Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Briefmarathon

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DEIN BRIEF KANN LEBEN RETTEN!

"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen." Dies ist seit 50 Jahren ein Leitsatz von Amnesty International. Zum Briefmarathon im Jubiläumsjahr wurde dies ganz besonders betont.

Unter dem Motto "Shine a light" hat Amnesty alle UnterstützerInnen dazu aufgerufen, sich vom 3. bis zum 17. Dezember mit Briefen und E-Mails für Menschen in Gefahr einzusetzen. Mit weltweiten Aktionen wollen wir einen Teil des Unrechts, das auf der Welt geschieht, ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

Unrecht, das Fatima Hussein Badi aus dem Jemen erleben muss. Sie wurde zusammen mit ihrem Bruder zum Tode verurteilt, weil sie gemeinsam ihren Mann getötet haben sollen. Fatima Hussein Badi hat stets ihre Unschuld beteuert. Ihr Bruder, der bereits hingerichtet worden ist, "gestand" die Tat, nachdem man gedroht hatte, Fatima vor seinen Augen zu vergewaltigen.

Und Unrecht, das Jean-Claude Roger Mbede widerfährt. Der 32-jährige Kameruner wurde wegen "Homosexualität und versuchter sexueller Handlungen" zu drei Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis drohen ihm aufgrund seiner vermutlichen sexuellen Neigung homophobe Übergriffe sowie Misshandlungen durch Wärter und Mitgefangene.




Gute Nachrichten gibt es im Fall von Jabbar Savalan zu vermelden: Der 19-jährige aserbaidschanische Student war im Mai 2011 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteit worden, weil er über Facebook zu Protesten gegen die Regierung aufgerufen hatte.
Am 26.12. wurde er aufgrund einer Generalamnestie des Präsidenten entlassen. Vielen herzlichen Dank allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die sich in den vergangenen Wochen mit Tausenden Appellen für seine Freilassung eingesetzt haben.









Im Jubiläumsjahr hat sich Amnesty International etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Wir wollten das Unsichtbare sichtbar machen - mit Hilfe von Zauninstallationen. Die Fotos der drei oben genannten Menschen wurden in mehreren Städten an einen Zaun geklebt. Der Trick: Durch die Lücken zwischen den Zaunlatten wirkte es, als wären die Portraits hinter Gittern - genau wie die realen Personen. Mit einem Smartphone konnte man sich direkt über einen QR-Code an den Online-Aktionen für Jabbar Savalan, Fatima Hussein Badi und Jean-Claude Roger Mbede beteiligen.

Kann ich wirklich helfen, indem ich einen Brief oder eine E-Mail schreibe, fragen Sie sich jetzt? Ja! Denn nicht nur Sie schreiben, sondern Hunderttausende Menschen aus aller Welt. Letztes Jahr wurden aus über 50 Ländern mehr als 636.000 Appellschreiben und Solidaritätsbotschaften versandt. In sieben der zehn Fälle, für die sich Amnesty International im Rahmen des Briefmarathons 2010 eingesetzt hat, veränderte dies etwas - zum Besseren. So wurde beispielsweise der gambische Oppositionspolitiker Femi Peters frühzeitig aus der Haft entlassen. Allein die Tatsache, dass Menschen aus vielen verschiedenen Ländern Briefe schreiben, hilft den Betroffenen meist sehr, denn so wissen sie, dass die Welt sie nicht vergessen hat. So sagte Khady Bassène aus dem Senegal, deren Mann 1999 festgenommen wurde und seitdem verschwunden ist: "Es hat mich sehr berührt, dass so weit von Senegal entfernt lebende Personen an meiner Situation Anteil nehmen."


Videos zum Briefmarathon: