deshalb auffordern,
Schicken Sie die E-Mail an: